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Das Risiko beim russischen Rubel steigt – Sberbank könnte leiden

Der russische Rubel hat Gegenwind

NTG24 - Das Risiko beim russischen Rubel steigt – Sberbank könnte leiden

 

Der russische Rubel neigt seit Ende Oktober 2021 verstärkt zur Schwäche. Aus charttechnischer Perspektive steigt nun das Risiko eines neuen Abwertungsimpulses, der durch die anhaltend hohen Öl- und Gaspreise nicht überkompensiert werden kann. Eine Verschärfung von Sanktionen gegen Russland könnte ein Auslöser dafür sein, und eine Abkopplung Russlands vom internationalen Zahlungsverkehrssystem SWIFT dürfte mit einiger Sicherheit zu einem neuen Allzeittief des russischen Rubels gegen den Euro und den US-Dollar führen. Besonders verwundbar sind dabei russische Banken wie Sberbank.

Der russische Rubel kommt nicht zur Ruhe. Bis Ende Oktober 2021 hatte die Entwicklung des Rubels zum Euro und zum US-Dollar so ausgesehen, als ob der steigende Ölpreis die chronische Abwertungsbewegung stärker als früher bremsen könne. Aber die Kursentwicklung seit Jahresbeginn zeigt bislang genau das Gegenteil!

Dabei muss die russische Währung gegen einen jahrzehntealten Abwertungstrend ankämpfen, wie ein Blick auf die Entwicklung des Rubels gegen den Euro zeigt. Der letzte große Abwertungsimpuls geht dabei im Jahr 2014 auf die US-Sanktionen im Zuge der Annexion der Krim durch Russland zurück. Die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland sowie zwischen Russland und den USA haben sich in den vergangenen Wochen deutlich verschärft und bieten damit ein zusätzliches Risiko einer erneuten starken Abwertung des Rubels.

 

 

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Werbebanner ClaudemusCharttechnisch hat der Rubel gegen den Euro, wie Chart 2 verdeutlicht, mit der erwähnten Aufwertung zunächst einmal nur seine starke Abwertung im Zuge des Corona-Schocks im Frühjahr 2020 konsolidiert. Den dabei gebildeten Boden hat der Rubel mit einem Anstieg über die Nackenlinie zu Jahresbeginn beendet und macht zumindest aus charttechnischer Perspektive den Weg frei für einen neuen Abwertungsimpuls.

 

 

Gegen den US-Dollar zeigt sich für den russischen Rubel eine ähnliche Impulsdynamik. Chart 3 zeigt dabei, dass der Rubel mit der erwähnten Erholung bis Oktober 2021 bis auf seine Abwertungs-Trendlinie gefallen ist. Die Konsolidierung nach dem Abwertungsimpuls im Zuge der Corona-Krise erfolgte hierbei durch die Ausbildung eines Konsolidierungskeils, dessen obere Begrenzung durch die mittelfristige Abwärtstrendlinie gebildet wird.

 

 

Chart 4 weist nun darauf hin, dass dieser Konsolidierungskeil in Kürze nach oben verlassen werden könnte, was gleichbedeutend mit einem neuen mittelfristigen Verkaufssignal für den Rubel gegen den US-Dollar ist.

Erwähnenswert ist hierbei jedoch, dass dieser Konsolidierungskeil sowohl bei der Zwischenerholung in der Nähe der Abwertungstrend-Linie als auch beim Ausbruch nach oben über seine Erholungs-Linie kleine Fehlsignale generierte. Dies spricht aber nicht gegen die obige Interpretation, jedoch dafür, erhöhten Wert auf die Signifikanz des Ausbruchs in die eine oder andere Richtung zu legen.

 

 

Makroökonomisch dürfte die russische Wirtschaft im Jahr 2022 nur wenig Grund für eine Aufwertung des Rubels geben, auch wenn die russische Notenbank der steigenden Inflation konsequent mit Zinserhöhungen entgegentritt. Das Wachstum soll in diesem Jahr nach 4,4 % im Jahr 2021 bei nur noch 2,5 % liegen. Im November 2021 hatte die Inflationsrate bei 8,4 % gelegen, könnte aber in diesem Jahr deutlich zurückgehen, falls ein abwertender Rubel über steigende Importpreise keinen Strich durch die Rechnung macht.

Dabei dürften auch mögliche neue Sanktionen der USA und ihrer Verbündeten eine Rolle spielen. Vor allem die Abkopplung Russlands vom internationalen Zahlungsverkehrssystem SWIFT stellt dabei eine massive Bedrohung für die Abwicklung des Außenhandels Russlands und sein Bankensystem dar.

Nicht zuletzt deshalb könnte die russische Sberbank (US80585Y3080) von neuen Beschränkungen durch die USA und ihre Verbündeten überproportional betroffen sein.

 

Und was ist das Fazit?

 

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Werbebanner ISIN-WatchlistDer russische Rubel bleibt ein Spiegel. Er spiegelt dabei nicht nur steigende oder fallende Ölpreise, sondern er ist insbesondere auch ein Spiegel von Störungen in den Finanzbeziehungen zu Europa und Nordamerika. Die charttechnische Betrachtung weist auf das steigende Risiko eines neuen Abwertungsimpulses gegen den Euro und den US-Dollar hin. Dieser Abwertungsimpuls würde sich jedoch in eine Reihe früherer politisch getriebener Abwertungen einreihen und damit nur erneut bestätigen, dass der Rubel weiter ein ,,Politikum‘‘ bleibt!

 

14.01.2022 - Arndt Kümpel

Unterschrift - Arndt Kümpel

 

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