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Rheinmetall rudert zurück, SAP muss tief in die Tasche greifen, Verschnaufpause bei Novo Nordisk und Micron kommt ins Visier von Shortsellern

Auch an guten Börsentagen gibt es nicht nur Gewinner

NTG24 - Rheinmetall rudert zurück, SAP muss tief in die Tasche greifen, Verschnaufpause bei Novo Nordisk und Micron kommt ins Visier von Shortsellern

 

Die Börsen verabschiedeten sich am Freitag weitgehend gutgelaunt ins Wochenende. Auf breiter Front herrschte regelrecht Aufbruchstimmung. Besonders an den hiesigen Märkten ging es nach den Reformplänen der Bundesregierung steil aufwärts. Allerdings gab es dennoch auch genügend Verlierer zu sehen, bei denen die Börsianer offenbar weiter ihre Zweifel haben.

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Die Aktie von Rheinmetall (DE0007030009) etwa musste nach ihrer jüngsten Erholung wieder etwas Federn lassen und wertete um 1,9 Prozent auf noch 1.093,40 Euro ab. In den Knochen steckt vielen Anlegern noch immer der Verlust des Fregatten-Projekts F126. Zwischenzeitlich konnte der Rüstungskonzern zwar andere Aufträge melden, was den Rückschlag aber nicht kompensieren kann. Genau das wurde am Donnerstag von Rheinmetall selbst bestätigt.

 

 

 

Das Unternehmen ließ mitteilen, dass im zweiten Quartal das Ziel eines Auftragsvolumens von 20 Milliarden Euro wohl nicht länger erreicht werden kann. Angepeilt wird stattdessen noch ein niedriges zweistelliges Milliarden-Euro-Niveau. Immerhin soll das Umsatzwachstum aber nach wie vor bei über 60 Prozent liegen. Da aber Auswirkungen auf die Jahresprognose noch geprüft werden müssen, verhielten die Anleger sich sehr zurückhaltend.

 

SAP bleibt im Kurskeller

 

Mit Abschlägen von 1,5 Prozent zählte auch SAP (DE0007164600) zu den Verlierern am Freitag und ein Ausweg aus dem Kurskeller scheint sich immer noch nicht abzuzeichnen. Der Abstand zum 52-Wochen-Tief bei 130,62 Euro bleibt sehr überschaubar. An den Gründen dafür hat sich nichts verändert. Die Anteilseigner fürchten um den Einfluss von KI auf das klassische Software-Geschäft. SAP stemmt sich mit hohen Investitionen dagegen und will von KI letztlich profitieren, sorgt damit momentan aber nur noch für weitere Zweifel.

Nicht wenige Marktakteure befürchten, dass SAP sich letztlich übernehmen könnte und noch dazu fallen die Blicke auf die kommenden Quartalszahlen aufgrund der Ausgabensituation recht sorgenvoll aus. Da hilft es wenig, dass JPMorgan in einer neuerlichen Studie von der Notwendigkeit weiterer Investitionen spricht. Solche seien notwendig, damit SAP auch h in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt. Herauslesen lässt sich hier die Möglichkeit, dass der deutsche Software-Reise vielleicht auch den Anschluss verpassen könnte. Die negative Lesart scheint derzeit mehr Freunde zu finden.

 

Novo Nordisk wieder schwächer

 

Novo Nordisk (DK0062498333) konnte zuletzt durchaus mit guten Neuigkeiten punkten. Die Wegovy-Pille scheint sich zu einem vollen Erfolg entwickelt zu haben, was an der Börse mit einer ansehnlichen, wenn auch nicht sensationellen Erholung belohnt wurde. Euphorie lässt sich aber noch nicht beobachten. Am Freitag geriet das Papier wieder unter Druck und fiel um 1,4 Prozent auf noch 43,60 Euro zurück. Ein nachhaltiger Ausbruch aus dem übergeordneten Abwärtstrend gelingt weiterhin nicht.

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Auch bei Novo Nordisk spielen Investitionen eine nicht unwichtige Rolle. Doch oftmals können Anleger auf große Erfolge nur hoffen. „Der Aktionär“ erinnerte kürzlich an den Kauf von Corvidia Therapeutics im Jahr 2020, wofür Novo Nordisk 275 Millionen US-Dollar in die Hand nahm. Zusammen mit Meilensteinzahlungen könnten es noch bis zu 2,1 Milliarden Dollar werden. Ein Blockbuster ist daraus bisher nicht hervorgegangen, doch für das dritte Quartal werden frische Studiendaten erwartet. Ob jene gut ankommen mögen oder nicht, steht in den Sternen.

 

Micron im Visier

 

Der Speicherhersteller Micron (US5951121038) hat angesichts der brachial hohen Nachfrage nach Speicherchips mehr als genug Gründe, um seine Investitionen hochzufahren. Allerdings mehrten sich zuletzt die Zweifel daran, ob das Geschäft nicht doch weiterhin zyklisch bleibt und die Party eines Tages wieder vorbei sein könnte. Genau darauf scheint auch der vielbeachtete Investor Michael Burry zu setzen. Burry ist bekannt für seine Wetten gegen den US-Immobilienmarkt, was in „The Big Short“ von Hollywood einst verfilmt wurde.

Nun wettet Burry gegen mehrere Tech-Werte. Bekannt ist schon seit Längerem, dass er auf Korrekturen bei Nvidia setzt. In einem neuen Substack-Beitrag ließ er nun wissen, dass er auch bei Micron auf Kursverluste setzt. Zu einem Kurs von 1.051,87 Dollar hat er sich mit Short-Positionen eingedeckt mit der simplen Begründung, dass ihm die Bewertung etwas übertrieben erscheint. Bisher scheint sich das auszuzahlen. Der Kurs ging am Freitag um 5,5 Prozent auf 975,56 Dollar zurück; auf 5-Tages-Sicht sind Verluste von knapp 20 Prozent zu verzeichnen.

 

Wer hoch fliegt, fällt tief

 

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Werbebanner EMH PM Trade Allen hier genannten Aktien ist eine Sache gemein: vor ihren Korrekturen trieb es sie in teils extrem hohe Gefilde. Es scheint sich aber wieder einmal zu zeigen, dass auch die wildeste Rallye irgendwann zu einem Ende findet. Je höher es zuvor aufwärts ging, desto größer ist dabei dann auch das Potenzial für Korrekturen. Es schadet deshalb nie, selbst bei noch so beeindruckenden Zugewinnen stets mit einer gesunden Portion Skepsis an die Sache heranzugehen.

 

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05.07.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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