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Microsoft legt seine Steuerzahlungen in der EU offen, die sich auf insgesamt 6,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 belaufen

Das meiste Geld überweist Microsoft nach Irland

NTG24 - Microsoft legt seine Steuerzahlungen in der EU offen, die sich auf insgesamt 6,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 belaufen

 

Es geht oft die Behauptung um, dass Tech-Giganten wie Microsoft wenig bis gar keine Steuern zahlen würden, was aber natürlich eine maßlos übertriebene Darstellung ist. Neue Transparenzregeln verlangen nun, dass Steuerzahlungen in der EU offengelegt werden. Dem kommt Microsoft auch nach und wie sich zeigt, überweist der Tech-Gigant Milliarden an die Finanzämter. Ob das auch genug ist und wie das Ganze verteilt ist, darüber dürfte aber mit Sicherheit noch diskutiert werden.

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Zu entnehmen sind die Informationen dem erstmals veröffentlichten „Public Country-by-Country Report“, welcher der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darüber berichteten mehrere Tageszeitungen, unter anderem die „FAZ“. Demnach zahlte Microsoft (US5949181045) im vergangenen Jahr insgesamt 6,3 Milliarden US-Dollar an Körperschaftsteuern in der EU. Gleichmäßig verteilt sind die Zahlungen allerdings nicht einmal ansatzweise. Der Löwenanteil ging nach Irland.

 

 

 

Satte 5,6 Milliarden Dollar überwies Microsoft auf die grüne Insel. Dort arbeiten nach Unternehmensangaben 6.654 Mitarbeiter, welche einen Umsatz von 196 Milliarden Dollar und einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 47,1 Milliarden Dollar erwirtschafteten. Verwiesen wird darauf, dass sich in Irland zentrale Strukturen wie das interne Finanzwesen und vor allem die Gruppe für das Verwalten von geistigem Eigentum befinden würden. Deutschland ist mit 3.471 Mitarbeitern kein kleiner Fisch bei Microsoft. Doch die Umsätze sollen sich hier auf nur 11,68 Milliarden Dollar belaufen haben und der Vorsteuergewinn wird auf 661,2 Millionen Dollar beziffert. An Körperschaftssteuer wurden daher vergleichsweise übersichtliche 174,2 Millionen Dollar bezahlt.

 

Microsoft lässt Frankreich leer ausgehen

 

Das ist allerdings immer noch mehr, als es für die französischen Finanzämter gab. Dort wird sogar ein Minus von 96,4 Millionen Dollar genannt. Microsoft ist sich bewusst darüber, dass daraus nicht das beste Bild entsteht und liefert daher direkt eine Begründung mit. Es handele sich um einen Effekt von einer einmaligen Rückzahlung, da in den vergangenen Jahren zu viele Steuern gezahlt wurden. Insgesamt habe man in den letzten drei Jahren 374 Millionen Dollar an Steuern in Frankreich gezahlt.

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Weltweit zahlte Microsoft nach eigenen Angaben im Jahr 2025 28,7 Milliarden Dollar an Körperschaftssteuern und gehört damit zu den größten Steuerzahlern in der Tech-Branche. Lediglich Apple überwies noch etwas mehr. Dazu kommen freilich noch weitere Abgaben, etwa für Mehrwertsteuern oder Lohnsteuern. Der Fiskus erhält letztlich einiges aus Redmond. Über Höhe und Verteilung wird aber wohl dennoch auch in Zukunft gestritten werden. Für Anleger ist die Meldung derweil keine Überraschung und angesichts der Umsätze aus dem vergangenen Jahr auch keine übermäßige Belastung.

Folgerichtig wurde die Offenlegung von Steuerzahlung mit kaum mehr als einem Schulterzucken quittiert. Die Microsoft-Aktie ließ sich nicht stören und arbeitete am Dienstag immerhin an einer kleinen Erholung. Um 1,2 Prozent ging es für den Titel aufwärts, was den Kurs auf 373,02 Dollar beförderte. Es bleibt jedoch bei einem angeschlagenen Chartbild mit Abschlägen von knapp 23 Prozent seit Jahresbeginn. Steuern sind dabei die geringsten Sorgen der Anteilseigner.

 

Stürmische Zeiten

 

In der Politik wird weiter darüber gestritten, wo genau die Tech-Giganten ihre Steuern eigentlich entrichten sollten. Der nun vorgelegte Bericht wird nichts am Vorwurf ändern, dass dies vor allem dort der Fall wäre, wo die europäischen Hauptsitze gemeldet sind und nicht dort, wo tatsächlich die Umsätze generiert werden. Irland zog US-Konzerne in der Vergangenheit mit ausgesprochen niedrigen Steuern magisch an. Nachdem das Land 2021 einem OECD-Abkommen für globale Mindeststeuern zustimmte, mussten die Abgaben mit einer Reform im Jahr 2024 allerdings erhöht werden.

Für Unternehmen sowie Anleger bleiben die Steuern, ganz gleich wo sie nun gezahlt werden, ein mildes Ärgernis. Für die Aktionäre ist es vor allem ein Posten, mit dem sich fest rechnen lässt. Hinschauen werden die Märkte aber sehr genau bei der Frage, ob die Politik mit irgendwelchen Maßnahmen die Belastungen noch erhöhen könnte. Genügend Ideen dazu gibt es in den Parlamenten schließlich.

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01.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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