BYD, Tesla - Sind die chinesischen Autohersteller fünf Jahre vor dem Rest der Welt?
Fahrassistenzsysteme könnten für Disruptionen im E-Automarkt sorgen
Vorstandsvorsitzender bei BYD behauptet, dass die chinesischen Elektroautos der globalen Konkurrenz mittlerweile weit voraus sind.
Die Kritik gegenüber der chinesischen Autoindustrie ist global nahezu erdrückend. Dabei werden nicht die Produkte oder deren Qualität direkt kritisiert, sondern die Kritik richtet sich an die chinesische Regierung. Die chinesischen Elektro-Fahrzeuge sind deutlich günstiger als die westliche Konkurrenz und das bei einer sehr guten technischen Ausstattung. Dass die chinesischen Unternehmen ihre Fahrzeuge so günstig produzieren können, liegt auch an den Milliardensubventionen der chinesischen Regierung. Andere Staaten kritisieren, dass China dadurch unfair in globalen Wettbewerb eingreift. Aufgrund dessen haben bereits zahlreiche Länder wie die USA oder auch Länderzusammenschlüsse wie die Europäische Union Strafzölle für chinesische Elektro-Fahrzeuge eingeführt. Dies erhöht den Preis der Fahrzeuge und soll den heimischen Automobilmarkt bzw. die heimische Wirtschaft schützen.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die chinesischen Fahrzeuge nicht nur durch ihre geringeren Anschaffungskosten punkten, sondern auch im Hinblick auf die technische Ausstattung und der Qualität den europäischen Konkurrenten in keinerlei Hinsicht nachsteht. Dabei bekommt die kürzliche getätigte Aussage von Wang Chuanfu, dem Gründer von BYD (CNE100000296) noch ein höheres Gewicht. Dieser sprach in einem Fernsehinterview davon, dass Chinas Technologie für Elektrofahrzeuge in Bezug auf Produktion, Technologie und industrieller Lieferkette etwa drei bis fünf Jahre vor der globalen Konkurrenz liege.
Dabei boomt die chinesische Automobilindustrie wie nie zuvor. Bereits 2023 hat man Japan als weltgrößten Autoexporteur abgelöst und ist seit dem weiter auf Wachstumskurs. Dabei überzeugen die chinesischen Autobauer im internationalen Vergleich besonders mit ihrer kosteneffizienten Produktion. Dabei stößt BYD besonders positiv hervor. Der Autobauer verkauft mittlerweile weltweit die meisten Elektroautos und hat dabei auch Elektroprimus Tesla (US88160R1014) überholt. Weiterhin stellen die Plug-in-Hybride des Unternehmens eine gelungene Ergänzung zum Produktportfolio dar und machen weiterhin rund 70 % des Umsatzes aus. Dabei läuft die internationale Expansion allerdings nicht so reibungslos wie man zu Beginn geplant hatte.
Auf sich aufmerksam machte BYD in der letzten Börsenwoche durch die Ankündigung, dass man zukünftig das eigenentwickelte Fahrassistenzsystem serienmäßig in alle Fahrzeuge des Unternehmens integrieren möchte. Dabei sollen laut Gründer Wang alle Modelle mit einem Fahrzeugpreis über umgerechnet 13.000 € mit dem fortschrittlichen autonomen Fahrassistenzsystem „God’s eye“ ausgestattet werden. Des könnte zu Disruptionen im Markt führen, da bislang alle Hersteller mit einem fortschrittlichen Assistenzsystem geplant hatten, dieses via eines Abo-Modells den Kunden anzubieten.
Die Ankündigung führte direkt zu zahlreichen Anpassungen nach oben bei den Kurszielen von BYD. Denn durch die Standardisierung des Fahrassistenzsystems könnte BYD die Vorherrschaft im Massenmarktsegment weiter festigen. Aktuell notiert die BYD-Aktie auf einem Rekordhoch bei 48,30 € und damit auch in etwa auf dem Niveau des durchschnittlichen Kurszieles. Dabei attestieren die neusten Kurszielanpassungen etwa von JP Morgan der Aktie ein weiteres Aufwärtspotenzial von rund 40 %. Damit dies erreicht wird, müssen aber wohl stichhaltige Erfolge bei der Internationalisierungsstrategie in den nächsten Quartalen erzielt werden.
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26.02.2025 - Christian Teitscheid

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