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Netflix wirft das Handtuch, Paramount setzt sich durch und übernimmt das schrumpfende Warner Bros, derweil scheint Disney bei der Qualität zu sparen

Die Medienlandschaft befindet sich weiter im Wandel

NTG24 - Netflix wirft das Handtuch, Paramount setzt sich durch und übernimmt das schrumpfende Warner Bros, derweil scheint Disney bei der Qualität zu sparen

 

Das Streaming steht bei den Verbrauchern mehr und mehr im Fokus, weshalb Warner Bros seine Sparte mit TV-Sendern mittlerweile auch als nahezu wertlos ansieht. Genau jene war dennoch der Knackpunkt in der jüngsten Übernahmeschlacht, bei der sich nun ein Ende abzeichnet.

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Werbebanner Zürcher BörsenbriefeUrsprünglich wollte der Streaming-Gigant Netflix (US64110L1061) zugreifen und sich damit Marken wie DC Comics, Harry Potter und Herr der Ringe ins Boot holen. Doch nachdem Paramount das Angebot für Warner Bros jüngst auf 31 US-Dollar je Aktie oder insgesamt 111 Milliarden Dollar erhöhte, zieht sich Netflix nun zurück. Das Unternehmen ließ mitteilen, seinerseits keine Erhöhung des bisherigen Angebots vornehmen zu wollen. Vereinbart wurden zuvor 82,7 Milliarden Dollar exklusive der TV-Sparte.

 

 

 

Die Aktionäre von Netflix sind nicht traurig über den Rückzug. Der Aktienkurs legte gestern nachbörslich zeitweise zweistellig zu und stieg zum ersten Mal seit Anfang Januar wieder über 90 Dollar. Die hohen Kosten und das Szenario eines möglicherweise noch höheren Gebots schreckten die Anleger ab. Das Management machte nun aber klar, dass Warner Bros schon immer nur ein „nice to have“ und kein „must have“ um jeden Preis gewesen sei.

 

Paramount gewinnt die Oberhand

 

Bei den Anlegern von Paramount (US92556H2067) fiel die Freude noch größer aus. Die Aktie schoss am Donnerstag um rund zehn Prozent in die Höhe und legte nachbörslich um weitere sechs Prozent zu. Es ist noch nicht so lange her, dass der Konzern sich Skydance einverleibte. Nun kommt das nächste große Studio hinzu, welches auch noch über einen recht gut laufenden Streaming-Dienst verfügt. An der Börse wird nun davon ausgegangen, dass man in Zukunft besser mit Netflix und Co. konkurrieren kann.

Sorgen machen sich hingegen bezüglich der TV-Sparte mit Sendern wie CNN breit. Letzterer berichtet zuweilen kritisch über US-Präsident Trump, was diesem nicht recht gefallen mag. Da CBS seit der Übernahme von Paramount merklich freundlicher über Trump berichtet, werden bei CNN nun ähnliche Effekte befürchtet. Allerdings ist der Deal noch nicht ganz in trockenen Tüchern. Die Aufsichtsbehörden könnten dem noch einen Riegel vorschieben und damit wieder Platz für Netflix machen.

 

Schrumpfende Gewinne bei Warner Bros

 

Die kürzlich vorgelegten Zahlen von Warner Bros (US9344231041) zeigen, dass Paramount sich ein schrumpfendes Unternehmen für einen stolzen Preis ins Haus holt. Insbesondere bei der TV-Sparte befanden die Umsätze sich im vergangenen Quartal im freien Fall. Es ging um rund zwölf Prozent auf noch 4,2 Milliarden Euro abwärts. Der Streaming-Dienst HBO Max konnte zwar weiterwachsen und 3,5 Millionen neue Abonnenten begrüßen. Denn brach das bereinigte Ergebnis um 27 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar ein.

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Das spielt für den Aktienkurs freilich nur noch eine untergeordnete Rolle. Letzterer gab gestern nachbörslich dezent nach und näherte sich der Linie von 28 Dollar. Mancher Anleger dürfte enttäuscht darüber sein, dass Netflix beim Bieterwettkampf nicht länger mitmachen und damit den Wert von Warner Bros weiter antreiben wollte.

 

Disney ohne HDR

 

Kaum weiter reagierte die Aktie von Disney (US2546871060) auf das Geschehen und die Anleger dort scheinen den nächsten großen Konkurrenten nicht zu fürchten. Zu kämpfen hat das Unternehmen im Streaming-Segment hingegen mit ganz eigenen Problemen. Wie Medienberichten zu entnehmen ist, wurde bei Disney+ wohl das Feature HDR (High Dynamic Range) ersatzlos gestrichen. Das Phänomen machte sich zunächst in Deutschland bemerkbar, mittlerweile sprechen auch Nutzer aus Frankreich und anderen europäischen Staaten von einer geringeren Streaming-Qualität.

Disney selbst äußerte sich dazu bislang allenfalls vage und spricht von „technischen Schwierigkeiten“. Beobachter vermuten derweil, dass der Wegfall von HDR mit einem Urteil des Landgericht München aus dem vergangenen Jahr zusammenhängen könnte. Recht erhielt dabei die Firma InterDigital, welche Disney die Verletzung von Patenten beim Streaming von HDR-Inhalten vorwarf. Ob und wann das Ganze zu Disney+ zurückkehren mag, steht wohl in den Sternen.

 

Der Kampf geht weiter

 

Der Kampf um Marktanteile im Streaming-Sektor intensiviert sich weiter, und das in einem zunehmend schwierigen Umfeld. Nicht nur verliert mancher Nutzer aufgrund mehrerer Preiserhöhungen in den letzten Jahren das Interesse. Durch die zunehmende Fragmentierung gewinnen auch Portale aus der Grauzone wieder an Bedeutung, auf denen munter Schwarzkopien gestreamt werden können. Es wird spannend zu sehen sein, ob Paramount ausgestattet mit einer langen Reihe von ikonischen Marken dem etwas entgegenzusetzen haben wird, so die Übernahme von Warner Bros abschließend durchgewunken werden mag.

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27.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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