OpenAI begräbt überraschend seine Videoplattform Sora und beendet damit auch eine Partnerschaft mit Disney
Disney will dennoch Chancen im KI-Segment weiterhin nutzen
Erst im Jahr 2024 hatte der ChatGPT-Entwickler die Plattform Sora vorgestellt, mit der Nutzer über einfache Prompts kurze Videoclips erstellen konnte. Das Ganze sorgte für viel Aufsehen und eroberte zeitweise die Top-Listen der App Stores. Doch die Begeisterung hat sich etwas gelegt und nun kündigte der Anbieter überraschend an, die Plattform zu Grabe zu tragen.
Mit einer recht kurzen Botschaft verkündete OpenAI am Mittwoch das Ende der Plattform. Eine tiefergehende Begründung wurde nicht geliefert. Beobachter führen das Ganze aber auf den Versuch zurück, sich mehr zu fokussieren. Dafür spricht auch, dass die Frequenz bei Neuvorstellungen nachgelassen hat. Konsequenzen hat das Sora-Ende derweil nicht nur für OpenAI, sondern auch für den Mediengiganten Disney (US2546871060).
Letzterer formte mit OpenAI eine wegweisende Partnerschaft. Im Dezember wurde bekannt, dass Sora-Nutzer im Rahmen eines Lizenzabkommens Videos mit rund 200 Figuren aus dem Disney-Universum erstellen können sollten, und das rechtlich sauber. Zudem sollte eine Auswahl ersteller Videos bei Disney+ zu sehen sein. Das Abkommen findet nun zu einem jähen Ende. Ob vielleicht Lizenzkosten bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben mögen, ist nicht bekannt.
Disney ließ wissen, die Entscheidung von OpenAI zu respektieren. Gleichwohl wolle man aber in Zukunft weiterhin mit KI-Plattformen zusammenarbeiten. Damit unterscheidet sich der Konzern merklich von Konkurrenten, die vordergründig um den Schutz ihrer Marken bemüht sind. Disney war auch der erste große Medienkonzern, der eine solche Partnerschaft mit einem KI-Anbieter schmiedete.
Disney kann es wohl verschmerzen
Den Anlegern scheint das frühe Ende der Partnerschaft keine Kopfschmerzen zu bereiten. Die Disney-Aktie reagierte am Mittwoch mit überschaubaren Kursverlusten von knapp 0,5 Prozent, was den Kurs auf 95,95 US-Dollar beförderte. Trösten können die Anteilseigner sich damit, dass KI bei Disney weiterhin ein wichtiges Thema bleibt. Da der Micky-Maus-Konzern auf einem gewaltigen Schatz an Charakteren und Marken sitzt, bleibt das Potenzial erhalten.
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26.03.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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