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Novo Nordisk und Hims & Hers raufen sich zusammen, Eli Lilly kooperiert mit der WHO, Roche und Partner enttäuschen die Börsen

Neue und alte Allianzen auf dem Markt für Abnehmmedikamente

NTG24 - Novo Nordisk und Hims & Hers raufen sich zusammen, Eli Lilly kooperiert mit der WHO, Roche und Partner enttäuschen die Börsen

 

Der Markt um Abnehmmedikamente füllt sich mit immer mehr (potenziellen) Teilnehmern, welche nach einem Stück von einem wachsenden Kuchen lechzen. Längst vorbei sind die Zeiten, in denen Novo Nordisk mit Wegovy dank überlegender Wirksamkeit ein faktisches Monopol innehatte. Die zunehmende Konkurrenz führt dazu, dass sich Allianzen formen und Streitigkeiten schon mal schnell beigelegt werden können.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeDas beste Beispiel dafür liefert dieser Tage Novo Nordisk (DK0062498333) selbst. Vergangenen Monat verklagte der dänische Konzern noch den Telemedizin-Anbieter Hims & Hers, nachdem jener die Markteinführung einer eigenen Abnehmpille unter offensichtlicher Missachtung von Novos Patenten ankündigte. Nach einer Rüge durch die FDA wurden die Pläne wieder gestrichen und nun scheint man sich wieder zusammenraufen zu können.

 

 

 

In Zukunft will Novo Nordisk seine Medikamente zur Gewichtsreduktion über die Kanäle von Hims & Hers anbieten, berichtet die Nachrichtenagentur „Bloomberg“. Schon am morgigen Montag soll die Partnerschaft laut Insidern offiziell enthüllt werden. Die Unternehmen halten sich bisher noch etwas zurück in Bezug auf die Berichte. Ein Sprecher von Novo Nordisk ließ aber wissen, stets m Dialog mit anderen Firmen zu sein, welche den Zugang von Patienten zu zugelassenen Medikamenten verbessern könnten.

 

Hims & Hers hebt ab

 

Hims & Hers (US4330001060) äußerte sich zu der Thematik derweil nicht, profitierte aber dennoch sehr viel mehr als der (mutmaßliche) Partner. Die Aktie schoss am Freitag nachbörslich um knapp 40 Prozent in die Höhe und peilte damit einen Kurs von 22 US-Dollar an. Für das angeschlagene Unternehmen scheint sich wieder ein Hoffnungsschimmer zu ergeben.

Im vergangenen Jahr stürzte die Hims & Hers-Aktie noch im hohen Tempo ab, nachdem die Knappheit bei Abnehmmedikamenten für beendet erklärt wurde, die Praxis des Compounding nicht länger gefragt war und Novo Nordisk genau dagegen sogar gerichtlich vorging. Gekrönt wurde dies dann auch noch von mauen Quartalszahlen mit einem schwachen Ausblick. Hims & Hers ist ein wesentlicher Umsatztreiber weggefallen. Zu alter Stärke zurückkehren wird man auch mit der neuen Partnerschaft eher nicht. Das Ende der Streitigkeiten sorgt aber zumindest für kleinere Risiken.

 

Eli Lilly kooperiert mit WHO-Stiftung

 

Auch die Novo Nordisk-Aktie hat schon bessere Tage erlebt. Verantwortlich für Korrekturen dort ist in erster Linie der US-Konkurrent Eli Lilly (US5324571083), der sich auf dem wichtigen US-Markt kontinuierlich Marktanteile einverleibt hat. Die Verantwortlichen möchten natürlich, dass es in diesem Stil weitergeht und sind nicht untätig bei dem Vorhaben, ihre Medikamente möglichst vielen Menschen zur Verfügung zu stellen.

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Werbebanner EMH PM TradeAngekündigt wurde jüngst eine Zusammenarbeit mit der WHO-Stiftung. Jene soll sich damit beschäftigen, die Bewertung und Stärkung von Gesundheitssystemen für die Prävention und Versorgung von Patienten mit Adipositas zu verbessern. Eli Lilly steuert dafür bis zum Jahr 2029 1,68 Millionen US-Dollar bei. Das ist für den Konzern eine überschaubare Summe und auch wenn die WHO-Stiftung nicht für einen bestimmten Hersteller die Werbetrommel rühren wird, so könnten deren Anstrengungen dem Markt insgesamt doch weiterhelfen. Behält Eli Lilly dabei seine Marktanteile oder baut sie weiter aus, soll es dem Aktienkurs nicht schaden.

 

Rückschlag für Roche?

 

Im Wettbewerb wird Eli Lilly in Zukunft allerdings nicht nur mit Novo Nordisk stehen. Die nächsten Pharmakonzerne bringen sich bereits in Stellung. Schon seit Längerem arbeitet Roche (CH0012032048) unter Hochdruck an einem eigenen Abnehmmedikament, musste dabei aber zuletzt einen Rückschlag verkraften. In einer Phase-2-Studie enttäuschte der Medikamentenkandidat Petrelintid des Partners Zealand Pharma mit einem Gewichtsverlust von 10,7 Prozent in der 42. Behandlungswoche. Das liegt zwar ungefähr auf dem Niveau der Konkurrenz, doch Analysten hatten sich mehr erhofft.

Ganz abgeschrieben wurde das Projekt allerdings noch nicht. Als Monotherapie scheint das Ganze keine Bäume auszureißen. In Kombination mit einem weiteren Wirkstoff könnte die Angelegenheit aber schon wieder anders aussehen. Studien dazu sind für das zweite Halbjahr geplant. Die Aussicht auf Abnehmmedikamente sind durchaus ein Faktor dafür, dass die Roche-Aktie sich in den letzten Monaten positiv entwickelte und auch die sentimentbedingten Rückschläge aus dieser Woche letztlich noch ohne Auswirkungen auf den generellen Charttrend verkraften konnte.

 

Weniger ist mehr

 

Der Markt um Abnehmmedikamente wächst kontinuierlich weiter und die Erfolge der Unternehmen sind umso größer, je mehr abgenommen wird. Was die Patienten an Körpergewicht verlieren, wird gerne beim Aktienkurs aufgeschlagen. Allerdings befindet sich der Markt auch im stetigen Wandel und wird von immer mehr Konzernen beackert. Um sich für die Zukunft aufzustellen, ist die eine oder andere Kooperation da mit Sicherheit nicht die schlechteste Idee.

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08.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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