BYD und NIO kämpfen sich durch schwierige Zeiten in China – Bei VW brennt der Baum
Chinesischer Automarkt wächst nicht wie erhofft, was zum Problem für europäische und heimische Marken wird
Chinesischer Automarkt bleibt im Fokus des Anlegerinteresses. Schwache Absatzzahlen stellen nicht nur die europäischen Marken auf den Prüfstand und sorgen mancher Orts sogar für Existenzängste.
In den vergangenen Jahren waren die Schlagzeilen im Autosektor davon geprägt, dass die chinesischen Unternehmen die Weltmärkte mit ihren Exportrekorden einnehmen. Die chinesischen Unternehmen übernehmen mit ihren Exportzahlen die weltweiten Absatzmärkte. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die chinesischen Unternehmen immer weniger Fahrzeuge kaufen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden im Mai auf den chinesischen Markt etwa 1,5 Millionen Fahrzeuge verkauft, was ein Minus von 22 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dieser Trend begann bereits im Januar und setzte sich auch in den Folgemonaten fort.
Eigentlich war der chinesische Absatzmart als großer Wachstumsmarkt für die Autohersteller gedacht. Die Mittelschicht im Reich der Mitte wächst rasant und so erhofft man sich auch eine Kaufkraftzunahme. Doch die Mittelschicht scheint immer mehr auf den öffentlichen Personenverkehr zu setzen. Vor allem da der Wegfall der staatlichen Subventionen in China fällt bei der wachsenden Mittelschicht stark ins Gewicht. Zu Beginn des Jahres wurden die staatlichen Subventionen für Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybride fast vollständig zurückgefahren. Die Konsumenten wussten bereits seit Ende Oktover von den Veränderungen, so dass geplante Käufe ins vierte Quartal des Jahres vorgezogen wurden.
Die chinesischen Kunden sind extrem preisintensiv und reagieren auf die kleinsten Preisänderungen bereits sehr stark. Zudem belastet die negative Konsmstimmung in China. Die anhaltende Immobilienkriese belastet vielerorts die Vermögen, da die Konsumenten mit den Rückzahlunen für Immobilienkredite zu kämpfen haben. Ein Neuwagen wird damit immer mehr zum Luxusgut.
Gerade für die deutschen Autobauer ist dies ein Alarmsignal. Der chinesische Automobilmarkt gerät zunehmend unter Druck, während die chinesischen Unternehmen immer neue Innovationen in den Markt bringen und die Produktionspreise weiter drücken. Bei Volkswagen rechnet man intern auch nicht damit, dass sich der Markt in China in diesem Jahr noch erholen wird. Der Anteil der Verbrenner wird am chinesischen Markt derweil immer geringer. Während die europäischen Marken dieses Marktsegment weiter dominieren, sind die chinesischen Marken im Elektrobereich oftmals günstiger und besser an die Wünsche der heimischen Kundschaft angepasst.
Langfristig ist allerdings davon auszugehen, dass der chinesische Markt sich wieder normalisiert. So ist die Autodichte in China weiterhin deutlich niedriger als in Europa und die Mittelschicht nimmt rasant zu. Der chinesische Markt ist also nicht gesättigt und bietet weiterhin gute Wachstumsaussichten, doch die Konsumenten können sich aktuell aufgrund der angespannten ökonomischen Lage keine Neuwagen leisten.
Auch chinesische Hersteller unter Druck
Auch die chinesischen Hersteller wie BYD (CNE100000296) oder NIO (US62914V1061) geraten im umkämpften Heimarkt immer mehr unter Druck. Doch die chinesischen Marken haben den großen Vorteil, dass sie die Exportmärkte noch nicht vollständig erschlossen haben. So können die heimischen Marken die schwächen im Heimatmarkt abfedern und dies scheint auch zu funktionieren. Ein Indiz dafür ist, dass die Exporte der chinesischen Marken im letzten Quartal un 75 % zunahmen. Besonders der Mittel- und Südamerikanische Markt ist dabei im Zentrum des Fokus von chinesischen Firmen.
Die Exportmärkte sind auch der Grund weshlalb die allgemeine Marktstimmung bei den chinesischen Unternehmen noch deutlich entspannter ist, als bei den europäischen Konkurrenten. Das Problem für die europäischen Marken ist dabei, dass die Chinesen damit den Preiskampf aus dem chinesischen Markt weiter nach außen verlagern, um in den Exportmärkten schnell Marktanteile zu gewinnen. Sollten sie dabei erfolgreich sein, dann dürfte die Marge der europäischen Konkurrenz weiter sinken.
Die Chinesen konnten durch die staatlichen Subventionen in Milliardenhöhe in den letzten Jahren die heimische Produktion weiter skalieren und so wichtige Skaleneffekte zur Senkung der Kostenbasis erzielen. Weiterer Vorteil der chinesischen Marken ist die ausgedünnte Produktpalette, die primär für den chinesischen Markt erschaffen wurde und die Wünsche der chinesischen Konsumenten berücksichtig.
Investoren erhöhen den Druck auf VW
Bereits im letzten Jahr sind die kritischen Stimmen auf der Jahreshauptversammlung bei Volkswagen (DE0007664039) lautet geworden, nun erhöhen die Investoren den Druck auf das Management. Die Fondsgesellschaft Deka verkündete, dass VW dringend das Geschäftsmodell auf den Prüfstand stellen müsse. Bei VW geraten die Absatzzahlen, die Marge und die Wettbewerbsfähigkeit gleichzeitig unter Druck und da sei es nicht ausreichend nur auf vereinzelte Liquiditätseffekte zu setzen. Dabei seine die Sparmaßnahmen in Höhe von 15 Milliarden Euro pro Jahr ab 2030 zwar ein Schritt in die richtige Richtung, doch dies schütze nicht davor, dass man in den wichtigen Märkten der Konkurrenz weiterhin hinterherhinkt.
CEO Oliver Blume sieht hingegen den Konzern auf dem richtigen Weg. Laut Blume habe es Volkswagen geschafft einen Großteil der externen Effekte, wie die temporären Einfuhrzölle in den USA zu kompensieren, sodass mit die angepeilte operatitve Rendite von 4 bis 5,5 % in diesem Jahr voraussichtlich erreichen werde.
BYD-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten BYD-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BYD-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu BYD - hier weiterlesen...
22.06.2026 - Christian Teitscheid

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)






20.06.2026
18.06.2026
14.06.2026
12.06.2026