Evotec schockt mit niedriger Prognose, Plug Power profitiert von besseren Aussichten, Rheinmetall träumt im großen Stil und für Tesla sieht es nicht gut aus
Was die Märkte für die Zukunft erhoffen und befürchten
Wer Aktien kauft, investiert damit stets und immer in die Zukunft. Was in der Vergangenheit geschehen oder nicht geschehen sein mag, ist zum Zeitpunkt eines Zukaufs weitgehend uninteressant. Dementsprechend interessiert die Investoren auch in erster Linie, was die Zukunft mit sich bringen mag, was sich aber leider nie mit Sicherheit vorhersagen lässt. Prognosen werden aber freilich dennoch munter gemacht.
Im Falle von Evotec (DE0005664809) fällt der Blick nach vorn deutlich schwächer aus als bisher gedacht. Niemand anderes als das Unternehmen selbst reduzierte zum Wochenstart die Umsatzprognose für das laufende Jahr. 760 bis 800 Millionen Euro sollen es wohl noch werden. Zuvor wurden 840 bis 880 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Mit anderen Worten wird Evotec selbst im besten Fall weit unter der vorherigen Prognose langen. Immerhin soll das Ebitda wie gehabt bei 30 bis 50 Millionen Euro landen.
Die Anleger ließen sich davon jedoch nicht trösten und mit dem Aktienkurs ging es am Montag um satte 16,9 Prozent bis auf 6,20 Euro abwärts. Zarte Anzeichen einer Stabilisierung scheinen sich in Luft aufzulösen und „Der Aktionär“ erkennt zusätzlich Shortseller als potenzielle Bedrohung. Jene dürften sich durch die geringere Prognose sowie den spontane Kurssturz tatsächlich ermutigt fühlen.
Plug Power mit Auftrieb
Gegenteilige Entwicklungen lassen sich bei Plug Power (US72919P2020) beobachten. Eine halbe Ewigkeit steckte die Aktie des US-Wasserstoffspezialisten im Kurskeller fest und verkam bereits zum Pennystock. Dank frischer Aufträge und einer überraschend milden US-Politik haben die Aussichten sich jedoch deutlich aufgehellt. Die nächsten guten Neuigkeiten lieferte nun das Forschungsunternehmen BCC Research, demzufolge der Markt für Brennstoffzellengeneratoren von 1,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 bis auf 3,1 Milliarden Dollar im Jahr 2029 anwachsen wird. Darüber berichtete „finanzen.net“.
Das hat zwar keine konkreten Auswirkungen auf Plug Power. Doch sollte das Segment tatsächlich so rasant wachsen, so wird das Unternehmen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine tragende Rolle spielen. Die gute Laune der Investoren wurde weiter angefacht und die Erholungsrallye nimmt ihren Lauf. Der gestrige Montag ließ den Kurs um 7,1 Prozent bis auf 1,92 Dollar anschwellen. Für einen kurzen Moment konnte sogar die 2-Dollar-Marke überboten werden. Das gab es zuletzt im Februar zu sehen.
Rheinmetall sieht gigantisches Potenzial
Bei Rheinmetall (DE0007030009) haben sich die Aussichten an der Börse etwas eingetrübt. Das mag damit zu tun haben, dass die Ukraine neue Verhandlungen mit Russland für diese Woche angekündigt hat, was aber keinerlei nennenswerte Auswirkungen auf die Geschäfte von Rheinmetall haben dürfte. Schon seit einigen Wochen wird aber gemunkelt, ob der Titel nicht dezent überbewertet sein könnte mit mittlerweile mehr als 80 Milliarden Euro Marktkapitalisierung.
Geht es nach Rheinmetall selbst, so wird das Unternehmen in diese Bewertung aber sehr wohl noch hineinwachsen. Gerechnet wird damit, dass die Rüstungsausgaben in der EU in den nächsten Jahren auf bis zu eine Billion Euro anschwellen könnten. Davon will sich Rheinmetall ein Volumen von 300 Milliarden Euro schnappen. Natürlich würde sich dies über mehrere Jahre erstrecken. Doch ist der Konzern auch andernorts noch aktiv und die derzeitige Bewertung wäre damit mehr als vertretbar. Dennoch üben die Bullen sich in Zurückhaltung. Der Monat ließ den Kurs dezent um 1,1 Prozent aud 1.815 Euro fallen.
Böse Überraschungen bei Tesla?
Bei Tesla (US88160R1014) hat der Ausblick sich schon vor einer ganzen Weile eingetrübt und entsprechend sorgenvoll blicken Analysten auf die morgen anstehenden Zahlen. Laut dem Nachrichtendienst „Bloomberg“ rechnen die Experten mit einem um neun Prozent gesunkenen Umsatz und der Gewinn je Aktie soll ebenfalls sichtliche Schäden genommen haben. Daraus ergibt sich zwar auch Raum für positive Überraschungen. Es braucht aber schon sehr viel Fantasie, um sich erfreuliche Szenarien auszudenken.
Die Tesla-Aktie lebt von Träumereien um Robotaxis und KI-betriebene Roboter. Doch selbst im besten Fall werden Umsätze aus solchen Bereichen die rapide fallenden Absatzzahlen bei Elektroautos erst in einigen Jahren ausgleichen können. Es bleibt abzuwarten, ob die Bullen sich bei schwachen Zahlen an der Hoffnung festklammern können. Der Aktienkurs trat am Montag bei nicht ganz 330 Dollar auf der Stelle. Seit Jahresbeginn ging es um gut 18 Prozent in die Tiefe.
Der Blick in die Glaskugel
Der Aktienmarkt ist immer ein Spiel mit Erwartungen, und jene sind oftmals gut abgesteckt. Erfahrene Anleger wissen jedoch, dass Erwartungen sehr häufig nicht erfüllt werden. Das gilt sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Mit dem richtigen Riecher lassen sich da manche Chancen finden. Doch sollte auch der gewiefteste Investor im Hinterkopf behalten, dass eine eigene Prognose sich als fehlerhaft erweisen könnte und es eine riskante Angelegenheit ist, gegen den Markt zu setzen.
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22.07.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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