Nike liefert der Börse keine Perspektive
Der Turnaround bei Nike dauert zu lange - Hill läuft die Zeit davon
Die Genesung von Nike läuft zu langsam. Dem neuen CEO läuft die Zeit davon, denn die Wall Street hat nicht die Geduld für eine nachhaltige Runderneuerung des Geschäfts. Die Börse will einen schnellen Erfolg, denn Zeit hat man schon genug investiert.
Elliott Hill liefert nicht. Der Vertriebsprofi, den der Nike (US6541061031) Aufsichtsrat extra aus dem Ruhestand zurückgeholt hatte, bekommt den Laden nicht in den Griff. Das Kernproblem ist und bleibt, dass der Sportartikelhersteller bisher keinen Weg gefunden hat, um wieder „in“ zu sein. Das Design ist nicht frisch und attraktiv, sondern liegt immer genau ein Stück neben dem herrschenden Kundengeschmack. Das war vor der Ernennung von Hill so und hat sich bisher nicht geändert, womit es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis er ausgetauscht wird.
„Ich hatte auf den neuen CEO gesetzt, aber bisher liefert Elliott Hill nicht. Wichtig ist jetzt, dass Nike seine Probleme aggressiver angeht, um den Abwärtstrend zu stoppen.“ 23.03.2025
Nike muss noch einmal mitten im Rennen die Pferde wechseln. Ich hatte bereits Ende März die Sorge geäussert, dass Elliott Hill bis dato nicht geliefert hat und dies die Voraussetzung dafür ist, dass der Abwärtstrend bei den Aktien gestoppt wird. Doch die in der Nacht vorgelegten Zahlen zum 2. Fiskalquartal (30. November) sind eine komplette Enttäuschung, die der Wall Street keine Perspektive geben. Man bekommt das China-Geschäft immer noch nicht in den Griff und die Converse-Umsätze knicken weg. Nicht einmal das Nordamerikageschäft konnte noch verhindern, dass die Profitabilität stark zurückgeht.
Nike liefert der Börse keine Perspektive
Nach Steuern erleidet Nike erneut einen Gewinneinbruch von mehr als -30 %. Insgesamt ein Rückgang um -32 % von 1,163 Mrd. US-Dollar auf nur noch 792 Mio. US-Dollar. Damit bleibt man im Rückwärtsgang, nachdem bereits das 1. Fiskalquartal vergleichbar schwach ausfiel. Wir waren vor zwei Monaten bereits gewarnt worden, dass die Rohertragsmarge deutlich sinken wird. Ich hatte Sie auf einen Rückgang bis auf 39,85 % gemessen am Umsatz eingestellt. Geliefert hat man 40,6 % - also -300 Basispunkte im Jahresvergleich. Die erwarteten Kosten hatte ich auf 4 Mrd. US-Dollar taxiert, womit schon im Oktober klar war, dass der Gewinn etwa um -30 % einbrechen wird. Nike gibt Kosten in Höhe von 4,04 Mrd. US-Dollar für das November-Quartal an.
Entscheidend sind jedoch die Umsätze. Nike wird sich nicht reich sparen können. Der Weg zu einem wieder steigenden Aktienkurs läuft nur über steigende Umsätze, und hier sehe ich bis dato immer noch keine Wende. In den letzten drei Monaten stagnierten die Umsätze bei 12,43 Mrd. US-Dollar (+1 %), womit man die schwache Leistung des Vorquartals hält, aber nicht verbessert. Das liegt an der Herangehensweise von Hill: Er baut das Fundament von Nike von unten nach oben wieder auf. Statt alles daran zu setzen, den nächsten grossen Blockbuster zu finden, geht seine Mannschaft tief in die Details, um das Produktportfolio und die Beziehungen zu den Händlern bis auf die Einzelhandelsebene zu verbessern. Hill will Nike zu einer höheren Qualität bringen und dreht dazu jeden Stein um. Doch ihm läuft die Zeit davon. Er hat keine Jahre mehr, sondern Monate, maximal Quartale, bevor der Aktienkurs so tief fällt, dass der Aufsichtsrat in Panik gerät und ihn ersetzt.
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20.12.2025 - Mikey Fritz

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