EZB bestätigt Zinserhöhungsabsicht, Rückschlag für Nintendo und Alibaba plant Chip-IPO - BÖRSE TO GO
Die EZB bestätigt ihre Zinserhöhungsabsichten - ab April sollen die Zinsen steigen
Die Europäische Zentralbank besteht auf ihrer Zinserhöhungsabsicht. Obwohl steigende Zinsen das Energieproblem nicht lösen, sondern der Wirtschaft schaden, will man dennoch im April erhöhen. Rückschlag für Nintendo. Die Produktion der Switch 2 muss aufgrund geringer Nachfrage um ein Drittel gekürzt werden. Alibaba baut sein Angebot mit einem neuen Agentic-AI-Chip aus. Die Halbleitertochter T-Head soll an die Börse kommen.
Erleichterung in Asien. Die Anleger zeigen sich optimistisch, dass US-Präsident Trump seine Attacken gegen den Iran weiter zurückfahren wird. Obwohl der Iran direkte Verhandlungsgespräche mit Washington abstreitet, können am Dienstagmorgen alle Benchmarks in der Region steigen. Der Nikkei 225 Index verbesserte sich um 1,56 % auf 52.320,00 Punkte und der KOSPI kletterte um 2,74 % auf 5.553,92 Punkte. Der Hang Seng Index wird kurz vor Handelsschluss mehr als 2,8 % höher gehandelt. Der DAX-Future (Juni) wird vor Börseneröffnung in Europa 0,25 % höher bei 22.871,30 Punkten gesehen.
Der Rückzieher von Trump löste am Montagvormittag einen gewaltigen Short-Squeeze in Frankfurt aus. Als der Markt tief im Minus notierte, sorgte die Meldung aus Washington über die Aussetzung der Angriffe auf den Iran für schlagartige Käufe, was eine Kaskade an Short-Eindeckungen auslöste, die die Benchmarks und insbesondere den DAX innerhalb von Minuten in die Höhe katapultierten. Der DAX konnte dadurch 1,22 % höher bei 22.653,86 Punkten schließen, wenngleich deutlich unter dem Höchstkurs, der bei 23.178,70 Punkten lag. Am stärksten profitierten der SDAX, der um 1,64 % auf 16.463,01 Punkte sprang, und der TecDAX, der 1,56 % höher bei 28.229,36 Punkten den Handel beendete.
New York profitierte von den vorbörslichen Vorgaben. Allen voran der Dow Jones Industrial Average Index kletterte um 1,38 % auf 46.208,47 Punkte. Die Liste der Gewinner wurde dabei von 3M (US88579Y1010) angeführt, deren Kurs um 3,80 % auf 146,56 US-Dollar sprang. Der Nasdaq 100 Index verbesserte sich um 1,22 % auf 24.188,59 Punkte und der S&P 500 Index schloss 1,15 % höher bei 6.581,00 Punkten.
EZB bestätigt Zinserhöhungsabsicht
Bundesbank-Präsident Nagel und Lettlands Zentralbank-Präsident Kazāks hatten bereits den Boden bereitet. Beide hatten dem Kapitalmarkt signalisiert, dass die Europäische Zentralbank im April mit einer Zinserhöhung auf den Anstieg der Energiepreise in Europa reagieren wird, wenn der Iran-Krieg anhalten sollte. Am heutigen Dienstag stieß EZB-Vize in spe Boris Vujcic ins selbe Horn. In einem Interview in Zagreb betonte der Chef der Zentralbank Kroatiens, dass aus seiner Sicht ein bis zwei Zinserhöhungen der Wirtschaft keinen Schaden antun würden, aber ein bis zwei Zinssenkungen der Wirtschaft keinen Nutzen liefern würden. Damit gießt die EZB bewusst erneut Öl ins Feuer. Der Euro-Anleihemarkt hatte bereits auf die ersten Bemerkungen aus dem Kreis des EZB-Rats reagiert und bis zu drei Zinserhöhungen in diesem Jahr eingepreist. Die Argumentation der EZB-Mitglieder für Zinserhöhungen macht jedoch volkswirtschaftlich keinen Sinn, da es sich um einen externen Angebotsschock handelt. Höhere Zinsen haben keine Chance, den Preis für Energie in Europa zu reduzieren, da das eine mit dem anderen nichts zu tun hat. Die Menschen und Unternehmen werden die gleichen Energiemengen verbrauchen, ob die Zinsen um 50 Basispunkte erhöht werden oder nicht. Was höhere Zinsen jedoch bewirken, ist, dass der Kapitalmarkt und die Realwirtschaft weniger Liquidität zur Verfügung haben, in einem Umfeld, wo sie mehr Liquidität benötigen.
Nintendo muss Switch 2 Produktion kürzen
Das ist ein schwerer Schlag für Nintendo (JP3756600007). Der japanische Videospielekonzern muss die Produktion für sein neues Flaggschiff - die Switch 2 Konsole - deutlich reduzieren, nachdem das Weihnachtsgeschäft nicht die hohen Erwartungen erfüllt hatte. Man blieb auf hohen Lagerbeständen sitzen und wird nun im laufenden Quartal statt der geplanten 6 Millionen Konsolen nur 4 Millionen produzieren. Im vergangenen Juni war die langerwartete Switch 2 Konsole mit einem stolzen Preis von 450 US-Dollar sehr erfolgreich gestartet, doch das hohe Interesse hielt nicht lange vor. Dahinter steht ein Softwareangebot, das nicht attraktiv genug ist. Die Aktien von Nintendo fielen heute im japanischen Handel nach der Ankündigung um bis zu -6,3 %.
Alibaba plant Chip-IPO
Die Chinesen lassen nicht locker. Die Isolierung Chinas vom internationalen Markt für High-Tech-Chips hat die Innovationskraft der Chinesen aufblühen lassen. So stark, dass viele große Tech-Unternehmen inzwischen in das Chip-Geschäft eingestiegen sind, um den Anschluss nicht zu verlieren. So auch Alibaba (US01609W1027), die inzwischen eine ganze eigene Chip-Familie aufgebaut hat, um die umfassenden AI- und Cloud-Tätigkeiten zu unterstützen und die Abhängigkeit von heimischen und ausländischen Anbietern zu reduzieren. Am heutigen Dienstag stellte man den neuen XuanTie C950 vor. Eine CPU auf Basis der RISC-V-Architektur, die für den Einsatz in der Cloud gemacht ist und von den Kunden für spezifische Inferenz-Anforderungen, wie beispielsweise Agentic-AI, maßgeschneidert werden kann. Für die Chipentwicklung ist die Tochter T-Head verantwortlich, die zur neuen Geheimwaffe von Alibaba geworden ist. Die Tochter ist so bedeutend, dass das Management von Alibaba begonnen hat, ein IPO zu planen, um frisches Kapital für die Expansion zu bekommen.
Tagestermine
Am Morgen um 09:30 Uhr erwarten uns die vorläufigen deutschen Einkaufsmanagerindizes für den Monat März. Die Ökonomen prognostizieren, dass der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe von 50,9 auf 49,8 Punkte zurückgefallen ist. Die Scheidegrenze zwischen zukünftiger Expansion und Kontraktion liegt bei 50 Punkten. Auch der Einkaufsmanagerindex für das Dienstleistungsgewerbe soll von 53,5 auf 52,5 Punkte zurückgefallen sein.
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24.03.2026 - Mikey Fritz

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