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Bei Tesla kehrt nach starken Signalen aus China die Kauflaune zurück

Neue Absatzzahlen, gute Nachrichten zum Model Y und die Fantasie rund um autonomes Fahren geben der Aktie wieder Auftrieb

NTG24 - Bei Tesla kehrt nach starken Signalen aus China die Kauflaune zurück

KI-generiertes Symbolbild. Marken dienen der redaktionellen Einordnung.

 

Die Tesla-Aktie zeigte sich gestern in bestechender Form und setzte ihren jüngsten Erholungsversuch eindrucksvoll fort. Anleger fanden gleich mehrere Gründe, um wieder optimistischer auf den Elektroautobauer zu blicken. Starke Daten aus China, ein Sicherheitsmeilenstein beim Model Y und die unverändert große Fantasie rund um autonomes Fahren reichten aus, um die alten Sorgen zumindest für den Moment in den Hintergrund treten zu lassen.

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Tesla (US88160R1014) konnte am Freitag an der Nasdaq um 4,02 Prozent auf 428,35 US-Dollar zulegen und damit die Marke von 400 Dollar weiter hinter sich lassen. Zwischenzeitlich ging es sogar bis auf 431,20 Dollar in die Höhe. Die Aktie profitierte dabei nicht nur von der freundlichen Stimmung bei Wachstumswerten. Vielmehr gab es auch unternehmensspezifische Nachrichten, welche bei den Anlegern für neue Zuversicht sorgten.

Im Mittelpunkt standen unter anderem frische Daten aus China. Dort legten die Verkäufe von in China gefertigten Tesla-Fahrzeugen im April im Jahresvergleich um 36 Prozent auf 79.478 Einheiten zu. In dieser Zahl sind allerdings auch Exporte nach Europa und in andere Märkte enthalten. Dennoch wirkt die Entwicklung wie ein willkommenes Lebenszeichen, nachdem Tesla in den vergangenen Quartalen vor allem mit schwächerer Nachfrage, wachsendem Wettbewerb und Preisdruck zu kämpfen hatte.

 

 

 

China macht wieder Hoffnung

 

Dass Tesla in China wieder stärkere Zahlen zeigen kann, kommt an der Börse gerade zur rechten Zeit. Der Markt dort ist für den Konzern unverändert enorm wichtig, gleichzeitig aber auch besonders umkämpft. Chinesische Hersteller wie BYD, Xiaomi oder Li Auto setzen Tesla mit aggressiven Preisen, kurzen Modellzyklen und immer besseren Assistenzsystemen unter Druck. Jeder Hinweis auf eine Stabilisierung wird deshalb von Anlegern dankbar aufgenommen.

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Werbebanner EMH PM Trade Allerdings sollte das Plus nicht überbewertet werden. Gegenüber dem März fielen die Auslieferungen aus der Gigafactory Shanghai um 7,2 Prozent zurück. Zudem ist nicht jeder Export aus China automatisch ein Zeichen für eine nachhaltige Stärke im chinesischen Binnenmarkt. Für die Tesla-Bullen reicht es derzeit aber offenbar schon, dass sich die Lage nicht weiter verschlechtert. Nach den vielen Enttäuschungen der vergangenen Monate ist das bereits ein Fortschritt.

Dazu passt, dass die Börse Tesla längst nicht mehr nur als klassischen Autobauer betrachtet. Der eigentliche Bewertungsaufschlag hängt weiter an den großen Zukunftsthemen: Full Self-Driving, Robotaxis, Optimus und künftige KI-Anwendungen. Solange Anleger daran glauben, dass Tesla hier eines Tages neue Milliardenmärkte erschließen kann, werden schwächere Margen im Autogeschäft eher verziehen als bei der Konkurrenz.

 

Ein wichtiger Treffer beim Model Y

 

Zusätzlichen Rückenwind lieferte eine Meldung der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Das 2026er Model Y wurde als erstes Fahrzeugmodell genannt, welches die neuen Tests für fortgeschrittene Fahrerassistenzsysteme bestanden hat. Dabei geht es unter anderem um automatische Notbremsung bei Fußgängern, Spurhaltefunktionen und Totwinkel-Assistenten. Für Tesla ist das ein willkommenes Signal, da Sicherheit und Assistenzsysteme zu den wichtigsten Verkaufsargumenten des Unternehmens gehören.

Ganz ohne Haken ist aber auch diese Nachricht nicht. Denn Full Self-Driving bleibt weiterhin ein beaufsichtigtes System und ist noch weit davon entfernt, im breiten Kundeneinsatz wirklich autonom unterwegs zu sein. In China rechnet Tesla inzwischen erst im dritten Quartal mit einer volleren Zulassung der FSD-Funktionen. Auch in Europa zeigen sich Regulierer weiterhin vorsichtig. Genau dort entscheidet sich aber, ob aus der großen Autonomie-Fantasie tatsächlich ein belastbares Geschäftsmodell werden kann.

 

Die Euphorie bleibt fragil

 

Zur Wahrheit gehört auch, dass Tesla in dieser Woche nicht nur positive Schlagzeilen produzierte. In den USA müssen knapp 219.000 Fahrzeuge wegen eines Problems mit der Rückfahrkamera zurückgerufen werden. Zwar kann der Fehler per Software-Update behoben werden, doch solche Meldungen erinnern daran, dass der Konzern operativ weiterhin nicht frei von Baustellen ist. Gerade bei einem Unternehmen, das an der Börse mit enormen Zukunftserwartungen bewertet wird, können solche Details schnell wieder stärker ins Gewicht fallen.

Für den Moment haben die Bullen aber klar das Ruder übernommen. Der Sprung über die Marke von 400 Dollar wirkt charttechnisch freundlich und neue Nachrichten zu China sowie dem Model Y liefern frisches Futter für Optimisten. Ob daraus mehr wird als eine Gegenbewegung, hängt jedoch davon ab, ob Tesla auch im Kerngeschäft wieder nachhaltig überzeugen kann. Bis dahin bleibt die Aktie ein Versprechen auf die Zukunft, aber eben auch ein Papier mit reichlich Fallhöhe.

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09.05.2026 - Christian Teitscheid

Unterschrift - Christian Teitscheid

 

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