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Nordex, Siemens Energy, Plug Power, Ballard Power, JinkoSolar – Wieso performen die deutschen Titel nicht so wie die Konkurrenz?

Aktie von Siemens Energy weiter unter Druck

NTG24 - Nordex, Siemens Energy, Plug Power, Ballard Power, JinkoSolar – Wieso performen die deutschen Titel nicht so wie die Konkurrenz?

 

Während in der letzten Handelswoche die Aktien der Titel im Sektor der erneuerbaren Energien mit einer starken Performance begeistern konnten, kommt der Sektor in Deutschland nicht richtig in Fahrt. Doch was sind die Gründe dafür?

Die Aktie von Plug Power (US72919P2020) gewann 7,80 % dazu, die Aktie von Ballard Power (CA0585861085) 7,84 % und der Solarmodulhersteller JinkoSolar (US47759T1007) stieg sogar um 10 % in der vergangenen Handelswoche. Verglichen mit dieser Kursperformance enttäuschten die deutschen Titel im Sektor der erneuerbaren Energien hingegen. Die Aktie von Siemens Energy (DE000ENER6Y0) befindet sich nun schon seit Mitte Januar in einer Abwärtsbewegung und schaffte es nicht, diese nachhaltig zu durchbrechen. Auch die Aktie des Windkraftanlagenherstellers Nordex (DE000A0D6554) kann trotz einer Fülle an neuen Aufträgen noch nicht wirklich überzeugen. Die Gründe für die Schwäche der Aktien haben sowohl fundamentale als auch politische Gründe.

 

Siemens Energy fundamental zu schwach

 

Der weltweit tätige Industriekonzern ist im Energiesektor tätig und spaltete sich erst im September 2020 vom Mutterkonzern Siemens ab. Siemens Energy ist entlang der gesamten Energiewertschöpfungskette aktiv und transformiert seit mehreren Jahren die Geschäftstätigkeit. So wurde die Beteiligung an dem Windkraftanlagenhersteller Siemens Gamesa (ES0143416115) schrittweise bis auf 67 % ausgebaut und erste Projekt für die Energiegewinnung mittels Wasserstoff als Energieträger gestartet. Die Umbaupläne sind kapitalintensiv und langwierig. Doch aus operativer Sicht ist der Schritt weg von den alten Dieselaggregaten hin zu modernen Technologien unter Verwendung erneuerbarer Ressourcen absolut notwendig.

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Werbebanner Trading SeminarNach dem Spin-Off vom Mutterkonzern entwickelte sich der Aktienkurs mit einer Kursperformance von 15 % zwar gut, doch seit Beginn des Jahres stellte sich eine Korrekturbewegung ein. Diese konnte auch durch kleine Rebounds nicht nachhaltig gebrochen werden, sodass sich der Kurs um den wichtigen Widerstand rund um die 25 € Grenze einpendelt. Im letzten Monat sank die Aktie um gut 10 % und notiert nun deutlich entfernt von dem 52-Wochen-Hoch bei 25,36 €.

Das Problem von Siemens Energy ist die Stagnation des Umsatzwachstums. Dadurch, dass der Anteil der fossilen Energieträger weiter 60 % des Umsatzes aus macht und der Umsatz mit erneuerbaren Energien nur schrittweise gesteigert werden konnte, stagnierte die Umsatzentwicklung zuletzt. Auch in den nächsten Jahren ist nur mit einem einstelligen Umsatzwachstum zu rechnen. Dies wirkt sich auch zunehmend auf den operativen Gewinn aus. Durch die Corona-Pandemie und die hohen Investitionskosten sank man 2020 sogar in die roten Zahlen. Auch die Gewinnmarge von 4 % ist viel zu niedrig, um sich langfristig im Markt durchsetzen zu können.

Aufgrund der operativen Schwäche ist der Mutterkonzern Siemens (DE0007236101) wohl die bessere Wahl für Investoren. Siemens setzt als Vorreiter in Sachen Digitalisierung und einem breit diversifizierten Produktportfolio neue Industriestandards.

 

Nordex mit Auftragsplus

 

Das brasilianische Energieunternehmen AES Brasil hat den deutschen Windkraftanlagenhersteller Nordex mit der Errichtung von 55 Windturbinen beauftragt. Die 55 Windturbinen haben eine Systemleistung von 313,5 Megawatt und werden im Windpark in Cajuina errichtet. Nordex soll zudem den Service über 5 Jahre mit Verlängerungsoption auf bis zu 20 Jahre stellen. Der Standort zeichnet sich durch einen hohen Kapazitätsfaktor und konstante Winde aus. Kurz vor dem Abschluss steht auch der Vertrag mit dem australischen Unternehmen Acciona Energia. Konkret geht es um die Lieferung von 180 Windkraftanlagen. Der Auftrag hat ein Gesamtvolumen vergleichbar mit dem Auftragseingang im gesamten 1. Quartal 2021. Dieses ist allerdings auch rund 25 % schlechter ausgefallen als das Vorjahresquartal, da die Corona-Pandemie weiterhin als Risikofaktor gilt. Allerdings ging die Nachfrage im gesamten Sektor leicht zurück. Dies drückte zusätzlich das operative Ergebnis, sodass Nordex noch weiter in die roten Zahlen gerutscht ist.

Nordex gab bekannt, dass viele Geschäftsprozesse in Anbetracht der Pandemie in ihrer Effizienz weiterhin beeinträchtigt seien und verzögert ablaufen würden. Die Windkraftbranche leidet zudem seit Ende der Subventionszahlungen von europäischen Staaten unter dem Wettbewerb und dem dadurch verbundenen Preisdruck.

Der Kurs von Nordex befand sich zuletzt stark unter Druck. Zwar wurde das schwache operative Geschäft zusätzlich durch kritische Aussagen des Managements belastet, doch die Profitabilitätsziele seien geblieben. Damit dürfte die Verkaufswelle als übertrieben angesehen werden. Zumal aufgrund des Klimawandels die erneuerbaren Energien weiter ausgebaut werden müssten, was in einem deutlichem Umsatzwachstum resultieren wird und den Kurs zusätzlich Rückenwind verschaffen sollte.

 

27.06.2021 - Felix Eisenhauer - fe@ntg24.de

 

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  • - 28.06.2021 13:37:20 Uhr


 

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