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Microsoft könnte wieder exklusiver werden, Nintendo bleibt damit sehr erfolgreich, Ubisoft setzt alles auf eine Karte und Sony dreht weiter an der Preisschraube

Entwicklung der Games-Branche in schwierigen Zeiten

NTG24 - Microsoft könnte wieder exklusiver werden, Nintendo bleibt damit sehr erfolgreich, Ubisoft setzt alles auf eine Karte und Sony dreht weiter an der Preisschraube

 

Während die KI-Branche in eine neue Boom-Phase eintritt, herrscht im einst rasant wachsenden Gaming-Markt Flaute. Geprägt ist das derzeitige Umfeld von eher mauen Absatzzahlen, Studioschließungen und Massenentlassungen. Damit gehen die Unternehmen unterschiedlich um, was auch an deren zuweilen vollkommen unterschiedlicher Ausgangslage liegt.

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Würde Microsoft (US5949181045) nur aus der Xbox-Sparte bestehen, so wäre das Unternehmen dieser Tage vermutlich in einer der größten Krise seiner Geschichte. Die Konsolen verkaufen sich nur noch äußerst schleppend. Verantwortlich dafür dürfte weniger die Hardware sein, sondern viel mehr das Spieleangebot. Von exklusiven Spielen verabschiedete sich Microsoft. Was auch immer für die Xbox erhältlich ist, kann heutzutage auch auf dem PC, häufig sogar auf der PlayStation gespielt werden.

 

 

 

Die neue Xbox-Chefin Asha Sharma scheint diesen Ansatz aber überdenken zu wollen. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Exklusivität, Zeitfenster und auch KI bei Microsoft-Spielen neu überdacht werden sollen. Entscheidungen wurden allerdings noch nicht getroffen. Leisten kann sich der Software-Gigant das eine oder andere Experiment. Dank sprudelnder Einnahmen aus anderen Branchen fallen maue Zahlen aus dem Games-Segment nicht weiter auf. An der Börse tröstet die Hoffnung auf eine strahlende KI-Zukunft.

 

Nintendo geht seinen eigenen Weg

 

Damit kann Nintendo (JP3756600007) zwar nicht dienen, zeigt dafür aber umso erfolgreicher, wie gut eine Exklusiv-Strategie aufgehen kann. Die Switch 2 hat diverse Verkaufsrekorde gebrochen und kürzlich landete Nintendo mit „Pokopia“ einen Überraschungserfolg. Der ehemalige Präsident von Nintendo of America, Reggie Fils-Aimé, gab nun in einem Gastauftritt an der New York University einen Einblick dazu, wie man in Kyoto tickt.

Demnach setze Nintendo enorm viel Wert auf Qualität und strebe stets an, ein fertiges Produkt zu veröffentlichen. Es gebe kein Day-One-Update, welches stundenlang dauert oder dergleichen. Den Grundstein für diese Firmenpolitik habe bereits der verstorbene CEO Satoru Iwata gelegt. Dank der hohen Qualität kann Nintendo auch erfolgreich die Preise und damit den Wert der eigenen Spiele stabil halten. Anderswo gibt es wenige Monate nach Release enorme Rabatte. Ein „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ hingegen kostet heute noch so viel wie vor neun Jahren. Das stört die Anleger weniger und trotz einer sichtlichen Korrektur in den letzten Monaten beschreibt die Nintendo-Aktie im langfristigen Chart eine klare Aufwärtskurve.

 

Ubisoft: Alles oder nichts?

 

Einen ähnlichen Erfolg wie Zelda oder Pokémon könnte die französische Spieleschmiede Ubisoft (FR0000054470) dringend gebrauchen. Die Flaute in der Branche ist bei kaum einer Aktie so deutlich zu sehen wie hier. In den letzten zwölf Monaten hat der Kurs sich mehr als halbiert und im 5-Jahres-Vergleich rauschte der Kurs sogar um rund 90 Prozent in die Tiefe. Richten sollen es Einsparungen und im Sommer der Blockbuster „Assassin’s Creed: Black Flag Resynced“. Dabei handelt es sich um ein Remake eines der beliebtesten Serienteile.

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Im Vorfeld scheinen die Spiele davon durchaus angetan zu sein. Doch hat Ubisoft ansonsten kaum Pfeile im Köcher. Umso wichtiger wird nun werden, dass der Konzern endlich wieder einen großen Erfolg feiern kann. Die Anteilseigner sind davon noch lange nicht überzeugt. Große Investoren machen Druck, den Wert durch einen Verkauf oder einen Rückzug von der Börse zu erhöhen.

 

Sony: Darf’s ein bisschen mehr sein?

 

Sony (JP3435000009) steht noch recht solide da mit seiner PlayStation 5, deren Absatzzahlen mittlerweile bei über 90 Millionen Einheiten liegen. Allerdings sorgt man sich an der Börse darum, dass das Tempo bei den Verkäufen schwer nachlassen dürfte. Denn die Preise hat Sony nun schon mehrfach erhöht. Zuletzt zogen die Verkaufspreise bei wiederaufbereiteten Konsolen an. Der japanische Elektronik- und Entertainment-Riese reagiert damit auf rasante Kostensteigerungen insbesondere bei Speicherchips.

Die PlayStation 5 ist mittlerweile ein ganzes Stück teurer als zum Release im Jahr 2020, was in der Branche ein absolutes Novum ist. Die Anleger zweifeln an weiteren Wachstumsimpulsen und auch der anstehende Release von „GTA 6“ im November scheint darüber nicht hinwegtrösten zu können. Da die PlayStation eines der größten Standbeine von Sony ist, ging es mit dem Aktienkurs seit Jahresbeginn bereits um 24 Prozent in die Tiefe. Am Wochenende lag der Kurs noch bei 17,07 Euro und damit nicht weit entfernt vom 52-Wochen-Tief bei 16,50 Euro.

 

Es scheint nicht einfacher zu werden

 

Zwar werden in der Games-Branche noch immer Milliardenumsätze erzielt. Doch Konsumflaute und Speicherkrise sind nicht zu übersehen und an der Börse fällt die Hoffnung auf einen Turnaround ausgesprochen gering aus. Selbst wenn es mal Erfolge zu sehen gibt, scheinen jene unter den vielen Sorgen dieser Tage ein wenig unterzugehen. Ob sich darauf Warnsignale oder vielleicht Einstiegschancen ergeben, das kann momentan nur jeder für sich selbst entscheiden.

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04.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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