Die Absatzzahlen von Tesla in der EU brechen weiter ein und der Aktienkurs folgt diesem Beispiel auf dem Fuße
Tesla kann von steigenden Neuzulassungen von E-Autos nicht profitieren
Die Autoverkäufe in der EU entwickelten sich im Januar überschaubar, mit etwas Wohlwollen lassen dich 830.000 Neuzulassungen als stabil bezeichnen. Festgestellt werden musste ein Minus von 2,6 Prozent, womit die Krise im Segment sich fortzusetzen scheint. Gute Neuigkeiten gibt es aber beim Absatz von E-Autos, der einen ordentlichen Satz in die Höhe machte.
Dies gilt zumindest für die meisten Hersteller. Nachdem Anfang 2024 aufgrund wegfallender Subventionen in einigen Ländern die Absatzzahlen von E-Autos kräftig einbrachen, scheint sich nun eine Erholung einzustellen. Davon kann Tesla (US88160R1014) allerdings nicht einmal ansatzweise profitieren. Stattdessen zeigen Zahlen des Herstellerverbandes Acea, dass hier die Neuzulassungen um etwa die Hälfte bis auf nur noch 7.517 Fahrzeuge zurückgingen. Darüber berichtete unter anderem das „Handelsblatt“.
Es setzt sich damit ein Trend bei Tesla fort, der sich schon seit einer Weile beobachten lässt. Mit ganz so dramatischen Einbrüchen scheinen die Aktionäre aber nicht gerechnet zu haben. Die Reaktion an der Börse fiel mehr als deutlich aus. Um 8,4 Prozent gab die Tesla-Aktie am Dienstag nach und landete dadurch nur noch knapp über der 300-Dollar-Linie. Vor gut einem Monat wurden bei 488 Dollar noch Rekorde geschrieben. Seither ist der Kurs um etwa ein Drittel eingebrochen.
Tesla verliert an Beliebtheit
Insgesamt legten die Zulassungszahlen für reine Elektroautos in der EU im Januar um über 30 Prozent bis auf 124.341 Fahrzeuge zu. Tesla bring es damit auf einen Marktanteil von nicht einmal mehr sechs Prozent. Andere Hersteller scheinen die Kundschaft mehr begeistern zu können. Die Gründe dafür werden von Beobachtern vornehmlich bei zwei Faktoren gesehen: der angestaubten Produktpalette und CEO Elon Musk.
Musk Rolle in der neuen US-Regierung wurde an der Börse zwar zunächst gefeiert. Sein Ansehen in der Öffentlichkeit scheint aber stark gelitten zu haben. Es hat auch nicht geholfen, dass ein von xAI entwickeltes KI-Modell bei der Frage nach den größten Verbreitern von Falschinformationen darauf hinwies, dass es angewiesen wurde, Elon Musk und Donald Trump bei der Beantwortung der Frage nicht zu berücksichtigen. Selbst die von Musks eigenem Unternehmen entwickelte KI scheint sich also über dessen oft fragwürdige Äußerungen bewusst zu sein.
Weitere Hinweise auf die schwindende Popularität liefern Bekundungen von Konzernen und Prominenten, in Zukunft keinen Tesla mehr zu kaufen. Dazu gesellt sich eine wachsende Anzahl kritischer Sticker auf Tesla-Fahrzeugen. Es lässt sich zwar nicht bemessen, welchen Effekt all dies auf die Absatzzahlen hat. Förderlich dürfte es aber kaum sein. Ebenfalls nicht weiter hilft, dass die größten Verkaufsschlager in Form von Model Y und Model 3 nun schon einige Jahre auf dem Buckel haben, während die Konkurrenz immer neue E-Autos auf den Markt bringt und Tesla sowohl technologisch als auch in anderen Belangen abzuhängen scheint.
Das Zukunftsversprechen wird angezweifelt
Selbstverständlich stellt Elon Musk bereits große Neuerungen in Aussicht. Im vergangenen Jahr wurde auch an der Börse die Vorstellung des Cybercab gefeiert und häppchenweise Informationen über ein günstiges Einstiegsmodell trieben die Fantasie ebenfalls an. Doch scheinen die Anleger immer weniger darauf zu vertrauen, dass Tesla damit der große Wurf gelingen wird. Zweifel sind wohl insbesondere bei selbstfahrenden Autos angebracht, gibt Tesla bei der dafür notwendigen Technologie doch längst nicht mehr den Ton an.
Es wäre vorschnell, Tesla schon jetzt abzuschreiben. Doch sind die sinkenden Absatzzahlen in der EU und in China ein klares Warnsignal. Das Unternehmen muss mehr als vage Versprechen abliefern, um die Stimmung an der Börse wieder herumreißen zu können. Bis dahin ist es keine Schande, einen großen Bogen um die Aktie zu machen und nicht ins fallende Messer greifen zu wollen.
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26.02.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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