Die Commerzbank kann punkten, klingelnde Kassen bei Société Générale, Rheinmetall bleibt auf der Höhe und AT&S dominiert in Österreich
Dir größten Kursgewinne feierten Anleger im vergangenen Jahr nicht mit KI-Aktien
Ein neues Jahr hat begonnen und damit richtet der Blick sich am heutigen Feiertag unweigerlich auf das vorangegangene Jahr. Zwar lassen sich aus vergangenen Kursentwicklungen nur sehr bedingt Rückschlüsse auf die Zukunft ziehen. Manche Lehre lässt sich aber schon aus dem ziehen, was und 2025 bescherte. Die größten Gewinner standen nicht unbedingt ständig in den Schlagzeilen.
Vor allem in Deutschland und Europa konnten Anleger nicht etwa mit KI-Aktien die höchsten Renditen erzielen. Stattdessen fanden sich Titel aus dem Bankensegment ganz vorne im Ranking diverser Indizes. Auch für die Commerzbank (DE000CBK1001) ging es in den letzten zwölf Monaten steil aufwärts. Ein Plus von 132 Prozent ließ den Kurs bis auf 36,10 Euro zu Handelsschluss am letzten Handelstag 2025 aufsteigen. Zuvor konnten die Bullen bei 38,40 Euro den höchsten Stand seit etwa 15 Jahren markieren.
Die kräftigen Kursaufschläge kamen freilich nicht aus heiterem Himmel. Die Commerzbank profitierte von einem ausgesprochen freundlichen Branchenumfeld und bemühte sich zudem aktiv darum, den Kurs so weit wie möglich nach Norden zu befördern. Genau das ist die Verteidigungsstrategie im Ringen gegen Übernahmegelüste von Unicredit. Bisher scheint die Taktik aufzugehen. Vor anderthalb Jahren war eine Übernahme noch deutlich attraktiver und es dürfte kein Zufall sein, dass die Italiener sich nun schon seit Monaten eher bedeckt halten.
Société Générale: Rekordverdächtig!
Allerdings brauchte es nicht einmal zwingend überschwängliche Aktionärsgeschenke, um Bankenaktien im Jahr 2025 anschwellen zu lassen. Das stellt die Aktie der Société Générale (FR0000130809) unter Beweis, mit der es sogar um 155 Prozent bis auf 69,18 Euro in die Höhe ging. Zu verdanken ist dies Geschäftszahlen, welche alle Erwartungen sprengten. Im zweiten Quartal konnte das Unternehmen das beste Ergebnis seit rund 20 Jahren erzielen.
Bisher gibt es nur wenige Anzeichen dafür, dass dieser Trend nachlassen könnte. Auf 2026 blicken viele Analysten sogar mit noch mehr Optimismus und der (vagen) Hoffnung, dass eine Konjunkturerholung die Kreditnachfrage und damit auch die Geschäfte der Banken noch weiter ankurbeln könnte. Bleibt für das neue Jahr eigentlich nur zu hoffen, dass keine unangenehmen Überraschungen auftreten mögen und die Rallye im Segment ihre beeindruckende Reise fortsetzen kann.
Rheinmetall kann sich weiter sehen lassen
Nicht mehr ganz überzeugt und unbegrenztem Wachstum sind die Aktionäre von Rheinmetall (DE0007030009). Die fortlaufenden Friedensverhandlungen um die Ukraine bringen manchen Anteilseigner ins Grübeln. Zuletzt ließ der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner Neujahrsansprache wissen, dass ein Frieden schon zu „90 Prozent“ erreicht sei. An der Börse wird spekuliert, dass Europa im Falle schweigender Waffen seine Rüstungsbemühungen wieder zurückfahren oder zumindest nach hinten verschieben könnte, um leere Haushaltskassen zu schonen.
Allzu wahrscheinlich ist das aber nüchtern betrachtet nicht. Denn zum einen dürften viele Nato-Staaten Russland weiterhin nicht über den Weg trauen und zum anderen würde man es sich bei sinkenden Rüstungsausgaben schnell mit US-Präsident Donald Trump verscherzen und damit die Gefahr für neue Zölle oder andere Repressalien erhöhen. Darüber sind dich nicht wenige Börsianer sehr wohl bewusst. Daher errang die Rheinmetall-Aktie trotz einer Korrektur in den letzten Monaten den ersten Platz im DAX im vergangenen Jahr mit Aufschlägen von knapp 160 Prozent.
AT&S führt den ATX an
Im Nachbarland Österreich hingegen war es tatsächlich eine Aktie mit KI-Bezug, welche im Leitindex ATX die höchsten Kursgewinne im Jahr 2025 für sich verbuchen konnte. IC-Substrate von AT&S (AT0000969985) sind für Chiphersteller wie AMD unverzichtbar und die Auftragsbücher sind bestens gefüllt. Nachdem das Unternehmen seine Kostenbasis besser in den Griff bekam, sahen die Bullen über schwache Entwicklungen aus der Vergangenheit hinweg und es ging um nicht ganz 150 Prozent auf 32,30 Euro aufwärts.
Gleichzeitig zeigte der ATX eine beispiellose Entwicklung mit Kursaufschlägen von 45 Prozent im Jahresvergleich. Damit konnten die Märkte in Österreich nicht nur den DAX, sondern auch Dow Jones und Nasdaq 100 recht bequem hinter sich lassen. Auch das ist ein Beispiel dafür, dass die größten Gewinne sich nicht immer hinter den üblichen Verdächtigen verbergen.
Auf ein Neues
Ich weiß nicht, wie es Ihnen im vergangenen Jahr mit Ihren Investments ergangen sein mag und ob sich jede Hoffnung erfüllen konnte. Doch mit einem neuen Jahr gibt es stets auch neue Chancen und manches Risiko wird kleiner. Vor allem Zölle dürften die Märkte nach den Erfahrungen des letzten Jahres weniger schnell aus der Ruhe bringen. Und vielleicht stehen wir endlich am Beginn einer Wende auf konjunktureller Ebene, was den Aktienmärkten freilich sehr gelegen käme. Allen Anlegern sei ein erfolgreiches und hoffentlich noch Besseres Jahr als 2025 gewünscht.
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01.01.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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