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Die Commerzbank gibt sich geschlagen, RBI schreibt höhere Gewinne, ExxonMobil profitiert von hohen Ölpreisen und BASF bleibt im Krisenmodus

Auch wenn die Zahlen stimmen, sind die Anleger nicht immer auch zufrieden

NTG24 - Die Commerzbank gibt sich geschlagen, RBI schreibt höhere Gewinne, ExxonMobil profitiert von hohen Ölpreisen und BASF bleibt im Krisenmodus

 

Die Börse ist stets mit diversen Herausforderungen gespickt. Solche können schon einmal dafür sorgen, dass die Zuversicht der Anleger auch in eigentlich chancenreichen Zeiten dezent getrübt werden. Gute Zahlen allein reichen längst nicht immer aus, um Aktienkurse in immer neue Höhen zu befördern.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeWenig zu meckern gibt es auf fundamentaler Ebene bei der Commerzbank (DE000CBK1001). Die Effizienzprojekte aus den letzten Jahren haben sich bereits mehr als ausgezahlt und das Frankfurter Geldhaus konnte vor gar nicht langer Zeit Rekordgewinne schreiben. Die Eigenständigkeit wird aber wohl nicht verteidigt werden können, auch wenn Konzernchefin Bettina Orlopp darum lange kämpfte. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, akzeptiert Orlopp mittlerweile die zukünftige Führungsrolle von UniCredit, mahnt aber einen „konstruktiven Dialog“ mit den Italienern an.

 

 

 

Die Anleger haben sich schon seit einer Weile auf die Übernahme eingestellt; schließlich hat UniCredit nach eigenem Bekunden bereits Zugriff auf knapp 50 Prozent der Anteilsscheine. Gehofft wird allerdings noch darauf, dass für das Einsammeln weiterer Anteile ein höheres Gebot folgen könnte. Genau das hält die Commerzbank-Aktie auf hohem Niveau, zuletzt aber ohne Ambitionen darauf, neue Kursrekorde aufzustellen.

 

ExxonMobil: War da mehr drin?

 

Was für andere eine Herausforderung ist, das ist für den Ölkonzern ExxonMobil (US30231G1022) eine willkommene Gelegenheit. Hohe Ölpreise haben dem Konzern stattliche Gewinne beschert. Der Nettogewinn verbesserte sich im letzten Quartal auf 14,5 Milliarden US-Dollar und lag damit mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Außerdem verzeichnete ExxonMobil eine ansehnliche Förderung, trotz der Ausfälle im Nahen Osten.

Die Aktie reagierte dennoch nicht mit einem Kurssprung, sondern gab am Freitag um ein Prozent bis auf 155,44 Dollar nach. Enttäuscht zeigten sich die Anleger über ein eher schwaches Raffineriegeschäft, was der Konzern mit kaum zu berechnenden Preisschwankungen begründete. Dadurch lag der bereinigte Gewinn letztlich unterhalb der Markterwartungen. Das ist für Anleger aber am Ende des Tages nur eine milde Enttäuschung.

 

Die Raiffeisen Bank verdient mehr

 

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Werbebanner EMH PM TradeBei der Raiffeisen Bank International (RBI) (AT0000606306) hatten die Anleger bezüglich der Gewinne hingegen nichts zu meckern. Es ging um rund ein Viertel bis auf 708 Millionen Euro aufwärts und in diesem Stil soll es künftig weitergehen. Die Weichen dafür wurden bereits gelegt mit der anstehenden Übernahme von Addiko Bank und BBVA Garantie. Herausforderungen gibt es jedoch nach wie vor mit Blick auf das Russland-Geschäft, welches in der Bilanz mittlerweile keine Beachtung mehr findet.

Grundsätzlich arbeitet die RBI daran, ihre Aktivitäten in Russland weiter herunterzufahren. Das wird ihr jedoch nicht eben einfach gemacht. In der Vergangenheit lasteten zuweilen hohe Strafzahlungen auf dem Ergebnis. Allerdings versucht die RBI sich an einem neuen Anlauf, sich diese wieder zurückzuholen. In Österreich bringt der Konzern eine Klage auf den Weg, welche gegenüber der russischen Rasperia 3,15 Milliarden Euro an Schadenersatz einfordert. Mit einer Reaktion dürfte zu rechnen sein. Für den Moment sind die Anteilseigner aber zufrieden und die RBI-Aktie kletterte am Freitag um 3,2 Prozent bis auf 59,35 Euro aufwärts.

 

BASF im Stimmungstief

 

Für BASF (DE000BASF111) ging es an der Börse in die entgegengesetzte Richtung mit Verlusten von 1,6 Prozent, die den Kurs auf 50,40 Euro beförderten. Als Belastung erweisen sich mittlerweile nicht nur Energiepreise und Unsicherheiten aufgrund des nicht enden wollenden Irankonflikts. Auch in hiesigen Gefilden wird die Lage ernster. Das betrifft besonders die Schifffahrt, die teils mit neuen Rekorden bei den Pegelständen zu kämpfen hat.

In Kaub in Rheinland-Pfalz meldete das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt jüngst einen Pegelstand von nur noch 25 Zentimetern, was gleichauf mit dem bisherigen Negativrekord aus dem Jahr 2018 liegt. Sollte die Hitzewelle in Europa den Pegel weiter sinken lassen, könnte es eng werden für die Schifffahrt. Das wiederum würde die Versorgung von BASF gefährden und wäre keine erfreuliche Entwicklung für die Aktionäre. In Zukunft wird der Chemieriese es wohl häufiger mit derartigen Herausforderungen zu tun bekommen.

 

Irgendwas ist immer

 

Auch die größten Erfolgsgeschichten an der Börse verlaufen selten bis nie ohne Gegenwind. Es gibt stets und immer auch Risiken zu beachten, die von bloßen Marktverstimmungen bis hin zu existenziellen Bedrohungen reichen können. Anlegern ist stets zu raten, neben (guten) Zahlen auch negative Eventualitäten im Blick zu behalten. Nur dann lässt sich auch abwiegen, ob bei einer Aktie Chancen oder doch Risiken überwiegen.

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03.08.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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