Microsoft präsentiert hervorragende Zahlen und verspricht zudem, KI-Ausgaben etwas zu zügeln, was dem Aktienkurs kräftig unter die Arme greift
Im laufenden Jahr gibt Microsoft wohl weniger als ursprünglich gedacht für Investitionen aus
Mit Spannung warteten die Anlegerinnen und Anleger auf die Zahlen von Microsoft. Zuletzt machte sich an den Märkten eine zunehmende KI-Skepsis breit und die Ergebnisse aus Redmond gelten als ein erster Gradmesser für den tatsächlichen Zustand der Branche. Sehr zur Freude der Aktionäre enttäuschte Microsoft nicht und hatte zudem einige Neuigkeiten im Gepäck, welche die Gemüter weiter aufhellten.
Aufwärts ging es für Microsoft (US5949181045) im zweiten Quartal laut Geschäftsbericht in allen Sparten bis auf PC und Xbox. Letzteres können die Investoren recht gut verkraften, da damit bereits gerechnet wurde. Große Fortschritte scheint der Software-Gigant derweil in Sachen Künstliche Intelligenz zu machen. CEO Satya Nadella zufolge steigere sich die Anzahl der zahlenden Copilot-Nutzer auf 30 Millionen. Ein Quartal zuvor waren es lediglich zehn Millionen. Mittlerweile soll der KI-Assistent ähnlich häufig wie Outlook und Teams genutzt werden. Das sei ein klares Anzeichen dafür, dass die KI zu einem festen Bestandteil der Arbeitswelt geworden ist.
CEO Ola Källenius betonte, dass man auf dem größten Automarkt der Welt weiterhin Präsenz zeigen wolle. An den ruinösen Preiskämpfen möchte sich Mercedes indes nicht beteiligen, um einen „Jojo-Effekt“ zu vermeiden. Nach Ansicht von Källenius verfügt der eigene Konzern über genügend Stärke und Widerstandsfähigkeit, um die aktuelle Phase überstehen zu können. Für das zweite Halbjahr setzt das Unternehmen weiterhin auf neue Modelle, mit denen die Kauflust der Kundschaft angekurbelt werden soll.
Microsoft tritt auf die Bremse
Grundsätzlich will Microsoft darauf weiter aufbauen und der KI-Fokus scheint sich auszuzahlen. Die Umsätze im zurückliegenden Geschäftsjahr stiegen um 18 Prozent auf 332 Milliarden US-Dollar. Davon blieben unter dem Strich 134 Milliarden Dollar als Gewinn hängen. Für Microsoft ist es ein neuer Rekord und nur wenige andere können bei solch schwindelerregenden Zahlen noch mithalten. Microsoft profitiert vom anhaltenden KI-Boom nicht zuletzt durch seine Cloud-Infrastruktur.
Der Ausbau soll weitergehen, wofür Microsoft auch weiterhin etliche Milliarden in die Hand nehmen wird. Allerdings ließ der Konzern mitteilen, die Investitionen ein wenig zügeln zu wollen. Im vergangenen Quartal schossen die Ausgaben zwar noch um 70 Prozent auf 41 Milliarden Dollar in die Höhe. Für das neue Geschäftsjahr werden nun allerdings nur noch 175 statt zuvor 190 Milliarden Dollar an entsprechenden Ausgaben in Aussicht gestellt.
Microsoft bildet damit ein Stück weit einen Kontrast zu anderen Tech-Giganten wie Meta, die ihre KI-Ausgaben immer weiter erhöhen und dabei zuweilen schon mal den eigenen Cashflow auffressen. Eben das wurde von der Börse auch honoriert. Die Sorgen über vielleicht etwas zu hohe Ausgaben ließen etwas nach und die Microsoft-Aktie konnte nachbörslich um 7,3 Prozent zulegen. Damit deuten sich für den heutigen Handel wieder Kurse deutlich oberhalb von 400 Dollar an. Tags zuvor ging es mit 390,54 Dollar aus dem regulären Handel.
Auf dem richtigen Weg?
Aus Sicht der Anleger scheint Microsoft alles richtig zu machen. Das Wachstum bei Cloud und KI soll weitergehen, allerdings ohne die dafür benötigten Investitionen immer weiter in (ungesunde) Höhen schnellen zu lassen. Dass gleichzeitig die Nutzung eigener KI-Angebote sich beschleunigte, wird von den Investoren gerne mitgenommen. Analysten rechnen mit weiterem Wachstumspotenzial, was die Gewinne von Microsoft bis auf 200 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2028/29 katapultieren könnte.
Solange sich an den derzeitigen Markttrends nichts ändert und KI weiter auf Wachstumskurs bleibt, sieht die Zukunft für Microsoft recht rosig aus. In Zukunft dürfte es vermehrt darum gehen, das richtige Verhältnis zwischen Nutzerwachstum und Investitionen zu finden. Der Windows-Konzern geht diesbezüglich schon mal den ersten Schritt und grenzt die Ausgaben für die Zukunft zumindest etwas ein.
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30.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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