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Sony, Fair Isaac: Strategiedepot Aktien Konservativ

Update zum Strategiedepot Aktien Konservativ 01.11.2020

 

In der abgelaufenen Woche verzeichneten die internationalen Aktienmärkte einen herben Einbruch. Der MSCI World (Euro)-Index korrigierte um - 4,1 %. 

Hauptverantwortlich hierfür war weiterhin die ungebremst rasante Ausbreitung der 2. Welle der Corona-Pandemie in den USA, Europa sowie tragenden Schwellenländern wie Brasilien und Indien, was die Aktienmarktstimmung weltweit zunehmend belastete. 

Auch die bevorstehende US-Präsidentschaftswahl am 03.11. sorgte ohne Frage für eine erhöhte Kaufzurückhaltung oder gar zusätzliche prophylaktische Gewinnmitnahmen. 

Zwar sehen alle Prognosen, egal welcher Quelle, BIDEN derzeit in einer klaren, ca. 7 - 9 %igen Führungsposition vor TRUMP im Rennen um das nächste US-Präsidentenamt liegend, jedoch ist es nach allen Expertenmeinungen stark verfrüht, bereits aus einer möglichen Wahl des Demokraten Joe Biden zum nächsten US-Präsidenten (trotz des in diesem Fall vermutlich wirtschaftlich gewichtigsten Effekts entspannender Handelsgesprächsfortsetzungen mit China wie auch Russland) die Annahme einer hierdurch ausgelösten weiteren Aktienrallye in den USA abzuleiten. 

Anzeige:

Werbebanner Zürcher BörsenbriefeVielmehr, so betonen alle Experten nach den historisch belegbaren Erfahrungen der letzten Jahrzehnte, dürfte auch diesmal wieder das “Zünglein an der Waage”, ob die Aktienmärkte das Präsidentschaftswahlergebnis bejubeln oder abstrafen, in dem gleichzeitigen Ausgang liegen, ob der Kongress auch weiterhin (so wie zuletzt) annähernd paritätisch von Republikanern und Demokraten besetzt sein wird (historisch wegen Machtbeschneidung des Präsidenten und “demokratisch” erfolgender Gesetzgebungsbeschlüsse von den US-Aktienmarktteilnehmern immer sehr positiv aufgenommen), oder ob der Kongress künftig nur von einer Partei besetzt sein wird (von den Aktienmärkten, gerade unter einem republikanischen Präsidenten, historisch immer recht negativ bewertet, sei es wegen der Gefahr einer zu großen Machtfülle des Präsidenten bei gleichzeitiger Kongressdominanz oder gar -Alleinherrschaft der eigenen Partei, oder auch der Gefahr übermäßiger, lähmender Gesetzgebungsblockaden im Falle einer starken Kongressdominanz / -alleinherrschaft durch die gegnerische Partei). 

Nach jeglichen Erwartungen dürfte daher die für die Aktienmärkte günstigste Konstellation des Präsidentschaftswahl-Ausgangs in der Wahl von Biden zum neuen US-Präsidenten unter weiterhin parteienübergreifend gemischter Besetzung des Kongresses (ggfs. auch unter einem weiteren leichten moderaten Sitzausbau der Demokraten im Kongress) liegen. 

Eine Bestätigung von Trump im Präsidentenamt unter gleichzeitiger kompletter “Eroberung” des Kongresses durch die Republikaner, d.h. zusätzlichem Mehrheitsverlust der Demokraten im House, wäre hingegen mit Sicherheit das denkbar negativste (jedoch aus unserer Sicht sehr unwahrscheinliche) Szenario und würde von den US-Aktienmärkten ohne Zweifel mit einer drastischen Korrekturfortsetzung quittiert. 

Ferner verweisen Experten natürlich mit Recht darauf, dass ergänzend zum generellen Risiko eines ergebnisverzögernden, sehr engen Kopf an Kopf-Rennens zwischen den Präsidentschaftskandidaten (mögliche Notwendigkeit von Stimmenneuauszählungen, Neuwahlen in einzelnen Bundesstaaten, fallweise Klageerhebungen bzw. Erlass einstweiliger Verfügungen von Präsidentschaftskandidaten) zudem auch nun gerade in der jetzigen Corona-Phase infolge einer massiven Erhöhung des Briefwahl-Anteils technische Verzögerungen in der Bekanntgabe des Wahlergebnisses diesmal keinesfalls ausgeschlossen werden können.                                                      

Auch solche Unsicherheitseffekte würden, zumindest tageweise, wohl belastend auf die globalen Aktienmärkte wirken. 

Ferner ist von der Berichtsfront der Unternehmen zum 3. Quartal zu vermelden, dass diese Periode sowohl in den USA wie aber auch in Europa unvermindert noch weitaus erfreulicher verläuft, als im 2. Quartal, indem unter den bislang publizierenden S&P 500-Konzernen aktuell 86 % die Nettogewinnprognosen der Analysten schlagen konnten, unter den europäischen STOXX 600-Konzernen dagegen immerhin auch 73 %

Was die Bewertungen der internationalen Aktienmärkte angeht, so haben sich diese - gemessen am MSCI Word-Index - zwar durch die starke Korrektur der letzten Woche nun leicht entspannt (KGV 2021e: rd. 18,2). Am Bild, dass dieses Bewertungsniveau das historisch höchste seit dem 1. Quartal 2002 ist, hat sich damit jedoch bisher auch weiterhin nicht das Geringste geändert. 

Aufgrund dieser aktuell damit natürlich potenziell zunehmend “explosiven” Gemengelage an den internationalen Aktienmärkten (ausufernde Corona-Pandemie, Unsicherheitsfaktor des Ausgangs der US-Präsidentschaftswahl, insgesamt hohe Aktienmarktbewertungen) haben wir uns daher nun entschlossen, ab sofort und bis auf Widerruf den Großteil der Positionen unserer 5 Strategie- und Themendepots wieder mit neuen STOP LOSS-Kursen zu versehen. 

Diese neuen Stop Loss-Kurse können Sie bereits den jeweiligen, per 31.10. aktualisierten PDF-Übersichtstabellen all unserer Depots entnehmen. 

Darüber hinaus behalten wir uns jedoch selbstverständlich auch weiterhin vor, Aktien zur Performancesicherung unserer Depots künftig auch fallweise vor Erreichen etwaiger Stop Loss-Marken ganz zum Verkauf zu stellen, oder auch kontinuierlich weitere Index-Absicherungstransaktionen über die bekannten Short-ETFs zu tätigen. 

Die wichtigsten Indexmarken, ab deren Unterschreitung wir aus heutiger Sicht mit höchster Wahrscheinlichkeit neue Absicherungspositionen aufbauen werden, sind aktuell die folgenden: 

DAX: 11260 Punkte / Eurostoxx 50 - Index: 2860 Punkte / Nasdaq 100 - Index: 10670 Punkte / S&P 500 - Index: 3020 Punkte

 

Chart:  MSCI WORLD (Euro) – Index

 

 

Dank der sehr erfolgreich verlaufenen letztwöchigen Absicherungstransaktion im DB x-Trackers ShortDAX x2 Daily Swap UCITS ETF (LU0411075020), dessen 10%iger Veräußerungsgewinn einen zusätzlichen Depotperformance-Beitrag von rd. 0,3 % lieferte, sowie der betont konservativen Aktienselektion schnitt das Strategiedepot AKTIEN KONSERVATIV in der letzten Woche klar besser ab als der MSCI World-Index, büßte jedoch dennoch - 2,2 % ein. 

Hierdurch ergab sich in dem am 26.02.2019 aufgelegten Depot per 31.10.2020 in Euro-Umrechnung eine Nettoperformance des Depots (vor Dividenden) von + 16,1 %, so dass die Outperformance des Depots gegenüber dem MSCI WORLD (Euro)-Index nunmehr auf + 9,2 % ausgebaut wurde. 

Insbesondere stark technologielastige und überdurchschnittlich wachstumsorientierte Standardwerte des Depots verzeichneten in der letzten Woche die größten Kursverluste, angeführt vom sehr traditionsreichen US-Konzern in der Konzipierung und dem Vertrieb branchenübergreifender Unternehmenssoftware mit Fokus auf Sicherheitsoptimierung, Risikomanagement und Betrugsaufdeckung/-prävention, FAIR ISAAC (US3032501047 / - 10,1 %). Dieser starke Abgabedruck beruhte jedoch auf keinerlei fundamental neuen Nachrichten, sondern dürfte ausschließlich mit der am 5.11. anstehenden Vorlage der Zahlen zum 3. Quartal in Verbindung gestanden haben. 

Starke Kursrückgänge zwischen - 5 bis - 9 % verzeichneten außerdem neben ADOBE (Quartalszahlen erst am 9.12.) auch andere Technologie-Klassiker, wie z.B. AMAZON.COM, MICROSOFT und FACEBOOK, und dies trotz durchweg blendender Quartalszahlen aller 3 genannten Konzerne, die in der Umsatz- wie Gewinnerzielung weit über die Analystenschätzungen hinausgingen. 

Wir werden diese Ergebnisvorlagen in den nächsten Tagen noch eingehender kommentieren und bewerten. 

Die starken Kursabschläge o.g. US-amerikanischer Technologie-Blue Chips wurden jedoch durch weit moderatere Kursrückgänge defensiverer europäischer Werte (z.B. Schweizer Titel SIKA und TECAN, ASML oder DSV PANALPINA) deutlich abgefangen und gedämpft. 

Ein Wert brillierte im Depot in der letzten Woche jedoch gänzlich gegen den herrschenden Markttrend, und zwar die Aktie von SONY (JP3435000009), die im Wochenverlauf gleich um + 10,9 % hochschnellte. 

Der weltführende Elektrotechnik-Konzern, dessen Aktie zuvor tagelang unter aufgekommenen Zweifeln über den Markteinführungserfolg seiner neuen Playstation 5-Konsole litt, erwischte diese Skeptiker mit der Vorlage herausragender Quartalszahlen am 29.10. (mit Nettogewinnsprung um + 142 % auf 368 Yen/Aktie Pulverisierung der Analystenerwartungen von nur 101 Yen/Aktie), gerade im florierenden Segment seines Spiele-Equipments, aber zunehmend auch seiner Smartphone-Reihe “Xperia” komplett auf dem falschen Fuß, was inklusive anhaltender Zuversicht des Konzerns für seinen künftigen Playstation 5-Absatz Anlass für diesen deutlichen Kurssprung war. 

Wir werden auch diese Zahlenpräsentation in den nächsten Tagen noch näher kommentieren.

 

02.11.2020 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de