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Weltgrößer Kupferproduzent plant hohe Investitionen

Chile plant 74 Mrd. USD Rohstoff-Investitionen in dieser Dekade

 

Die Investitionsplanung Chiles hat globale Bedeutung. Dies zeigt bereits ein Blick auf die Förderstatistik des Jahres 2018. Danach baute Chile nach Angaben von Statista 5,83 Mio. Tonnen Kupfer ab, mehr als doppelt so viel wie der weltweit zweitgrößte Kupferproduzent Peru, der auf 2,44 Mio. Tonnen kam. Dritter war China mit 1,59 Mio. Tonnen, gefolgt von den USA mit 1,22 Mio. Tonnen.

Nach Angaben des Informationsportals ,,Mining Weekly‘‘ erwartet Chile nun in der kommenden Dekade inländische Investitionen in den Bergbausektor von rund 74 Mrd. US-Dollar. Der größte Anteil davon wird auf den Kupferbergbau entfallen, sagte der größte chilenische Kupferexporteur, die staatliche Cochilco, in dieser Woche.

Die Liste der Projekte enthält dabei Investitionen der weltweitgrößten Minenunternehmen wie Antofagasta, Lundin Mining, Teck Resources und Kinross Gold. Allerdings hat die Corona-Krise rund 23 Projekte im Wert von 44 Mrd. US-Dollar verzögert.

Parallel dazu erklärte der chilenische Bergbau-Minister Baldo Prokurica, dass die Kupferindustrie 89,4 % der Gesamtinvestitionen Chiles ausmache! Aber ungeachtet der Corona-Pandemie, welche der chilenischen Industrie stark zugesetzt hatte, bleibe der Sektor eine treibende Kraft des Wirtschaftswachstums Chiles, so der Minister.

Im 2. Quartal 2020 war nach Daten von GlobalData aufgrund der Corona-Lockdowns und der im Zuge dessen angeordneten Minenschließungen der größten Kupferminen Lateinamerikas die weltweite Kupferproduktion um 3,7 % im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen.

Die gesamte Kupferförderung der 10 größten Kupferproduzenten betrug im 2. Quartal 2020 2,6 Mio. Tonnen nach 2,7 Mio. Tonnen im 1. Quartal 2020.

Die Produktion im Gesamtjahr 2020 soll um 1,5 % auf 20,3 Mio. Tonnen weltweit abnehmen, wobei der Rückgang in Chile und Peru überproportional ausfällt. Die Produktion in Chile dürfte nach den Schätzungen von GlobalData um 2,3 % gegenüber dem Vorjahr sinken. In Peru wird sogar ein Rückgang um 7,2 % in diesem Jahr erwartet.

Neben dem Einfluss der Corona-Pandemie machten sich hier aber auch sinkende Erzgehalte bemerkbar.

 

Fazit

 

Die Corona-Pandemie hat nicht nur die Verwundbarkeit globaler Lieferketten verdeutlicht. Die vorangegangenen politischen und sozialen Konflikte in Chile, aber auch in anderen lateinamerikanischen Staaten zeigen auch das regionale Risiko für die globale Kupferversorgung, welches sich territorial aktuell kaum reduzieren lässt. Die hohen Investitionen in die Kupferindustrie Chiles stellen gleichwohl ein Signal für die Absicht Chiles dar, die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Die hohe Bedeutung der Kupferindustrie für den Wohlstand Chiles ist indes noch keine Lösung des ,,Verteilungsproblems‘‘, welches spätestens seit der Militärdiktatur Pinochets für Chile besteht. Ein weitsichtiges Verständnis von Versorgungssicherheit bei Kupfer schließt deshalb eine substanzielle Verbesserung dieser Konfliktpunkte mit ein.

 

01.10.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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