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Der Schweizer Franken bleibt unter Aufwertungsdruck

Schweizer Währung wieder nahe des Jahreshochs zum Euro

NTG24 - Der Schweizer Franken bleibt unter Aufwertungsdruck

 

Der Schweizer Franken hat sich in den letzten Wochen wieder seinem Jahreshoch gegen den Euro genähert und steht auch aus mittelfristiger Perspektive vor einer Richtungsentscheidung. Dabei weist die langfristige Entwicklungsrichtung auf ein Ende der Konsolidierung und einen neuen starken Aufwertungsimpuls gegen den Euro hin.

Vor der in dieser Woche anstehenden Sitzung der US-Notenbank schauen viele Marktteilnehmer nach Washington. Denn dort dürfte die FED über Art und Umfang ihrer Reaktion auf den Datenkranz an Wachstums- und Inflationsdaten entscheiden, insbesondere über den angemessenen Mix und die Sequenzierung einer Abbremsung der Anleihekäufe und der Erwartungssteuerung künftiger Zinserhöhungen.

Daneben zeigen sich die Differenziale in den Stabilitäts- und Inflationserwartungen in Euro insbesondere in der Entwicklung des Euros zum Schweizer Franken.

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Werbebanner ClaudemusDie Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist explizit auf eine Schwächung des Franken gerichtet, um die Schweizer Exporte nicht zu stark zu belasten. In den vergangenen Jahrzehnten hatte die Schweiz allerdings mehr oder weniger immer dieses Problem. Und deren bisherige wirtschaftliche Expansion trotz massiver Aufwertung des Franken, nicht nur gegen den Euro, zeigt die relative Bedeutung des Aufwertungsschmerzes.

Aus charttechnischer Perspektive ist dabei ein Blick auf die Entwicklung seit dem 15.01.2015 interessant. An diesem Tag verlor die SNB (wieder einmal) den Kampf gegen die Aufwertung des Franken und beendete den Mindestkurs von 1,20 Franken je 1 Euro. Daraufhin wertete der Franken massiv auf. (vgl. Chart 1)

Seither sind mehr als 6 ½ Jahre vergangen, in denen der Franken diese Aufwertung konsolidierte. Diese Konsolidierung hat mit einiger Wahrscheinlichkeit die Form einer umgekehrten Schulter-Kopf-Schulter-Formation und könnte nun kurz vor ihrem Abschluss stehen.

 

 

Ein Blick auf die reziproke Entwicklung, also des Preises eines Euros in Franken, in Chart 2 zeigt, dass die jüngste Aufwertung des Franken gegen den Euro den Wechselkurs wieder in die Nähe seines Jahrestiefs gebracht hat.

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Werbebanner ZB-SeminarDabei wurde auf Wochencandle-Basis in der vergangenen Woche die erste Unterstützung für den Euro, die bei 1,06072 Franken je Euro liegt und von Anfang Juli 2021 stammt, unterschritten.

Damit steht einer schnellen Aufwertung des Franken gegen den Euro nur noch die starke Unterstützung entgegen, welche sich zwischen Mitte April und Mitte Mai 2020 oberhalb von 1,05047 Franken gebildet hat.

Darunter liegt ein geldpolitisches Krisengebiet für die SNB, da es massive Interventionen erfordern könnte, ein schnelles Abtauchen und damit eine weitere Aufwertung des Franken zu verhindern.

 

 

Wie es in diesem Falle mit dem Wechselkurs weitergehen könnte, lässt sich mit Chart 3 in etwa abschätzen.

Sollte die Marke von 1,05047 Franken fallen, steht ein zügiger Rückgang in den Bereich des Monatstiefs vom April 2015 bei 1,02344 Franken an. Darunter dürften Devisenmarktturbulenzen liegen, denn wie Chart 3 verdeutlicht, wäre ein Bruch dieser Marke eine massive Trendbestätigung des seit der Finanzkrise 2008/2009 laufenden Aufwertungstrends des Franken gegen den Euro.

 

 

Und was ist das Fazit?

 

Der Schweizer Franken positioniert sich aus charttechnischer Sicht für einen weiteren Aufwertungsschub gegen den Euro. Dabei würde er eine seit Januar 2015 laufende Seitwärtsbewegung beenden, in der er seine massive vorangegangene Aufwertung konsolidierte. Da diese Konsolidierung aber trendbestätigenden Mustercharakter hat, ist mit einem neuen massiven Aufwertungsimpuls für den Schweizer Franken gegen den Euro zu rechnen. Hohe Interventionen der SNB können diesen Prozess zwar abbremsen, ihn aber wie auch in der Vergangenheit nicht verhindern. Ob es in diesem Zusammenhang zu neuen Kapitalverkehrskontrollen kommt, bleibt eine spannende Frage!

 

02.11.2021 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 






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