SpaceX wieder unter Druck, BYD dreht im Ausland auf und Spotify markiert KI-Content – BÖRSE TO GO
Es ragen weiter Schatten auf die Lichtblicke an den Börsen
Am Dienstag ging ein weiterer Handelstag zu Ende, der sich kaum als wirklich schlecht bezeichnen ließ. Doch größere Zugewinne in den Indizes blieben weitestgehend aus, auch wenn es kurzzeitig sogar hier und dort Rekorde zu sehen gab. Gehofft wurde auf eine neuerliche Annäherung zwischen den USA und dem Iran, nachdem entsprechende Andeutungen aus Pakistan gemacht wurden.
Allerdings hielt die Zuversicht nicht lange, denn Meldungen über einen US-Angriff auf ein Schiff, welches einen iranischen Hafen anzusteuern versuchte, ließen Hoffnungen auf einen nachhaltigen Frieden wieder dahinschmelzen. Der Dow Jones gab dadurch bedingt anfängliche Kursgewinne wieder ab und ging 0,3 Prozent tiefer mit 53.792 Punkten aus dem Handel. Ähnlich unter Druck stand auch der vielbeachtete Nasdaq 100.
Beim DAX konnte einmal mehr ein neues Allzeit-Hoch bei 26.505 Punkten erreicht werden, was die meisten Analysten auf eine erfreuliche Berichtssaison zurückführen. Belastend bleibt aber die eher schwache Konjunktur im Inland sowie die Sorge vor steigenden Ölpreisen und zuletzt auch vor den Auswirkungen der Rekorddürre. Im späteren Handel geriet der Index wieder etwas unter Druck und landete zu Handelsschluss noch bei 26.391 Punkten. Das sind immerhin 0,3 Prozent mehr als tags zuvor, allerdings konnte der DAX auch noch nicht auf die jüngsten Meldungen über Angriffe im Nahen Osten reagieren.
In Asien gab es wieder leichte Erholungen bei den Chipherstellern zu sehen, was dem Kospi ein Plus von 0,7 Prozent ermöglichte. In Tokio blieben die Börsen feiertagsbedingt geschlossen. Beim Hang Seng ging es hingegen um 1,1 Prozent auf noch 25.653 Punkte in Richtung Süden. Dort belasten Sorgen vor steigenden Ölpreisen tendenziell noch mehr als in westlichen Gefilden.
SpaceX gibt schon wieder nach
Der Konflikt im Nahen Osten sorgt für hartnäckige Zinssorgen, was wiederum im Tech-Segment einer neuerlichen Rallye im Wege steht. Die Vorsicht der Anleger ließ vor allem Titel leiden, die als eher spekulativ gelten. Mit in diese Kategorie fällt die Aktie von SpaceX (US84615Q1031), welche nach einer kräftigen Erholung wieder um 3,9 Prozent auf 133,29 US-Dollar zurückfiel. Nachbörslich gab es weitere Abschläge zu sehen. Es bestehen erhebliche Zweifel daran, ob der Musk-Konzern seine angepeilten Gewinnsprünge in den kommenden Jahren tatsächlich erreichen können wird.
BYD: Exportschlager!
Mit guten Neuigkeiten konnte der chinesische Autobauer BYD (CNE100000296) dienen, dessen Ambitionen im Auslandsgeschäft immer mehr Früchte tragen. In Deutschland konnte der BYD Seal U laut einer Pressemitteilung des Kraftfahrt-Bundesamtes im Juli zum meistverkauften Plug-in-Hybrid avancieren mit stolzen 1.821 verkauften Exemplaren. Insgesamt steigerte BYD seine Absatzzahlen hierzulande um fast 360 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat und kratzt damit bei den Marktanteilen bereits an der 2-Prozent-Marke. Die Anleger scheint das aber nicht über den Gegenwind auf dem ungleich wichtigeren Heimatmarkt hinwegtrösten zu können. Die BYD-Aktie gab gestern um 1,1 Prozent auf 90,12 Yuan nach.
Spotify will KI-Musik kennzeichnen
Beim Streaming-Anbieter Spotify (LU1778762911) zeigen sich schon seit einer Weile die Schattenseiten des KI-Zeitalters. Nun reagiert das Unternehmen auf die Wünsche der Kundschaft, menschliche Profile von KI-Profilen unterscheiden zu können. Ab Mitte September soll es eine Kennzeichnung sogenannter „AI Persona“ geben. Dafür will Spotify auch aktiv Prüfungen vornehmen. Wie sich das auf das Geschäft auswirken mag, bleibt wohl abzuwarten. Schon seit Monaten wird Spotify mit KI-Musik regelrecht geflutet. Die Aktionäre scheinen von der Kennzeichnung nicht angetan zu sein; die Spotify-Aktie musste am Dienstag Verluste von 2,1 Prozent verkraften.
Tagestermine
Heute stehen neue Inflationsdaten aus den USA schwer im Mittelpunkt, welche am Nachmittag deutscher Zeit erwartet werden. Die Märkte werden daraus auch Rückschlüsse zur weiteren Zinsentwicklung ziehen. Je höher die Inflation ausfällt, desto größer ist auch der Druck bei der Fed, dagegen Maßnahmen in die Wege zu leiten. Die Berichtssaison verlagert sich derweil ein wenig in die zweite Reihe, doch Ergebnisse von E.ON, Douglas, Brenntag, TUI und Tencent werden dennoch spannend zu verfolgen sein.
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12.08.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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