Gewinnrückgang bei Xiaomi, Salzgitter peilt schwarze Zahlen an, FedEx wird mutiger und Alibaba sorgt für Enttäuschung
Positive und negative Überraschungen in Geschäftsberichten bewegen die Aktienmärkte
Das erste Quartal neigt sich dem Ende zu und die Berichtssaison gilt eigentlich schon als beendet. Doch hier und dort werden noch Geschäftsberichte vorgestellt, ehe im April dann schon wieder die nächste Berichtssaison startet. Überraschungen bleiben da nicht aus, welche leider längst nicht immer positiver Natur sind.
Schlechte Neuigkeiten hatte der chinesische Tech-Konzern Xiaomi (KYG9830T1067) im Gepäck. Zum ersten Mal seit drei Jahren musste hier ein Gewinnrückgang verbucht werden. Im vergangenen Quartal ging der Nettogewinn um 23,7 Prozent auf 6,3 Milliarden Yuan zurück. Der Konzern begründete dies mit steigenden Kosten und einem härteren Wettbewerb. Zudem machten sich wohl steigende Preise für Speicherchips bemerkbar.
Allerdings gab es auch erfreuliche Entwicklungen. In den Zahlen für das Gesamtjahr konnte Xiaomi den Gewinn um 43,8 Prozent auf 39,2 Milliarden Yuan steigern und das Geschäft mit E-Autos lief besser, als Analysten es erwartet hatten. Die eigenen Auslieferungsziele konnten mit 411.082 Einheiten deutlich übertroffen werden. Für das laufende Jahr werden 550.000 Auslieferungen angepeilt. Den Anlegern reichte das allerdings nicht aus. Die Aktie von Xiaomi reagierte an den hiesigen Märkten mit Verlusten von gut zwei Prozent und der Kurs setzte am Dienstag auf 3,55 Euro zurück.
Salzgitter überzeugt mit Ausblick
Gar keine Gewinne konnte im vergangenen Jahr der Stahlkonzern Salzgitter (DE0006202005) erzielen. Gelungen ist es aber immerhin, die Verluste deutlich zu reduzieren. Gemeldet wurde ein Fehlbetrag von 69,8 Millionen Euro, nachdem ein Jahr zuvor noch ein Minus von 347,9 Millionen Euro verbucht werden musste. Das ist ein Anzeichen dafür, dass diverse Effizienzmaßnahmen Früchte tragen. Salzgitter verspricht zudem, dass die positive Entwicklung sich weiter fortsetzen wird.
Für das Jahr 2026 peilt das Unternehmen eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen an. Der Vorsteuergewinn soll wenigstens bei 75 Millionen Euro liegen, im besten Fall sogar bis auf 175 Millionen Euro klettern. Damit bestätigt Salzgitter seinen Ausblick, der bereits im letzten Monat im Rahmen vorläufiger Zahlen kommuniziert wurde. Die Dividende bleibt immerhin stabil und soll bei 0,20 Euro je Aktie liegen. Den Anteilseignern reichten die Ergebnisse aus, um den Aktienkurs am Dienstag um 2,9 Prozent auf 37,28 Euro zu steigern.
FedEx erhöht die Prognose
Bereits in der vergangenen Woche berichtete FedEx (US31428X1063) über ein überraschend starkes Schlussquartal. Das Weihnachtsgeschäft bescherte dem Logistikkonzern einen Gewinn von 5,25 US-Dollar je Aktie, womit die Analystenschätzung von 4,14 Dollar mehr als deutlich übertroffen werden konnte. Auch der Umsatz landete mit 24 Milliarden Dollar über der Konsensschätzung. Dadurch gestärkt wird das Unternehmen für das laufende Jahr mutiger und hebt die Prognose an.
Das Geschäftsjahr von FedEx endet im Mai und der Gewinn je Aktie soll zwischen 19,30 und 20,10 Dollar liegen. Die bisherige Spanne endete bei 19 Dollar, was somit nun selbst im ungünstigsten Fall übertroffen werden soll. Zugleich werden auch an dieser Stelle die Prognosen der Analysten übertroffen. Die Aktie reagierte zunächst mit Zugewinnen, geriet zu Beginn dieser Woche aber wieder unter Druck. Nach einer kleinen Erholung standen am Dienstag zu Handelsschluss 359,96 Dollar auf dem Ticker. Im Wochenvergleich bleibt damit ein eher bescheidenes Plus von 1,5 Prozent.
Alibaba fällt zurück
Im selben Zeitraum stürzte die Aktie von Alibaba (US01609W1027) um 9,5 Prozent bis auf 108,40 Euro an den hiesigen Handelsplätzen zurück, und auch hier spielten Zahlen eine gewichtige Rolle. Der chinesische Konzern konnte seinen Umsatz im letzten Quartal zwar um 1,7 Prozent bis auf 284,84 Milliarden Yuan steigern. Damit wurden aber die Erwartungen der Analysten und offensichtlich auch jene der Anteilseigner verfehlt.
Erschwerend hinzu kam, dass die Gewinne um knapp zwei Drittel auf 15,63 Milliarden Yuan einbrachen. Zu spüren bekam das Unternehmen eine enorme Konsumzurückhaltung auf dem chinesischen Heimatmarkt. Aggressive Rabattaktionen sorgten nicht für den erhofften Effekt und an der Börse wird nun befürchtet, dass es eher mau weitergehen dürfte. Dezente Zweifel kommen angesichts dessen auch an hohen Investitionen für KI-Technologie auf.
Es wird nicht langweilig
Die nächste Berichtssaison steht bereits in den Startlöchern und wird in der zweiten Aprilwoche mit Ergebnissen der US-Banken eingeleitet. Dabei dürften die Marktakteure besonders genau hinsehen, denn die Effekte durch den Irankrieg werden bereits eine Rolle spielen. Langeweile wird angesichts dessen so schnell nicht aufkommen und auch im April ist mit einigen Überraschungen zu rechnen. Ob jene für Erleichterung oder noch mehr Schwermut sorgen mögen, steht aber noch in den Sternen.
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25.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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