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BioNTech, Tesla, Plug Power, Varta, JinkoSolar, Nordex und weitere: Marktbericht Strategiedepot Aktien Konservativ

Update zum Strategiedepot Aktien Konservativ 14.03.2021 - Teil 2

 

In der zurückliegenden Woche verzeichneten die internationalen Aktienmärkte eine sehr feste Tendenz, wobei der MSCI WORLD (EURO)-Index kräftig um weitere + 2,6 % anzog.

Zum einen wurde diese hoch dynamische Rallye-Fortsetzung dabei nach wie vor von sehr konjunkturzyklischen Aktiensektoren und -titeln getragen (allen voran in der letzten Woche der internationale Luftverkehrs- und Flugzeugbau-Sektor, aber auch die Automobil-, Basismetall- und Stahlbranche). Gleichfalls kam es jedoch auch im Segment jüngst besonders stark abgestürzter, besonders chancen- (?), damit aber auch risikoreicher Technologietitel zu markanten Kurserholungen.

Aus makroökonomischer Sicht erfolgte dieser insgesamt von einer zunehmenden Risikofreude der Aktienmärkte zeugende Kursaufschwung der letzten Woche in einem Umfeld, in dem ausgelöst von einer zwar moderaten Februar-Kerninflationsrate von nur 1,3 % in den USA, jedoch einem dem gegenüber im Februar deutlich um + 2,5 % gegenüber dem Vorjahr angestiegenen Kern-Produzentenpreisindex die Langfristzinsen speziell in den USA deutlich kletterten (z.B. 10 Jahres-Rendite öffentlicher Anleihen: um + 8 Stellen auf 1,62 %).

Auch die in Japan als weltweit stärkst verschuldetem Land (rd. 200 % des BIP) im Februar unerwartet stark gestiegenen Indikatoren des aktuellen (91,7 nach 88,3 im Januar) sowie weiteren erwarteten Wirtschaftsumfelds (99,1 nach 95,3 im Januar) wie auch der gleichfalls in China verzeichnete markante Anstieg der Produzentenpreise im Februar (+ 1,7 % gegenüber Vorjahr nach nur + 0,3 % im Januar) dürfte die globalen Anstiege der Langfristzinsen weiter genährt haben.

Folgerichtig tendierten auch die Edelmetallpreise in der letzten Woche in einer Spanne von ca. + 1 % bis + 7 % fester, während sich zeitgleich der Euro ein wenig von seiner vorangegangenen scharfen Trendwende zum US-Dollar erholte und um + 0,3% auf 1,1952 EUR/USD zulegte.

Während die Ergebnisberichtssaison der S & P 500-Konzerne in den USA zum 4. Quartal 2020 ja nun bereits abgeschlossen ist (hierauf nun Konsenserwartung eines Nettogewinnanstiegs im 1. Quartal 2022 um + 22,1 % gegenüber Vorjahr), befindet sich diese Quartalsberichtsperiode der europäischen STOXX 600-Konzerne nun erst in ihrer Endphase.

Hierbei konnten die STOXX 600-Gesellschaften bisher zumindest in 65 % aller Fälle die Nettogewinnschätzungen der Analysten übertreffen (historischer Durchschnitt gar nur 51 %), womit voraussichtlich eine indexweite Nettogewinnabschwächung im 4. Quartal um - 15,2 % gegenüber dem Vorjahr verbunden sein dürfte. Noch per 30.12.2020 hatten die Analysten jedoch einen um - 26,8 % rückläufigen Nettogewinn prognostiziert.

Was die aktuelle Bewertung des MSCI World-Indexes angeht, so weist diese mit einem KGV (2021e) von 20,0 weiterhin das höchste Niveau seit 19 Jahren auf und ist somit unverändert als äußerst angespannt anzusehen.

Gerade besonders konjunkturzyklische Industrie- und Finanz-Aktien verzeichnen in diesem Umfeld nach allen derzeitigen fundamentalanalytischen Konsenseinschätzungen (z.B. Werte wie General Electric, ExxonMobil, JP Morgan, Deutsche Bank, VW, BASF, Allianz, ABB und Zurich Insurance, um hierin prominenteste internationale Blue Chip-Unternehmen exemplarisch aufzulisten) dabei mittlerweile nahezu durchgängig mit nur seltensten Ausnahmen bereits Überbewertungen / negative Konsens-Kursziele bis bestenfalls prozentual (sehr) niedrig einstellige positive Kursziele, während die Analysten nahezu lückenlos dem gesamten IT- und Gesundheitstechnologie-Aktiensektor mittlerweile bereits prozentual deutlich zweistellige fundamentale Unterbewertungen / Kurspotenziale beimessen.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeAus diesem Grund werden wir dem vorrangig wachstumsorientierten und nur begrenzt konjunkturabhängigen Managementstil unserer Depots auch trotz seiner kurzfristigen Unterlegenheit gegenüber der globalen Aktienmarktentwicklung weiterhin unverändert treu bleiben und ziehen ergänzende Neuallokationen konjunkturzyklischer Aktien derzeit nur in den seltenen Ausnahmefällen in Betracht, in denen derartigen Konzernen im Analystenkonsens momentan weiterhin deutliche Unterbewertungen und positive Kurspotenziale attestiert werden (wozu im DAX 30 derzeit beispielsweise noch eine SIEMENS, COVESTRO, DEUTSCHE POST und DAIMLER zu zählen sind).

 

Chart: MSCI WORLD (Euro) – Index

 

 

Was internationale einzelne Aktien angeht, so traten in der zurückliegenden Woche, die wie oben geschildert von starken Kursgewinnen konjunkturzyklischer Aktiensektoren, aber auch deutlichen Kursstabilisierungen des Bereichs besonders chancen-/risikobehafteter Technologieaktien gekennzeichnet war, vor allem in den derzeit weiterhin am stärksten im Brennpunkt des allgemeinen Anlegerinteresses stehenden und in den Vorwochen nahezu durchweg stark abgestürzten Aktien der Sektoren „Alternative Energien“, „Fahrzeugantriebs- und Steuerungssysteme“ sowie „Corona-Impfstoffhersteller“ vielfach markante Kurserholungen ein.

So gewannen im Segment der Elektrofahrzeug-, Batterie- und Wasserstoffantriebs-Hersteller Plug Power massiv um + 20 %, Ballard Power um + 18 %, Tesla um + 16 % und Varta um + 7 %. Allein einzelne weitere Protagonisten dieses Sektors, wie der Wasserstoff-Spezialist Nel ASA (+ 1 %) und der chinesische Hersteller besonders umweltfreundlicher Batterielösungen BYD (- 2%) entzogen sich der Kurserholung dieses Sektors völlig.

Die insgesamt massive Kurserholung dieses Segments ignorierte dabei sogar auch die Vorlage der Zahlen zum 4. Quartal von Ballard Power am 11.03., die den vorangegangenen katastrophalen Ergebniszahlen von Plug Power (wir berichteten) nur wenig nachstanden, völlig. So ging auch bei Ballard Power der - 32%ige (!) Umsatzeinbruch im 4. Quartal auf nur noch 28,6 Mio. USD klar über die Analystenprognose von 30,2 Mio. USD hinaus, und fast zwingend erfolgte daraufhin auch auf den Ebenen des operativen EBITDA-Verlusts (mit - 14,5 Mio. USD doppelt so hoch wie von Analysten prognostiziert) und einem Nettoverlust je Aktie von - 5 Cents (Analystenschätzung - 4 Cents) bzw. einem Nettoverlustanstieg gegenüber dem Vorjahr um + 25 % eine klare Verfehlung der Analystenerwartungen.

Wir werden diesem Anlagesegment der Elektrofahrzeug-, Batterie- und Wasserstoffantriebs-Hersteller in unseren gemanagten Depots daher weiterhin gänzlich fernbleiben, nachdem Tesla mit ihrer jüngsten Erholung ebenfalls wieder in den Bereich einer rd. 10 %igen fundamentalen Überbewertung eingetaucht ist und selbst auch die hierin berechenbarste und zuvor fundamental fair bewertete Varta-Aktie nach ihrem heutigen Kurssprung um über 15 % (Ankündigung künftiger Batterieproduktion auch für Elektrofahrzeuge) nun erst nachweisen muss, dass dieser Kurssprung auch von entsprechenden nun unbedingt notwendigen Anhebungen der Analysten-Kurszielschätzungen künftig (mindestens) in gleichem Umfang mitgetragen wird.

Auch Erzeuger alternativer Energien schlossen sich den starken Kurserholungen im Segment der Elektrofahrzeug-, Batterie- und Wasserstoffhersteller in der letzten Woche natürlich an, so dass unter den weltführenden Solarenergie-Versorgern z.B. JinkoSolar um + 16 % und im Bereich der Windkrafterzeuger Nordex um + 14 % hochschnellten.

Die Aktie von Nordex wurde in diesem Kurssprung dabei auch sicherlich von der am 11.03. publizierten, sehr positiven Meldung beflügelt, dass der Konzern einen Großauftrag der französischen Niederlassung von RWE zur künftigen Auslieferung neuer Windkraftanlagen über eine Gesamterzeugungskapazität von 33 MW erhalten habe.

Und schließlich traten auch im Segment der bisher führenden deutschen Corona-Impfstoffhersteller BioNTech (+ 7 %) und CureVac (+ 9 %) kräftige Kurserholungen ein, was neben einer Gegenreaktion auf die vorwöchigen starken Kursverluste nach Neuzulassung des Johnson & Johnson-Impfstoffs in den USA und der EU wohl auch noch auf die besonders im Fall von BioNTech sehr positiven neuen Nachrichten zurückzuführen war, dass weitere Auswertungen den Anwendungserfolg in bislang 94 % aller aufgetretenen symptomfreien („asymptomatischen“) Corona-Infektionen erbracht hätten und man gemeinsam mit dem Distributionspartner Pfizer für 2022 die Lieferbarkeit von 3 Mrd. Impfdosen anstrebe, nachdem die bislang vorhandenen Kapazitäten in 2021 bislang erst eine Bereitstellung von 2 Mrd. Impfdosen ermöglichen.

 

17.03.2021 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de

 









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