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Chiles Kupfersektor blickt sorgenvoll auf neue Corona-Welle

Weltgrößter Kupferproduzent – wie weiter bei neuer Corona-Welle?

 

Der weltweit führende Kupferproduzent Chile hat es bislang geschafft, die Pandemie-Störungen zu bewältigen, die den Bergbau in anderen Ländern zum Erliegen gebracht haben, und obendrein im vergangenen Jahr mehr Kupfer produziert als 2019.

Dies trug dazu bei, die chinesischen Raffinerien in Zeiten knapper Märkte und hoher Preise zu beliefern. Obwohl Chile gut vorbereitet ist, um eine zweite Infektionswelle zu überstehen, könnte die Produktion laut einer Gruppe von Branchenschwergewichten letztendlich darunter leiden. Dies berichtet das Rohstoffportal ,,Mining Weekly‘‘.

Minen wie die Escondida der BHP Group und die von Codelco betriebenen Minen setzen die in der Anfangsphase der Pandemie geltenden Beschränkungen wieder ein - beispielsweise die Demobilisierung einiger Arbeitnehmer und die Aufforderung an andere, aus der Ferne zu arbeiten -, um das Personal zu schützen und den Betrieb in Chile bei steigenden Infektionsraten aufrechtzuerhalten. Sie können dies tun, indem sie nicht wesentliche Aktivitäten wie Wartungs- und Erdarbeiten vorbereiten.

,,Wenn die Pandemie noch ein Jahr oder sechs Monate andauert, könnten sich die in den Minen verhängten Maßnahmen letztendlich auf die Produktion auswirken", sagte Joaquin Villarino, Leiter des chilenischen Bergbaurats.

Chile, auf das rund 25 % des weltweit abgebauten Kupfers entfällt, produzierte im vergangenen Jahr etwas mehr als 5,8 Millionen Tonnen, sagte Villarino in einem Interview mit der Radiosendung Pauta Bloomberg unter Berufung auf Daten der Regierungsbehörde Cochilco. Dies stehe im Einklang mit den Prognosen und sei ähnlich oder etwas höher als 2019, sagte er. Das Statistikbüro der Regierung wird voraussichtlich am 29. Januar die Kupferproduktion im Dezember veröffentlichen.

Wenn die im letzten Jahr verabschiedeten Maßnahmen bestehen bleiben, sollten die chilenischen Minen in der Lage sein, ihren Betrieb fortzusetzen, selbst wenn das Land eine Zunahme von Infektionen erleidet, sagte er. Dennoch sind das Virus und seine Folgen unvorhersehbar und die Branche bleibt äußerst vorsichtig.

Der Bergbau-Sektor hat angeboten, der Regierung bei der Durchführung von Impfungen zu helfen, obwohl Bergleute keinen Vorrang vor anderen Arbeitnehmern im Land haben, sagte Villarino.

Die Kupfer-Futures sind auf ein Mehrjahreshoch gestiegen und notierten am Mittwoch bei etwa 3,64 USD pro Pfund. Dies ist auf die Erholung der chinesischen Nachfrage, die anhaltenden Versorgungsstörungen und die Dollarschwäche zurückzuführen.

 

 

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeHohe Preise sind ein gutes Zeichen für Chiles Investitionsaussichten, aber nicht die einzige Variable bei Entscheidungen, wobei auch die politische und soziale Stabilität berücksichtigt werden, sagte er.

Angesichts der bevorstehenden Ausarbeitung einer neuen Verfassung durch Chile sagte Villarino, das Land habe die Chance, seinen internationalen Ruf zu verbessern, wenn der Prozess in einem Rahmen von Respekt und Offenheit durchgeführt werde und in den Bereichen Umweltschutz und Rechte der Ureinwohner Fortschritte erzielt werden könnten.

 

Fazit

 

Der weltgrößte Kupferproduzent Chile hat den Corona-Schock, welcher mit sozialen Unruhen zusammenfiel, im vergangenen Jahr insgesamt erstaunlich gut bewältigt. Für das Vermeiden neuer Schließungen von Minen dürfte es aber essenziell sein, dass die Minenarbeiter wirksam geimpft werden. Dadurch dürfte es möglich sein, die Produktion aufrecht zu erhalten. Viel dürfte aber auch davon abhängen, wir wirksam die derzeitig verfügbaren Impfstoffe gegen weitere mögliche Mutationen des Corona-Virus schützen.

 

21.01.2021 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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