Shell stabilisiert sich mit guten Aussichten, ExxonMobil kämpft mit geringerer Förderung und Tesla überzeugt nicht jeden – BÖRSE TO GO
Eine eher brüchige Waffenruhe sorgt für Turbulenzen an den Märkten
Kurz vor knapp ließen die USA und Israel sich auf eine Waffenruhe mit dem Iran ein, was die Märkte direkt mit einer kräftigen Erholung quittierten. Nun soll in Pakistan im Laufe der nächsten Wochen über eine dauerhafte Lösung diskutiert werden. Allerdings zeigt die Waffenruhe sich nach nicht einmal 24 Stunden bereits als brüchig. Der Iran wirft Israel vor, gegen jene zu verstoßen und ließ mitteilen, die Straße von Hormus schon wieder geschlossen zu haben.
Im regulären Handel stand aber erst einmal die Aussicht auf Frieden im Vordergrund. Die Ölpreise gaben daraufhin deutlich nach und entwickelten sich in den frühen Morgenstunden bereits in Richtung 90 US-Dollar je Barrel. Im späteren Verlauf pendelte sich das Ganze bei rund 95 Dollar ein und damit weiterhin deutlich unter den Kursen vom Vortag. Das ließ den Dow Jones um 2,9 Prozent bis auf 47.910 Punkte in die Höhe springen.
Auf den asiatischen Märkten fiel die Freude nachvollziehbarer Weise noch etwas größer aus. Der Kontinent ist schwer abhängig von Öllieferungen durch die Straße von Hormus. Obschon bislang wohl kaum Schiffe die Meerenge tatsächlich passierten, reichte die Aussicht auf eine Rückkehr zur Normalität aus, um den Hang Seng um 3,1 Prozent bis auf 25.893 Punkte in Richtung Norden zu befördern. In Tokio schoss der Nikkei 225 sogar um satte 5,4 Prozent auf 56.308 Punkte aufwärts.
Auch in Europa herrschte ausgelassene Stimmung. Der DAX überzeugte mit Aufschlägen von 5,1 Prozent und konnte damit die Marke bei 24.000 Punkten wieder hinter sich lassen. Zu Handelsschluss standen 24.080 Punkte auf dem Ticker und damit satte 1.159 Punkte mehr als noch tags zuvor. Gehofft wird darauf, dass es nun doch noch eine etwas größere Erholung der Konjunktur geben könnte.
Shell lockt mit guten Aussichten
Auf der Verliererseite landeten die Aktien der großen Ölkonzerne. Mit der Aktie von Shell (GB00BP6MXD84) ging es beispielsweise zeitweise um rund zehn Prozent abwärts. Auskontern konnte Shell das Ganze aber ein wenig mit einem Update zu den Zahlen für das erste Quartal. Erwartet wird ein deutlich besseres Ergebnis dank starken Geschäften beim Vertrieb und an den Tankstellen. Der Aktienkurs pendelte sich letztlich bei 39,09 Euro ein und landete damit „nur“ 4,2 Prozent tiefer als zu Handelsschluss am Dienstag.
ExxonMobil kämpft mit Rückgängen
Auch ExxonMobil (US30231G1022) meldete sich zu Wort, allerdings mit deutlich weniger erfreulichen Neuigkeiten. Der US-amerikanische Mineralölkonzern warnte vor merklichen Produktionsrückgängen bei LNG als Folge des Irankriegs. Selbst nach der Waffenruhe wird die Produktion wohl noch leiden, da die Reparatur von Schäden bei einer Flüssiggasanlage in Katar wohl noch eine ganze Weile in Anspruch nehmen wird. Im ersten Quartal fielen laut Unternehmensangaben sechs Prozent der Förderung aus. Das führte dann doch zu etwas Verunsicherung und der Aktienkurs ging um 4,7 Prozent bis auf 156,22 Dollar zurück.
Tesla: Hopp oder top?
Bessere Zeiten erlebte das Tech-Segment, wo die Börsianer fleißig Verluste aufsammelten und wieder auf steigende Kurse setzten. Anfangs konnte davon auch die Aktie von Tesla (US88160R1014) profitieren. Allerdings dämpften negative Analystenkommentare die Stimmung etwas. JPMorgan senkte seine Erwartungen aufgrund eines Rekordanstiegs bei nicht verkauften Autos und Auslieferungszahlen aus dem ersten Quartal, welche trotz Zugewinnen nicht die Erwartungen der Märkte erfüllen konnten. Da trösteten auch weitere Zukäufe von Star-Investorin Cathie Wood nicht weiter. Die Tesla-Aktie fiel um knapp ein Prozent auf 343,25 Dollar zurück.
Tagestermine
Neue Konsumdaten aus den USA werden heute am Nachmittag erwartet und dürften mit Spannung verfolgt werden. Die größte Aufmerksamkeit richtet sich jedoch nach wie vor auf den Nahen Osten und auf die Frage, ob die vereinbarte Waffenruhe sich als stabil erweisen mag. Langsam startet auch wieder die nächste Berichtssaison mit Ergebnissen von OMV und bei Dow sowie AstraZeneca und Nokia stehen Hauptversammlungen an.
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09.04.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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