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Netflix: Abschwächung der Wachstumsrate verschreckt die Börse

Netflix-Aktien unter Druck - produziert die Streaming-Plattform am Zeitgeist vorbei?

NTG24 - Netflix: Abschwächung der Wachstumsrate verschreckt die Börse

 

Bei Netflix muss man die Sorgen der Börse ernster nehmen als die Entwicklung des operativen Geschäfts. Es sind die Bären, die hier das Problem sind. Und die Prognose für Q3 liefert ihnen neue Munition.

Produziert Netflix (US64110L1061) am Zeitgeist vorbei? Ähnlich wie ein Modehaus muss auch Netflix ein sicheres Händchen dafür haben, was die Kunden in Zukunft interessieren wird. Dieses rare Talent hat man in der Vergangenheit immer wieder unter Beweis gestellt, liess aber zuletzt Zweifel aufkommen, ob man noch sein Mojo hat. Die reinen Fakten sind hingegen alles andere als alarmierend. Im 1. Halbjahr haben die Abonnenten 97 Mrd. Stunden Content geschaut. Ein Zuwachs von 2 % im Jahresvergleich und das trotz der Konkurrenz durch die Fussballweltmeisterschaft in den USA. Schaut man sich zudem das Wachstum im 1. Halbjahr 2025 an, so betrug es nur 1,5 %. 

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Netflix zeigt zudem Preissetzungskraft. Die Börse moniert, dass die Wachstumsraten zuletzt sukzessive geschrumpft sind, ignoriert aber, dass man die Preise für die Abonnements deutlich erhöht hat und obendrein die „Schwarzseher“ abgekoppelt hat. Im wichtigsten Markt USA erhöhte man den Preis für das Standardabonnement in diesem Jahr von 17,99 US-Dollar auf 19,99 US-Dollar. Ein Anstieg um 11 %, was sicherlich kurzfristig das Interesse etwas gedämpft hat. Aber am Ende ist Netflix aus Sicht der Kunden alternativlos. Wer gerne bei Spielfilmen und Serien entspannt, kommt um das Angebot kaum herum. Auch die Werbetreibenden finden Geschmack an der Plattform. Der einst von der Wall Street belächelte Vorstoss in diesen Markt wird Netflix allein in diesem Jahr voraussichtlich eine Verdoppelung des Werbeumsatzes auf 3 Mrd. US-Dollar bringen.

Parallel zu den Preiserhöhungen baut man auch die Geschäftsfelder aus. Abgesehen von der Einbindung berühmter YouTuber und Podcaster investiert das Management derzeit viel Kapital in den Aufbau von Live-Content und Sportübertragungen. Klassische Nischen, die sehr treue Kundschaft anziehen können. In jedem Fall ist das Geld hier besser investiert als in den alten Content von Warner Bros Discovery (US9344231041). Zudem ist Netflix in der komfortablen Position, dass man mit seinem Content gutes Geld verdient. Ganz im Gegensatz zu Konkurrenten wie Walt Disney (US2546871060). Das Netflix Management bestätigte zudem die Jahresprognose, dass man eine operative Marge von 31,5 % erreichen wird. 

 

Abschwächung der Wachstumsrate verschreckt die Börse

 

Die Planung für 2026 ist, den Umsatz um 6 Mrd. US-Dollar zu erweitern. Klingt nach viel, aber was bedeutet das konkret für das Zahlenwerk und wie steht diese Prognose im Verhältnis zur Erwartung der Börse und der Bewertung der Aktien? 6 Mrd. US-Dollar Umsatz sind etwas weniger als Netflix von Ende 2024 bis Ende 2025 zulegt hat (6,18 Mrd. US-Dollar). Prozentual schrumpft die Wachstumsrate 2026 also nach dieser Prognose auf 13,3 % von zuvor +15,85 % (2025) und 15,65 % (2023). Die Sorge der Wall Street ist also nicht gänzlich aus der Luft gegriffen, wenngleich man darüber streiten kann, ob 51,18 Mrd. US-Dollar Umsatz für 2026 ein schlechtes Ergebnis wären.

 

Netflix Inc.

 

Was Netflix am stärksten belastet, ist, dass man die leichten Abschlüsse alle schon gemacht hat. Man betont, dass man „nur“ 45 % des globalen Gesamtmarktes bisher erreicht und „nur“ für 5 % des globalen Fernseh-Konsums verantwortlich zeichnet. Fakt ist aber, dass man auf dieser Grössenordnung zunehmend mehr Energie in die Attraktivität der Produkte stecken muss, um die Wachstumsrate zu halten. Es ist ein Wettlauf, der bergauf geht. Die Bedingungen gelten allerdings für alle anderen Konkurrenten auch, und kein anderer kann bisher Netflix auch nur im Ansatz das Wasser reichen. 

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18.07.2026 - Mikey Fritz

Unterschrift - Mikey Fritz

 

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