Im Nach Beschwerden von Disney über Urheberrechtsverletzungen setzt die TikTok-Mutter Bytedance ihre Video-KI Schranken
Disney scheint Erfolg zu haben bei der Verteidigung seiner Marken
Vor Kurzem veröffentlichte TikTok seine neue Video-KI „Seedance 2.0“, mit der Nutzer per Prompt kurze Clips in erstaunlicher Qualität erstellen können. Daraufhin wurde die Plattform mit entsprechenden Inhalten geflutet. Einige davon enthielten jedoch Material, mit dem der Mediengigant Disney überhaupt nicht einverstanden war.
In der vergangenen Woche erhob Disney (US2546871060) den Vorwurf, dass Bytedance seine Video-KI unerlaubterweise mit Inhalten des Micky-Maus-Imperiums gefüttert habe. Es wurde dazu aufgerufen, in Zukunft Urheberrechtsverletzungen zu unterbinden. Auf einen Streit scheint man sich nicht einlassen zu wollen. TikTok ließ wissen, die unerlaubte Nutzung geistigen Eigentums in Zukunft unterbinden zu wollen. Wie genau dies geschehen soll, darauf ging das Unternehmen allerdings nicht weiter ein.
Disney dürfte das Ganze in jedem Fall als einen Erfolg verbuchen und die Aktie reagierte entsprechend. Um 1,6 Prozent stieg der Kurs am gestrigen Mittwoch an und erreichte so einen Schlusskurs von 107,10 US-Dollar. Das Unternehmen stemmt sich nicht grundsätzlich gegen eigene Inhalte in KI-Videos. Bevorzugt lässt man sich dafür aber entlohnen, wie es bei einer Einigung mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI der Fall ist. Letzterer konnte sich die Erlaubnis für die Nutzung von Disney-Charakteren mit einer umfangreichen Kooperation sichern.
KI und das Urheberrecht bleiben eine spannende, weil noch weitgehend unregulierte Angelegenheit. Die KI-Entwickler nahmen in der Anfangszeit auf wenig bis gar nichts Rücksicht und fütterten ihre Systeme beim Training mit allem, was sie in die Finger bekommen konnten. Es liegen sogar Berichte darüber vor, dass der Chiphersteller Nvidia aktiv Raubkopien nutzte und für eine große Sammlung davon auch Geld in die Hand nahm. Eine Bestätigung darüber liegt allerdings bis heute nicht vor.
Disney zeigt sich angriffslustig
Dass Disney bei (mutmaßlichen) Verstößen gegen das Urheberrecht schnell in die Offensive geht, scheint sich als der richtige Weg zu erweisen. Auf diese Weise schafft der Medienkonzern schließlich im besten Fall Präzedenzfälle, auf die man sich bei etwaigen künftigen Auseinandersetzungen beziehen kann. Anleger kokettieren mit der Hoffnung darauf, dass es in Zukunft noch großzügige Lizenzzahlungen geben könnte und dank des enormen Portfolios von Disney würde an dem Konzern wohl kaum ein Weg vorbeiführen.
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19.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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