Glücklich ist auch Daiichi Sankyo mit der Krankenkassenreform nicht, doch an den Investitionsplänen in Deutschland wird nicht gerüttelt
Daiichi Sankyo ist gekommen, um zu bleiben
In Deutschland stehen künftig einige Reformen an, um den Staatshaushalt wenigstens einigermaßen wieder in die Spur zu bekommen. Auch die Krankenkassen sollen entlastet werden, unter anderem mit einer Änderung bei der Vergütung von Arzneimitteln. Die Pharmakonzerne müssen da etwas zurückstecken, was jene natürlich nicht gerade in Ekstase versetzt.
Als Reaktion darauf haben Eli Lilly und Boehringer darauf, indem Ausbaupläne für Deutschland zusammengestrichen wurden. Als Grund dafür wurden explizit die Pläne der Bundesregierung genannt und es wurde nicht an Kritik gespart. Der japanische Konzern Daiichi Sankyo (JP3475350009) zeigt sich ebenfalls unzufrieden mit anstehenden Reformen. Anders als die Konkurrenz hält man aber an Expansionsplänen in Deutschland fest, wie die „FAZ“ zu berichten weiß.
Nach wie vor soll rund eine Milliarde Euro investiert werden, um einen Standort für die Entwicklung und Produktion von Krebsmedikamenten in Bayern auszubauen. Ein Stopp des Ausbaues steht laut Deutschlandchef Benoit Creveau nicht zur Debatte. Es soll sich um eine der größten Investitionen der Unternehmensgeschichte und das größte Werk außerhalb der japanischen Heimat handeln.
Daiichi Sankyo: Es lief schon mal besser
Trotz Enttäuschung über die Krankenkassenreform identifiziert Daiichi Sankyo Deutschland noch immer als Leitmarkt für die Pharmaindustrie. Außerdem würden auch Fachkräfte und verlässliche Zulieferer eine Rolle spielen. Es ist ein interessanter Kontrast, der auch für Anleger Chancen erkennen lassen könnte. Denn im besten Fall könnte das Unternehmen eine Lücke füllen, welche momentan von anderen Branchenvertretern in Deutschland hinterlassen wird.
Bei der Daiichi Sankyo-Aktie kommen aktuell noch keine neuen Kursfantasien auf. Das Papier leidet noch immer unter Verzögerungen bei Zulassungen und daraus resultierenden Enttäuschungen bei der Nachfrage. Die Aktivitäten in Deutschland können darüber nicht hinwegtrösten. Optimisten sehen aber ein Unternehmen, das sich schon mal in Stellung begibt, um in besseren Zeiten eine Aufholjagd starten zu können.
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30.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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