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Nach einer enttäuschenden Entwicklung an der Börse will die Porsche SE mit mehr Diversifizierung zurück auf Wachstumskurs

Porsche SE will sich zu einer diversifizierten Investitionsplattform wandeln

NTG24 - Nach einer enttäuschenden Entwicklung an der Börse will die Porsche SE mit mehr Diversifizierung zurück auf Wachstumskurs

 

Die Schwäche von Volkswagen und der Porsche AG ging an der Holding Porsche SE nicht spurlos vorbei. Herbe Enttäuschungen bei den Bilanzen der beiden größten und wichtigsten Beteiligungen trieben die Aktienkurse in die Tiefe. Am Donnerstag notierte die Porsche SE-Aktie bei noch 29,76 Euro und damit knapp 70 Prozent tiefer als vor fünf Jahren.

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Es dürfte keine Überraschung sein, dass die Aktionäre der Porsche SE (DE000PAH0038) mit einer derartigen Performance wenig zufrieden sind. Es werden Wachstumssignale vermisst, welche der Automobilsektor momentan allerdings kaum versprechen kann. Genau deshalb will sich die Holding für die Zukunft auch neu aufstellen. Bei der Hauptversammlung kündigte Vorstandschef Hans Dieter Pötsch in seiner Rede an, die Porsche SE zu einer „diversifizierten Investitionsplattform“ umbauen zu wollen.

 

 

 

Investiert werden soll also zunehmend in Unternehmen abseits von VW und Porsche AG. In der Vergangenheit gab es bereits den einen oder anderen Schritt in diese Richtung. Beteiligt ist man etwa am Drohnenhersteller Quantum Systems, was im vergangenen Jahr erhebliche Gewinne zur Bilanz beitragen konnte. Nach eigenen Angaben hat die Porsche SE mittlerweile sechs Unternehmen im Portfolio, deren Bewertung oberhalb von einer Milliarde Euro liegt.

 

Porsche SE setzt auf Verteidigung

 

Für das laufende Jahr stellte die Porsche SE weitere Investitionen in Aussicht. Konkrete Details dazu wurden zwar nicht genannt. Doch erkennbar ist, dass der Verteidigungssektor wohl weiter im Fokus stehen soll. Dort identifiziert Pötsch ein „erhebliches Wachstums- und Innovationspotenzial“. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, steckte das Unternehmen im März bereits 100 Millionen Euro in einen sogenannten „Defense Fund“ von DTCP. Pötsch begründet solche und andere Vorhaben damit, dass Souveränität nicht vom Wohlwollen anderer abhängen dürfe.

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Werbebanner Speed Monkeys - Tesla Tuning EssenLetztlich lautet die Strategie auch darauf, die Abhängigkeit von Volkswagen und Porsche AG zu verringern. Dort sind Absatzzahlen und Margen brutal eingebrochen und niemand, nicht einmal die Unternehmen selbst, rechnen in absehbarer Zeit mit einer Rückkehr zu alter Stärke. Die Porsche AG meldete im vergangenen Geschäftsjahr noch einen Nettogewinn von 310 Millionen Euro. In den besten Zeiten war es mehr als das Zehnfache. Bei Volkswagen sind die Margen in schmerzhafte Regionen abgerutscht und die Quartalszahlen sorgen regelmäßig für Enttäuschung.

Die Porsche SE steht bisher noch besser da, weil hohe Abschreibungen der Beteiligungen sich in der eigenen Bilanz nicht bemerkbar machen und zudem Steuerverbindlichkeiten abgebaut werden konnten. Der Gewinnrückgang wirkt daher im direkten Vergleich zu VW und Porsche AG mit acht Prozent vergleichsweise milde. Wachstumssignale konnten allerdings auch schon seit einer Weile nicht mehr ausgesendet werden. Genau das soll sich nun wohl mit einer neuen Strategie ändern, was den Anlegern nur recht wäre.

 

Ungünstiges Timing

 

So richtig überzeugt scheinen die Aktionäre von einer nachhaltigen Trendwende aber nicht zu sein. Die Porsche SE-Aktie tut sich weiterhin schwer und gab im frühen Handel am Freitag deutlich nach. Nach Abschlägen von rund fünf Prozent wurde heute sogar ein neues 52-Wochen-Tief bei 28,25 Euro markiert. Das könnte auch damit zu tun haben, dass der stärkere Fokus auf Rüstung zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt kommuniziert wurde.

Das Segment steht seit einer Weile unter Druck und die hohen Bewertungen werden bei nicht wenigen Unternehmen mit einer Prise Skepsis betrachtet. Daraus erwächst ein wenig das Risiko, dass die Porsche SE bei neuen Investitionen vielleicht in ein fallendes Messer greifen könnte. Diese Sorgen der Börsen stehen allerdings im krassen Gegensatz zu den Einschätzungen von Analysten, die für die Rüstungsbranche weiterhin einen klaren Wachstumspfad vorhersagen. Ob sie damit auch recht behalten werden, das kann aber letztlich nur die Zeit zeigen.

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26.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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