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ExxonMobil kehrt zurück zur Normalität, bei Plug Power platzt mancher Traum, Rheinmetall entgeht ein Großauftrag und TKMS profitiert davon

Die Geopolitk kühlt etwas ab, was an der Börse aber nicht nur für Aufatmen sorgt

NTG24 - ExxonMobil kehrt zurück zur Normalität, bei Plug Power platzt mancher Traum, Rheinmetall entgeht ein Großauftrag und TKMS profitiert davon

 

Zum ersten Mal seit Monaten scheint es, als würde die aufgeheizte Stimmung an den Märkten etwas nachlassen und wieder mehr Normalität einkehren. Das betrifft insbesondere die Lage an der Straße von Hormus. Obschon die Waffenruhe im Nahen Osten bis zuletzt eher brüchig erschien, wurden nun wohl Garantien für die Durchfahrt ausgesprochen und es kommt endlich Bewegung in die Sache.

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Das machte sich prompt beim Ölpreis bemerkbar, der auf den niedrigsten Stand seit Ende Februar und damit wieder ein Niveau erreichte, wie es zuletzt vor dem Irankrieg zu sehen war. Ein Barrel der Nordseesorte Brent ist nun zu rund 73 US-Dollar zu haben, nachdem der Preis entsprechender Kontrakte gestern um fast fünf Prozent in Richtung Süden abdriftete. Das nimmt Inflationsängste etwas aus dem Spiel, führt aber auch zu magereren Margenerwartungen bei ExxonMobil (US30231G1022) und Co.

 

 

 

Die Ölkonzerne haben es in den USA mit zusätzlichem Druck zu tun. Denn US-Präsident Donald Trump blickt, vermutlich aufgrund der nahenden Midterms, genau auf die Preise an der Zapfsäule. Dabei monierte er, dass jene längst nicht so schnell sinken würden wie die Preise für Rohöl. Angekündigt wurde nun eine Untersuchung durch das Justizministerium. Den Börsianern ist zwar bewusst, dass Trump komplexe Marktzusammenhänge entweder nicht versteht oder schlicht aus PR-technischen Überlegungen heraus handelt. Auf die leichte Schulter genommen wird es dennoch nicht. Die ExxonMobil-Aktie zog es am Mittwoch um über zwei Prozent in die Tiefe.

 

Plug Power: Aus der Traum?

 

Nachgelassen hat auch die Stimmung im Wasserstoffsegment. Schon seit einer Weile befindet sich etwa Plug Power (US72919P2020) im Korrekturmodus, da die Anleger ungelöste Fragen um die künftige Finanzierung des Konzerns nicht einfach abstreifen können. Dazu kommt nun auch noch, dass Fantasien über dauerhaft höhere Ölpreise wohl zu den Akten gelegt werden müssen.

Es wäre für Plug Power und andere ein möglicher Gamechanger gewesen. Denn das größte Problem von grünem Wasserstoff bleibt noch immer der Preis. Hohe Ölpreise würden die Lücke etwas schließen und Investitionen attraktiver machen. Nun scheint es aber zunächst zurück in einen Markt zu gehen, in dem fossile Brennstoffe für die meisten Unternehmen die günstigere Alternative sind. Die Plug Power-Aktie wertete weiter ab und landete zum Nachmittag in New York bei 2,63 Dollar. Im Monatsvergleich sind schon Abschläge von über 30 Prozent zu beklagen.

 

Rheinmetall geht leer aus

 

Noch deutlich größer war gestern die Enttäuschung bei den Aktionären von Rheinmetall (DE0007030009). Aufgrund erheblicher Verzögerungen und absehbarer Kostensteigerungen hat das Bundesverteidigungsministerium ein Rüstungsprojekt für sechs Fregatten des Typs F126 zu den Akten gelegt. Darüber berichtete unter anderem das „Handelsblatt“. Dem Rüstungskonzern geht ein gigantischer Auftrag durch die Lappen und die Prognose der Marinesparte wird nun offen infrage gestellt.

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Die Quittung beim Aktienkurs fiel heftig aus. Es ging um 18,7 Prozent auf noch 949 Euro zurück. Zum ersten Mal seit über einem Jahr notiert der Titel damit unterhalb von 1.000 Euro und damit weniger als halb so hoch wie beim Allzeit-Hoch. Wie es scheint, herrscht auch bei Rheinmetall wieder etwas mehr Normalität. Analysten erkennen weiterhin Aufwärtspotenzial, was für den Moment aber nicht weiter tröstet.

 

TKMS ist der lachende Dritte

 

Was Rheinmetall schwer belastete, zauberte den Anteilseignern von TKMS (DE000TKMS001) ein breites Grinsen aufs Gesicht. Denn als Alternative sollen acht Fregatten des Typs Meko A-200 DEU. In einem ersten Schritt sollen vier Schiffe bestellt werden mit der Option auf vier weitere. Das Auftragsvolumen könnte sich Medienberichten zufolge auf satte 11,6 Milliarden Euro belaufen.

So tief wie es für Rheinmetall abwärts ging, ging es für die TKMS-Aktie da zur selben Zeit aufwärts. Die Aktie schoss um etwas mehr als 16 Prozent auf 84,50 Euro in die Höhe. Allerdings gab es auch hier schon einmal höhere Kurse zu bewundern. Die Aussichten haben sich merklich aufgehellt, was aber nichts daran ändert, dass aus dem Rüstungssegment allgemein ein wenig die Luft raus zu sein scheint.

 

Ruhige Kugel?

 

Gute Stimmung herrschte an den Märkten gestern nicht unbedingt. Doch die Lage scheint sich in mancher Hinsicht beruhigt zu haben. Für Nervosität sorgt allerdings noch der Chipsektor, wo mit Spannung Ergebnisse von Micron erwartet werden. Zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels lagen jene noch nicht vor. Ausgegangen werden darf aber wohl davon, dass so schnell keine Langeweile einkehren wird. Was normal ist und was nicht, ist ohnehin stets Auslegungssache.

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25.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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