Shell freut sich über hohe Öl- und Gaspreise, ArcelorMittal erfreut die Analysten und Starbucks wird noch mutiger – BÖRSE TO GO
Gute Zahlen kontern geopolitische Unsicherheiten
Der Krieg im Nahen Osten bleibt an den Märkten ein zentrales Thema, was zusammen mit anhaltend hohen Zinsen merklich auf die Stimmung drückt. Dennoch konnten die Börsen sich am Donnerstag weitgehend stabil zeigen und zum Teil sogar wieder in den Erholungsmodus wechseln. Zu verdanken ist dies einer bisher sehr freundlichen Berichtssaison.
Der DAX erwies sich bereits am Mittwoch in einem eher schwachen Handelsumfeld widerstandsfähig, nachdem die Deutsche Bank und Rheinmetall mit guten Ergebnissen punkten konnten. Gestern gab es einen solchen Luxus zwar nicht. Dennoch ging es mit dem Punktestand um 0,6 Prozent auf 25.612 Zähler aufwärts. Eine wieder höhere Inflation steckten die Bullen dank Wachstumssignalen aus der Konjunktur letztlich weg.
Der Dow Jones konnte sich nach den letzten Rückschlägen wieder etwas erholen und den Punktestand um 1,2 Prozent bis auf 52.208 Zähler verbessern. Das sieht im ersten Moment gut aus, kommt aber mit einigen Vorbehalten daher. Rund die Hälfte der Zugewinne waren auf Microsoft zurückzuführen. Abseits davon gab es nur vereinzelte Lichtblicke und es ließ sich noch immer eine eher angespannte Stimmung feststellen.
In Asien taumelte der Kospi in Südkorea erneut, obschon Samsung Rekordzahlen meldete und SK Hynix sich wieder etwas erholen konnte. Der Index gab letztlich um 1,2 Prozent auf 5.594 Punkte nach. Der Nikkei 225 verbesserte sich nur unwesentlich um 0,7 Prozent. In Hongkong setzte dafür der Hang Seng seinen positiven Trend nur langsam mit Aufschlägen von 0,2 Prozent fort, verteidigte damit aber ein hohes Niveau. Die Märkte scheinen aufgrund niedriger Kurse und spürbaren Fortschritten bei Chipfertigung und KI mehr und mehr Chancen im Reich der Mitte zu entdecken.
Shell macht Kasse
Der Irankrieg sorgt an den Märkten normalerweise für Kopfschmerzen aufgrund der Kapriolen bei den Ölpreisen. Für Shell (GB00BP6MXD84) haben sich höhere Öl- und Gaspreise im vergangenen Quartal allerdings ausgezahlt. Der Mineralölkonzern meldete einen Gewinn in Höhe von 9,8 Milliarden US-Dollar und damit 42 Prozent mehr als im vorherigen Quartal. Produktionsausfälle konnten durch üppigere Margen mehr als ausgeglichen werden. Die Aktie reagierte zunächst mit deutlichen Gewinnen, die sich im späteren Verlauf aber schon wieder weitgehend auflösten. Zu Handelsschluss reichte es für 38,91 Euro und damit nur 0,2 Prozent mehr als tags zuvor.
ArcelorMittal: Besser als erwartet
Für den Stahlkonzern ArcelorMittal (LU1598757687) sind hohe Ölpreise eher ein Belastungsfaktor. Umso erfreuter dürften die Aktionäre darüber gewesen sein, dass im vergangenen Quartal die Ergebnisse letztlich höher als erwartet ausfielen. Das Ebitda legte bis auf 2,06 Milliarden Dollar zu und übertrag damit die Konsensschätzung, welche sich lediglich auf 2,01 Milliarden Dollar belief. Zu verdanken ist das starke Abschneiden zu nicht unwesentlichen Teilen Schutzmaßnahmen der EU. Die chinesische Konkurrenz hat es in hiesigen Gefilden mittlerweile etwas schwerer.
Starbucks erhöht erneut die Prognose
Bei Starbucks (US8552441094) liegt die letzte Krise noch nicht allzu lange in der Vergangenheit. Seit zwei Jahren allerdings arbeitet die Kaffeehauskette an einer Neuaufstellung, was nun Früchte zu tragen scheint. In die Zukunft blicken die Verantwortlichen immer optimistischer. Die Prognose wurde bereits zum zweiten Mal nach oben korrigiert. Sowohl Umsätze als auch Gewinne sollen besser als bisher gedacht ausfallen. Das lockt die Käufer an, welche die Aktie um 1,6 Prozent auf 105,85 Dollar emporhoben.
Tagestermine
Nachdem gestern Europa und die USA wichtige Impulse lieferten, richten die Blicke sich vor dem Wochenende vermutlich verstärkt nach Asien. Dort steht die nächste Zinsentscheidung der Bank of Japan zusammen mit neuen Daten zum Verbraucherpreisindex an. Langeweile kommt allerdings auch im Westen nicht auf. Dort stehen einige weitere Quartalszahlen an, unter anderem von Hensoldt, Leonardo, Moderna und OMV.
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31.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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