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Teradyne, eHealth: Themendepot Zukunftstechnologien

Update zum Themendepot Zukunftstechnologien 25.10.2020

 

In der abgelaufenen Woche korrigierten die internationalen Aktienmärkte stark. Der MSCI World (Euro)-Index gab deutlich um - 1,4 % nach. 

Im Wesentlichen beruhte die erneute Aktienmarktschwäche auf der globalen Ausbreitung der 2. Welle der Corona-Pandemie, die nach bereits wochenlanger Zuspitzung in Europa seit Anfang Oktober nun auch in den USA mit zunehmend steigenden täglichen Neuinfektions- und Todesfallzahlen verbunden ist. 

Wir teilen hierzu die von medizinischer Seite international überwiegend vertretene Auffassung, dass unter klimatischen sowie urlaubssaisonalen Aspekten die Phase der 2. Corona-Welle noch bis ca. Ende Februar 2021 besonders kritisch bleiben und damit auch die Aktienmärkte weiter in Atem halten dürfte. Anschließend dürften mit steigenden Außentemperaturen sowie auch möglicherweise bereits ersten großflächigen Impfstoff-Verabreichungen ab Beginn des Frühjahrs 2021 der Zenit der 2. Corona-Welle sowie auch der gesamten Pandemielage jedoch überschritten werden und von da an auch die medizinischen Auswirkungen der Pandemie global nachhaltig abklingen. 

Bis dahin sind in Europa jedoch weiterhin zunehmende Wiedereinführungen bzw. Verschärfungen wirtschaftspolitischer Lockdown-Maßnahmen zur bestmöglichen Eindämmung der Pandemieausbreitung unseres Erachtens sehr wahrscheinlich, was wir hingegen für die USA im Umfeld der Präsidenten-Neuwahlen derzeit weiterhin für nahezu ausgeschlossen halten. 

 

Konjunkturdaten der letzten Woche erstaunlich robust 

 

Entgegen der von medizinischer Seite aktuellen negativen Verstärkung der 2. Welle der Corona-Pandemie fielen die internationalen Konjunkturdaten der letzten Woche dennoch überraschend erfreulich aus. 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeInsbesondere in China setzte sich der schon monatelange Trend immer positiver werdender Konjunkturdaten weiter fort, indem dort für das 3. Quartal nachvollziehbarer Weise zwar ein deutlich normalisierter BIP-Anstieg von “nur” noch + 2,7 % gegenüber dem Vorquartal publiziert wurde (2. Quartal nach unmittelbarer dortiger Beendigung der Corona-Epidemie + 11,5 % ggü. Vorquartal). Jedoch würde selbst eine künftige Beibehaltung o.g. 2,7%igen quartalsweisen BIP-Wachstums einem annualisierten Jahresraten-Wachstum von über 11 % gleichkommen, was zeigt, dass seit Ende März die Konjunktur in China mittlerweile wieder vollkommen Tritt gefasst hat. 

Auch weitere Meldungen eines 3,3 %igen Wachstums der Einzelhandelsumsätze im September gegenüber dem Vorjahr (im August nur magere + 0,5 %) sowie eines gar 6,9 %igen Anstiegs der Industrieproduktion im September ggü. Vorjahr (im August + 5,6 %) sind ein nachdrücklicher Beleg für die mittlerweile wieder sehr positive Wirtschaftslage in China. 

In den USA bestanden die positivsten Wirtschaftsdaten der letzten Woche erneut im Segment eines zunehmend befestigten Häusermarktes (Neubaubeginne September + 1,9 % ggü. Vorjahr, August noch - 5,1 %; Hausverkäufe September + 9,4 % ggü. Vormonat August) wie in einem überraschend starken Rückgang der Anzahl wöchentlicher Arbeitslosenhilfe-Erstanträge von 898.000 auf nur noch 787.000. 

Für Europa lagen die relevantesten Wirtschaftsmeldungen der letzten Woche darin, dass in Großbritannien die Einzelhandelsumsätze im September ebenfalls überraschend stark um + 4,7 % gegenüber dem Vorjahr zulegten (excl. Treib-/Brennstoff sogar + 6,4 %) und Deutschland in der Veröffentlichung seiner monatlichen Einkaufsmanager-Indizes per Mitte Oktober (Gesamtindex bei 54,5 behauptet) vor allem aufgrund seiner wesentlich stärkeren Begünstigung in US- und China-Exporten wesentlich besser abschnitt, als dies für die gesamte Eurozone (leichter Index-Rückgang auf 49,4) oder auch Frankreich (noch etwas stärkerer Index-Rückgang auf 47,3) galt. 

Auch in Deutschland mehren sich somit aktuell die Signale, dass die Wirtschaftslage dabei ist, zu einer im europäischen Vergleich überdurchschnittlich starken Erholung überzugehen, was jedoch auch weiterhin vor allem der immer robuster werdenden Konjunkturlage in China wie auch in den USA zuzuschreiben ist. 

 

Sehr positive Quartalsberichtssaison in den USA und nun sogar auch in Europa 

 

Die Ergebnispublikationen der Unternehmen zum 3. Quartal fielen bis zur letzten Woche in den USA anhaltend wie nun aber sogar selbst auch in Europa überraschend erfreulich aus. 

Bis zum 23.10. konnten nach den Berichtsvorlagen von bisher 27 % aller S & P 500-Konzerne 81 % die Umsatz- und sogar 84 % von ihnen die Gewinnschätzungen der Analysten übertreffen, was im historischen Vergleich exzellente Werte darstellt. 

Folgerichtig kristallisiert sich auch immer mehr heraus, dass der in den USA zuletzt von den Analysten im Konsens auf - 21 % taxierte Gewinnrückgang aller Unternehmen gegenüber dem 3. Quartal 2019 letztlich wohl weitaus moderater ausfallen dürfte (nach bisherigen Berichten aktuell - 16,5 % gegenüber Vorjahr). 

Insgesamt sehr passabel lässt sich jedoch mittlerweile nun auch die Gewinnberichtssaison der europäischen STOXX 600-Konzerne an. Zwar konnten bis zum 20.10. unter den 33 bislang berichtenden Gesellschaften nur gerade einmal 46 % von ihnen die Umsatzprognosen der Analysten schlagen. Auf der weit relevanteren Ebene der Nettogewinne gelang dies jedoch bislang 76 % aller berichtenden Gesellschaften, was somit schon relativ dicht an die qualitativ traditionell weit überlegene Publikationsbilanz von US-Konzernen heranreicht, gemessen an historischen europäischen Dimensionen innerhalb des STOXX 600 - Index jedoch ebenfalls einen hervorragenden Wert darstellt. 

Entsprechend hoben die Analysten auch für den gesamten STOXX 600-Index ihre per Ende September für das 3. Quartal noch gültigen Konsenserwartungen eines Nettogewinneinbruchs von - 39 % gegenüber dem Vorjahr nun zuletzt wenigstens auf den neuen Erwartungswert einer Gewinnkorrektur von - 35 % an. 

Insgesamt fallen die Heraufstufungen der mittelfristigen Gewinnschätzungen durch die Analysten jedoch aktuell weiterhin zu schwach aus, um angesichts der in lokalen Währungen seit Wochen tendenziell stagnierenden Aktienmärkte nennenswert zu einem Abbau deren historisch hoher Index-KGV-Bewertungen beizutragen. 

Diese liegen per 2021e für den MSCI World-Index weiterhin bei rd. 19, für den MSCI USA bei rd. 22,5 sowie für den MSCI Europa wie auch Deutschland jeweils bei rd. 16 und stellen damit weiterhin die höchsten KGV-Bewertungsstände seit 18 Jahren dar. 

Daher behalten wir unter Bewertungs- wie charttechnischen Analyseaspekten (siehe nachstehende Graphik) im Rahmen des derzeit rd. 80 - 90 %igen Aktieninvestitionsgrads aller Strategie- und Themendepots eine sehr risikokontrollierte Ausrichtung unserer Aktienselektionsstrategie aktuell auch weiterhin in erhöhtem Maße bei.  

 

Chart: MSCI WORLD (Euro) – Index

 

 

Im Rahmen der letztwöchigen globalen Aktienmarkt-Korrektur standen gerade Titel qualitativ besonders hochwertiger und daher historisch stabil outperformender Wachstumsunternehmen unter einem erheblichen, jedoch unseres Erachtens rein taktisch bedingten und daher voraussichtlich nur kurzzeitig erhöhten Abgabedruck. 

Auch das entsprechend wachstumsorientiert ausgerichtete und zudem auch sehr aktiv in Nebenwerten engagierte Themendepot ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN konnte sich, trotz jeglicher risikokontrollierter und bewertungsorientierter Aktienauswahl, diesem Gesamtmarkttrend nicht entziehen, und korrigierte stärker als der MSCI World (Euro) - Index um - 2,6 %

Hierdurch ergab sich seit Depotauflage am 04.05.2020 per Schlussstand 23.10. nunmehr auf Währungsbasis Euro eine Nettoperformance des Depots (vor Dividenden) von + 26,8 %, was damit weiterhin eine beträchtliche Outperformance gegenüber dem MSCI World - Index von + 14,0 % darstellt. 

Wie auch im Strategiedepot AKTIEN SPEKULATIV wurde die Wochenperformance des Themendepots ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN ebenfalls sehr stark durch den - 20,4 %igen Kurssturz des Solarenergie-Spezialisten SCATEC SOLAR (NO0010715139) belastet, die in diesem Depot aufgrund einer etwas niedrigeren Aktiengewichtung jedoch “nur” eine Performanceminderung um rd. - 0,7 % nach sich zog.  

Die vollauf nachvollziehbaren Hintergründe dieser letztwöchigen Aktien-Abstrafung haben wir schon innerhalb unseres aktuellsten Wochenupdates zum Strategiedepot AKTIEN SPEKULATIV eingehend dargestellt und bewertet und verweisen für weitergehende Informationen auf den entsprechenden Text. 

Wir versehen aus den dort ebenfalls genannten Gründen daher nun auch im Themendepot ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN die Aktie von Scatec Solar bereits jetzt mit einem Verkaufslimit bei 230 NOK. Bei erfolgreicher Verkaufsrealisierung würde hieraus gegenüber unserem Einstandskurs von 149,50 NOK in lokaler Währung ein Veräußerungsgewinn von annähernd + 54 % resultieren. 

Eine erneute Korrektur von - 7,0 % verzeichnete nach Vorlage ihrer Zahlen zum 3. Quartal auch die Aktie des US-weit führenden digitalen Krankenversicherungs-Vermittlers EHEALTH (US28238P1093), obwohl in diesem saisonal normalerweise sehr schwach verlaufenden und zudem von erhöhten Vertriebs-/Marketingkosten zur Verhinderung von Kundenabwanderungen geprägten Quartal die Umsatzausweitung um + 35 % gegenüber dem Vorjahr auf 94 Mio. USD (damit sogar über dem saisonal normalerweise stärkeren 2. Quartal 2020 liegend) wie auch die Verminderung des Nettoverlusts je Aktie von - 0,43 USD im Vorjahr auf - 0,36 USD die Konsensschätzungen der Analysten weit übertraf.                    

Wir werden diese aus unserer Sicht sehr überzeugende Ergebnisvorlage in den nächsten Tagen noch eingehender kommentieren. 

Auch weiterhin attestieren die Analysten der Aktie von eHealth bei einem aktuellen KGV (2020 - 2022e) von nur 21 / 16 /10 im Konsens korrekterweise eine ausgeprägte Unterbewertung und versehen die Aktie aktuell mit einem um rd. 75 % höheren mittelfristigen Kursziel von 128 USD. 

Wir behalten diese Position im Themendepot ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN daher auch weiterhin bei. 

 

Chart: TERADYNE gegen MSCI WORLD - Index (jeweils in Euro)

 

 

 

Hingegen sorgte die hervorragende Ergebnisvorlage von TERADYNE (US8807701029) am 20.10. am Markt für sehr starken Anklang, was im Wochenverlauf in einem deutlichen Aktienkursanstieg um + 6,3 % seinen Ausdruck fand. 

Der international zu den führenden Spezialisten für breitflächige Halbleiter-, Drahtlosprodukt-, Datenspeicher- und Elektroniksystemtestungen für die Automobil-, Elektronik-, Luft-/Raumfahrt-, Kommunikations- und Verteidigungsindustrie zählende Konzern (rd. 15 Mrd. USD Aktienmarktkapitalisierung) fügte seiner zurückliegenden exzellenten Bilanz von 18 (!) quartalsweisen Analysten-Umsatz- und Gewinnschätzungsüberbietungen innerhalb der letzten 20 Quartale im 3. Quartal das nächste Erfolgskapitel hinzu, indem der 41 %ige (!) Umsatzanstieg sowie die auch noch überproportionale 53 %ige (!) Nettogewinnausweitung gegenüber dem Vorjahr die Analystenprognosen erneut meilenweit toppten. 

Wir werden auch diese herausragende Ergebnisvorlage in den nächsten Tagen noch näher kommentieren. 

In dieser extrem breiten Positionierung sowohl seines technologiebezogenen Dienstleistungs- wie auch Kundenspektrums halten wir TERADYNE auf kaum absehbare Zeit für eine der langfristig stabilsten “Cash-, Sales- und Earnings-Cows", die das gesamte US- und wohl auch weltweite Technologiewesen derzeit überhaupt zu bieten hat, und wo in Relation hierzu selbst bereits die noch sehr konservativ geschätzten aktuellen Konsens-Aktien-KGVs (2020 - 2022e) von nur 20 / 18 / 17 in unseren Augen bereits eine krasse Unterbewertung der Aktie darstellen. 

Angesichts potenziell erhöhter Aktienvolatilität empfehlen wir den Titel risikobereiten Anlegern daher auch weiterhin zum Kauf und behalten diese Position in unserem Themendepot ZUKUNFTSTECHNOLOGIEN selbstverständlich auch weiterhin bei. 

Darüber hinaus legte auch in diesem Depot die Aktie von FACEBOOK (US30303M1027) in der letzten Woche um + 7,2 % zu. Den ausführlichen Kommentar zu diesem starken Kurssprung können Sie auch bereits unserem aktuellsten Wochenupdate zum Strategiedepot AKTIEN KONSERVATIV entnehmen, in dem der Titel ebenfalls allokiert ist.

 

27.10.2020 - Matthias Reiner - mr@ntg24.de