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Unicredit hält an den Übernahmeplänen bei der Commerzbank fest, doch Unternehmen und Bundesregierung wehren sich weiterhin

Bei der Commerzbank geht die Übernahmeschlacht weiter

NTG24 - Unicredit hält an den Übernahmeplänen bei der Commerzbank fest, doch Unternehmen und Bundesregierung wehren sich weiterhin

 

Eine Weile lang war es ruhig geworden rund um die von der Unicredit anvisierte Übernahme der Commerzbank. Am Montag lieferten die Italiener nun aber ein Update. Demnach hat sich der eigene Anteil an der Commerzbank mittlerweile auf etwa 26 Prozent erhöht und dabei soll es nicht bleiben. Zu gegebener Zeit sollen weitere Finanzinstrumente in Aktien umgewandelt werden.

Damit würde sich der Anteil von Unicredit an der Commerzbank (DE000CBK1001) dann auf 29 Prozent erhöhen. Den Segen der Kartellwächter hat die italienische Bank dafür bereits. Ganz anders sieht das allerdings beim Management der Commerzbank aus. Dort wehrt man sich weiterhin mit allen Mitteln gegen die Übernahme und ließ mitteilen, weiterhin für Eigenständigkeit kämpfen zu wollen. Die Mitteilung des mittlerweile größten Einzelaktionärs habe man zur Kenntnis genommen.

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Der erhöhte Aktienanteil änderte aber nichts an der grundsätzlichen Haltung der Commerzbank selbst. Bereits erzielte Erfolge bei der aktuellen Strategie werden als Argument hergenommen, um letztere weiterhin zu verfolgen. Auf Unterstützung baut das Frankfurter Geldhaus sowohl bei den Angestellten als auch den Kunden und wichtigen Investoren. Gemeint ist damit auch die Bundesregierung, welche derzeit noch etwas mehr als zwölf Prozent der Anteilsscheine hält.

 

Commerzbank: Unterstützung aus Berlin

 

Aus dem Bundesfinanzministerium gab es gestern erneut Kritik am Vorgehen von Unicredit. Das erneut „unabgestimmte“ und „unfreundliche“ Vorgehen wird dort nach Angaben einer Sprecherin abgelehnt. Zugleich wurde bekräftigt, keine weiteren Anteilsscheine veräußern zu wollen. Im vergangenen Jahr startete Unicredit seinen Übernahmeversuch ausgerechnet mit dem Kauf von Anteilen des Bundes, die damals ihren Weg auf den freien Markt fanden. Wiederholen soll sich so etwas nun erstmal nicht.

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Werbebanner EMH PM TradeAllerdings könnte der Bund gegenüber dem Steuerzahler durchaus in dezente Erklärungsnot geraten. Schließlich notiert die Commerzbank-Aktie so hoch wie seit rund zehn Jahren nicht mehr und damit könnte der Fiskus noch weitaus höhere Einnahmen erzielen als im letzten Jahr. Aus der Ruhe bringen lässt man sich in Berlin dadurch bisher offensichtlich nicht. Die Eigenständigkeit der Commerzbank scheint Priorität zu haben, und dafür gibt es durchaus auch in der Bevölkerung und aus der Kundschaft Support.

Unicredit-Chef Andrea Orcel wirbt derweil für die Schaffung eines europäischen Champions im Segment und rechnet sich vor allem Chancen im Geschäft mit Privat- sowie Mittelstandskunden aus. Das klingt auch erstmal gut und schön. Doch sowohl Commerzbank als auch Bundesregierung und Betriebsrat befürchten, dass eine solche Fusion etliche Stellenabbauten und Filialschließungen mit sich bringen könnte. Dies wird immer wieder als einer der Hauptgründe für den heftigen Widerstand gegen die Übernahmepläne genannt.

 

Die Commerzbank schlägt sich wacker

 

Bisher ist der Abwehrkampf der Commerzbank recht erfolgreich. Zumindest in die Länge gezogen werden konnte die Übernahmeschlacht durch eine gezielte Aufwertung des eigenen Aktienkurses. Mancher Rekord in den Bilanzen half dabei weiter, die sehr üppigen Ausschüttungen an die Anteilseigner taten ihr Übriges. Jene sollen in den kommenden Jahren auch munter weitergehen, damit ein Verkauf für die Investoren so unattraktiv wie möglich wird. Die Strategie scheint bisher zu funktionieren, was sich aber auch noch ändern könnte.

Steigt der Anteil von Unicredit auf mehr als 30 Prozent, so wäre ein verbindliches Übernahmeangebot zwingend vorgesehen. Je nachdem, wie hoch dieses ausfallen könnte, dürfte der eine oder andere Aktionär seine bisherige Strategie noch einmal überdenken. Noch immer ist nichts final entschieden. Klar ist aber, dass die Übernahmeschlacht auch den Aktienkurs schwer in die Höhe getrieben hat. Am Montag ging die Commerzbank-Aktie mit 36,18 Euro und damit satte 130 Prozent höher als zu Jahresbeginn aus dem Handel.

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26.08.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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