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Basismetalle – die Hoffnungen ruhen auf China

Moody’s sieht China als wichtigen Faktor bei Basismetallen

 

Nach Ansicht der Ratingagentur Moody’s hat die Corona-Pandemie zu einer signifikanten Gefährdung des weltweiten Wachstums geführt, welche sich direkt auf die Nachfrage nach Basismetallen auswirkte. Dies teilte die Infoseite ,,Mining Weekly‘‘ mit.

Wie die Agentur mitteilte, sind die Einkaufsmanagerindizes (PMI) im Mai im Bereich starker Kontraktion verharrt. Die USA lagen bei 43,1, die Eurozone bei 39 – allerdings nach 13,5 im April. Brasilien stand im Mai bei 38,3 und China bei 50,6, nachdem der Wert Chinas im Februar sein Tief bei 35,7 erreicht hatte.

Moody’s betont, dass für den Anstieg der Indikatoren bei Basisrohstoffen China ein bedeutender Einflussfaktor sei. Denn China generiert mindestens 50 % der weltweiten Nachfrage nach Aluminium, Kupfer und Nickel, und mindestens 48 % jener nach Zink.

Mit der Wiedereröffnung der Produktionsstätten, die in China eher stattfand als in anderen Ländern, haben sich nun auch die Preise für Basisrohstoffe wieder von ihren Tiefstkursen im März 2020 erholt.

Jedoch seit nach Ansicht der Analysten von Moody’s eine weitergehende Erholung unwahrscheinlich, wenn vor allem die Lagerbestände.

 

Walzwerk

Bildnachweis: © Schmolz + Bickenbach AG

 

Die Industrie für Basisrohstoffe hat dabei mehrere Herausforderungen zu meistern. Sie muss in neue Minen investieren, sieht sich steigendem politischen Druck und Ressourcen-Nationalismus gegenüber und muss Umweltrisiken angehen. Und schließlich muss das operative Geschäft gegen die Corona-Risiken abgeschirmt werden.

Moody’s könnte eine Anhebung des Ausblicks für die Branche in Erwägung ziehen, wenn die PMI’s in den USA, Europa und China mindestens 2 Monate zwischen 50 und 55 liegen würden. Jedoch ist dies erst wahrscheinlich, wenn die Pandemie unter Kontrolle sei.

Für das laufende Jahr erwartet Moody’s einen BIP-Rückgang in den USA von 5,7 %, in der EU von 8,5 % und in China von 1 %.

Dabei sehen sie einen stärkeren Einfluss der Lockdowns im 2. Quartals als zuvor geschätzt. Zudem dürfte sich eine graduelle Erholung der Wirtschaft auf das 2. Halbjahr 2020 verschieben, wobei die Erholung der Weltwirtschaft länger als erwartet dauern und unstetig sein dürfte.

 

Turbulenzen in den Lieferketten

 

Die Preise für Basismetalle wie auch das Sentiment in den entsprechenden Märkten wurde außerdem von den öffentlichen Unterstützungsprogrammen in den entwickelten Volkswirtschaften positiv beeinflusst.

Unterbrechungen in den Produktions- und Logistikketten hatten vor allem bei Kupfer und Zink zu Turbulenzen geführt.

Zuletzt sind allerdings die Lagerbestände an der London Metal Exchange (LME) wieder angestiegen, obwohl bei Zink weniger stark als bei anderen Basismetallen. Insgesamt dürften auch die Lagerbestände einen weiteren Preisanstieg begrenzen.

Damit wird jedes Basismetall seinen eigenen Erholungspfad bilden. Obwohl in verschiedenen Endverbrauchermärkten genutzt, lastet etwa auf dem Aluminiumpreis seine exponierte Nutzung im Flugzeugbau, im Transport- und Bausektor.

Kupfer habe nach Ansicht von Moody’s einen ähnlichen Endverbrauchermarkt wie Aluminium und werde ebenfalls preislich verwundbar bleiben.

Bei raffiniertem Kupfer drehte der Markt in den ersten beiden Monaten des Jahres in einen Angebotsüberschuss, ungeachtet der Produktionsstilllegungen. Allerdings sollte ,,Dr. Copper‘‘ von der wieder anziehenden Industrieproduktion im laufenden Jahr profitieren.

Mittelfristig erwartet Moody’s ein Angebotsdefizit für Kupfer. Sinkende Erzgehalte, Projektverzögerungen und eine Suspendierung von Bauprojekten in Ländern wie Chile machen es immer schwerer für die Förderunternehmen, ihre Produktion aufrecht zu erhalten.

Die Entwicklung bei Nickel dürfte demgegenüber von jener für rostfreien Stahl abhängen. Dieser Bereich macht 70 % der Nickelnachfrage aus. China alleine generiert 54 % der weltweiten Nickelnachfrage. Der Nachfrageschock für rostfreien Stahl hat auch den Nickelmarkt in einen Angebotsüberschuss getrieben und zu steigenden LME-Beständen geführt.

Mittel- bis langfristig dürfte Nickel aber von der Weiterentwicklung im Bereich von batteriegetriebenen Elektrofahrzeugen profitieren.

Die Zinkpreise dürften hingegen nach Ansicht der Moody’s-Analysten weiter unter Druck bleiben. Der große Anteil der Stahlindustrie drückt hier auf die Preise. Die Marktverzerrung sei hier stärker als bei anderen Basismetallen. War der Zinkmarkt im 1. Quartal 2019 noch in etwa ausgeglichen, so betrug der Angebotsüberschuss ein Jahr später rund 8 %! Dabei fiel ein Anstieg der Fördermenge um 3 % mit einem Rückgang der Nachfrage von 4 % zusammen.

 

Fazit

 

Der Prognosenebel bei den Basismetallen bleibt weiterhin hoch. Einen großen Einfluss auf den zukünftigen Entwicklungspfad der Preise und Mengen hat allerdings China. Vor allem die Nachfrage im chinesischen Bausektor und in der chinesischen Automobilindustrie dürfte die Dynamik der Erholung bei den Basismetallen bestimmen.

 

29.06.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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