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Microsoft scheint Fortschritte bei Project Silica zu machen und stellt für die Zukunft auch eine Verfügbarkeit im Massenmarkt in Aussicht

Kann Microsoft damit eine Revolution auslösen?

NTG24 - Microsoft scheint Fortschritte bei Project Silica zu machen und stellt für die Zukunft auch eine Verfügbarkeit im Massenmarkt in Aussicht

 

Die Entwicklung bei Datenspeichern stagniert zwar nicht vollkommen. Größere Sprünge gibt es allerdings schon seit Jahren nicht mehr zu sehen. Verbraucher müssen sich seit Jahren mit Blu-Ray begnügen, die in ihrer größten Variante mit vier Schichten bis zu 128 GB hält. Das reicht für vieles aus, ist für den Betrieb als Archiv in Datenzentren aber kaum noch interessant. Microsoft arbeitet aber bereits an einem neuen Ansatz und scheint dabei Fortschritte zu machen.

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Gegenüber „Blocks and Files“ tauschte sich der technische Berater Mahabir Bisht zum aktuellen Status des Projekts aus, welches Microsoft (US5949181045) nun schon seit rund acht Jahren verfolgt. Auf den durchsichtigen Datenträgern lassen sich demnach bereits etwa sieben Terabyte an Daten speichern, was mit einer modernen Festplatte bereits recht gut mithalten kann. Die verwendeten Materialien sind allerdings weitaus günstiger und die Verlässlichkeit soll deutlich höher ausfallen.

 

 

 

Microsoft verspricht, dass gespeicherte Daten mehr als 1.000 Jahre sicher verwahrt werden könnten gegenüber zehn bis 30 Jahren bei magnetischen Datenbändern oder einer BD-XL. Darüber hinaus soll auch die Fehlerrate deutlich geringer ausfallen. Einige Herausforderungen müssen aber noch genommen werden, bevor Project Silica auch in der Praxis zur Anwendung kommen kann.

 

Es bleibt noch viel zu tun für Microsoft

 

Die rund 2 mm dicken Quarzglasscheiben, welche ungefähr die Größe einer DVD haben, sind in der Herstellung zwar recht günstig und abgesehen von ihrer materialbedingten Zerbrechlichkeit auch stabil. Allerdings wird für das Schreiben und Lesen ein ausgesprochen kostenintensiver Femtosekundenlaser benötigt. Die Kosten dafür können leicht in den sechsstelligen Bereich kommen. Genau hier wird Microsoft noch ansetzen und die Kosten senken müssen, um eine Kompatibilität mit dem Massenmarkt erreichen zu können.

Auch die Kapazität soll noch weiter ansteigen. Ab 2030 will Microsoft mehrere Petabyte auf einer Glaseinheit unterbringen und dabei einen schnellen Datenzugriff ermöglichen. Als Ersatz für Festplatten oder Blu-Rays taugt das Ganze allerdings weniger. Denn das Schreiben erfolgt mit weniger als einem Megabyte pro Sekunde. Damit bietet sich das Ganze ausschließlich für Szenarien an, in denen Daten einmal gespeichert und dann etliche Male ausgelesen werden müssen. Interessant könnte das bei Rechenzentren sein.

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Ab 2027 könnte Microsoft das Ganze bereits probeweise in eigenen Rechenzentren nutzen. Eine breitere Verfügbarkeit ist aber in diesem Jahrzehnt nicht mehr zu erwarten. Eine eventuelle Verfügbarkeit für den Durchschnittsnutzer wird frühestens 2035 angepeilt, so dafür denn überhaupt eine Nachfrage besteht. Denn schon heute verlieren physische Datenträger aufgrund der Cloud-Technologie an Bedeutung. Gespeichert werden muss aber natürlich bei den Cloud-Servern noch immer, und dort könnte Microsoft dann seine Muskeln spielen lassen.

 

Das ist interessant

 

Umsatzsprünge sind durch Project Silica in absehbarer Zeit nicht bei Microsoft zu erwarten. Dennoch handelt es sich um einen interessanten Ansatz, mit dem sich der Software-Gigant wichtige Vorteile für die langfristige Zukunft erkämpfen könnte. Die Archivierung von Daten ist heute für Serverbetreiber eine große Herausforderung, was auch mit hohen Kosten verbunden ist. Gelingt es Microsoft, dafür eine einfachere Alternative auf dem Markt zu platzieren, dürfte es an Nachfrage kaum mangeln.

Das bleibt aber erst einmal eine eher vage Zukunftsvision, von der die Microsoft-Aktie nicht profitieren kann. Am Montag blieb das Papier bei 487,10 US-Dollar hängen und damit auf Abstand zu den Rekordkursen aus dem laufenden Jahr. Diverse KI-Fantasien halten die Kurse bisher auf hohem Niveau, doch im Jahr 2025 machte sich unter den Aktionären mehr Zurückhaltung bemerkbar. Der eine oder andere technologische Durchbruch könnte dabei helfen, wieder etwas mehr Euphorie auszulösen. Insbesondere, wenn sich dabei auch nur entfernt eine Brücke zu KI schlagen lässt, in welcher Form auch immer.

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30.12.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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