Microsoft und OpenAI scheinen sich wieder etwas zusammenzuraufen und es wird eine Lösung im Streit um die künftige Struktur des ChatGPT-Entwicklers in Aussicht gestellt
Knickt Microsoft gegenüber dem Partner OpenAI doch noch ein?
Dank des phänomenalen Aufstiegs von ChatGPT konnte der Software-Konzern OpenAI eine beispiellose Erfolgsgeschichte schreiben, davon aber bislang nicht ganz so sehr profitieren, wie man es sich vielleicht wünschen würde. Denn bis heute handelt es sich bei dem KI-Entwickler offiziell um ein gemeinnütziges Unternehmen.
Schon vor Monaten verkündete OpenAI, genau das ändern zu wollen und sich in Zukunft als gewinnorientiertes Unternehmen zu präsentieren. Bei der letzten Finanzierungsrunde wurde dieser Schritt sogar konkret in Aussicht gestellt. Allerdings hat bei der Entscheidung auch Microsoft (US5949181045) ein Wörtchen mitzureden. Der Software-Gigant aus Redmond investierte schätzungsweise 13 Milliarden US-Dollar in OpenAI, um sich Zugang zu den Technologien des Unternehmens zu sichern. Aktuell ist vorgesehen, dass dies bis zum Jahr 2030 auch so bleiben wird.
Nach Monaten der Verhandlung scheint sich nun eine Anpassung der Geschäftsbeziehungen anzukündigen. Wie im „Handelsblatt“ zu lesen ist, kündigten Microsoft und OpenAI eine vorläufige Einigung an, welche in einem unverbindlichen Memorandum of Understanding festgehalten seien. Details darüber wurden nicht genannt. Es wurde aber mitgeteilt, dass nun daran gearbeitet werde, vertragliche Details für eine bindende Vereinbarung zu treffen. Im Fokus soll dabei stehen, in Zusammenarbeit „die besten KI-Werkzeuge für alle bereitzustellen“.
Microsoft orientiert sich neu
Die Partnerschaft zwischen Microsoft und OpenAI wirkte in den letzten Wochen und Monaten angeknackst. Zwar ließ man sich offiziell wenig anmerken und Vertreter des Partners sprachen von einer gewöhnlichen Zusammenarbeit mit Höhen und Tiefen. Dass OpenAI aber zunehmend Abmachungen mit Konkurrenten abschließt und auch Microsoft sich nach Alternativen für die eigenen Dienste umsieht, ist ein klarer Hinweis darauf, dass die Freundschaft weniger stark als noch zu Beginn der KI-Revolution geworden ist.
Verzichten kann Microsoft aktuell nicht auf OpenAI und deren KI-Modelle. Denn das gesamte eigene KI-Angebot baut fest auf den Sprachmodellen des Partners auf. Dies nachhaltig zu ändern, dürfte eine ganze Weile dauern und offen bleibt auch, was genau als Ersatz geeignet wäre. Gleichwohl würde eine Umwandlung von OpenAI in ein profitorientiertes Unternehmen noch lange nicht bedeuten, dass Microsoft sich langfristig abkapseln wird. Schwieriger könnte es jedoch werden, sich Zugang zu modernster KI-Technologie besonders günstig und/oder exklusiv zu sichern.
Die Anleger zeigten sich am Donnerstag erst einmal erfreut darüber, dass es überhaupt zu einer Annäherung kommt und der Rosenkrieg sich damit vielleicht seinem Ende zuneigen könnte. Die Microsoft-Aktie legte nachbörslich um 1,6 Prozent bis auf 508,86 Dollar zu. Zuvor sorgten die Zahlen von Oracle bereits für Auftrieb, welche als genereller Beleg für einen noch immer sehr aktiven KI-Boom interpretiert werden. Damit in der Hinterhand konnten die Bullen letztlich auch die wichtige Linie bei 500 Dollar behaupten.
Microsoft: Diversifizierung ist nicht verkehrt
Wie auch immer die Vereinbarung aussehen mag: für Microsoft dürfte OpenAI auf lange Sicht ein wichtiger Partner bleiben, was aus Anlegersicht auch kein Problem darstellt. Es schadet aber auch nicht, angesichts der zunehmenden Bedeutung von KI nicht alle Eier in einen Korb zu legen. Microsoft tut gut daran, sich möglichst breit aufzustellen und sich auch Technologie von Mitbewerbern ins Boot zu holen. Und sei es nur, um im Fall der Fälle in einer besseren Verhandlungsposition dazustehen.
Gelohnt haben sich die Investitionen von Microsoft in OpenAI schon heute. Nur durch diesen sehr weitsichtigen Schritt gelang es dem Konzern, heute in führender Position bei KI mitmischen zu können und den eigenen Aktienkurs in luftige Höhen zu heben. Da ist es auch verständlich, dass man in Redmond die Vorzüge der Partnerschaft nicht einfach aus der Hand geben möchte. Zu erwarten ist eine Abmachung, die OpenAI mehr Freiheiten erlaubt, dafür aber auch Zugeständnisse an den Großinvestor vorsieht. Aus Anlegersicht könnte dies gute Neuigkeiten bedeuten, wenngleich die Details noch abgewartet werden müssen.
Microsoft Corporation-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten Microsoft Corporation-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft Corporation-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu Microsoft Corporation - hier weiterlesen...
12.09.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)






30.06.2026
29.06.2026
28.06.2026
26.06.2026