Sind Immobilien-Aktien jetzt ein Kauf?
180 Gradwende am Energiemarkt drückt die Inflation stark - wer sind die Gewinner?
Die Inflation im Euroraum hat im Juni auf dem Hacken gedreht. Der Energiehandel hat sich im März und April erfolgreich neu strukturiert, was in Verbindung mit der Öffnung der Strasse von Hormus zu einem plötzlichen Öl-Überangebot führt. Davon profitiert das Preisniveau in Europa, aber auch die zinssensiblen Immobilien-Aktien.
Die Inflationswelle bleibt aus. Und die Schweizerische Nationalbank hatte einen klaren Blick dafür. Anstatt die Zinsen im Franken am 18. Juni anzuheben auf 0,25 % von zuvor 0,00 %, behielt man einen kühlen Kopf. Die Inflation - seit Jahren in der Schweiz erheblich niedriger als im Euroraum - beschleunigte sich zwar jüngst auf 0,6 % im Jahresvergleich, blieb damit aber weit unter dem Niveau, mit dem die restlichen europäischen Staaten und vor allem die USA kämpfen. Das Geheimnis des Erfolges ist der Burggraben namens Franken.
Während die EZB den Euro-Leitzins um 25 Basispunkte anhob, hatte die SNB ad hoc im 1. Quartal mit Interventionen am Devisenmarkt reagiert. Lange bevor Frau Lagarde überhaupt öffentlich über eine Zinswende sprach, hatte die Schweizerische Nationalbank bereits reagiert und direkt nach Ausbruch des Krieges ausländische Währungen im Wert von 3,9 Mrd. Franken aufgekauft, um den Franken zu schwächen. Denn hier liegt die Achillesferse für die Schweizer Volkswirtschaft. Man gilt international als sicherer Hafen, doch die Volkswirtschaft ist insgesamt zu klein, um die hohen Kapitalzuflüsse, die Schutz im Franken suchen, zu bewältigen. Daher schwächt die SNB über solche Interventionen unangekündigt den Franken, um wichtigen Standbeinen, wie dem Export und dem Tourismus, Luft zum Atmen zu geben.
Inflation fällt wie ein Stein - Kapitalallokation ändert sich
Der Franken Zinsmarkt hat auch bereits mit Erleichterungskäufen begonnen. Die Mitte und das lange Ende der Zinsstrukturkurve liegen inzwischen deutlich unter den Niveaus von vor einem Monat. Eine Bewegung, die nur dann möglich ist, wenn die Gläubiger davon ausgehen, dass das mittel- und langfristige Zinsniveau im Franken wieder fester verankert ist. Eine berechtigte Annahme, die sich am Dienstag auch in den vorläufigen Inflationszahlen für Juni aus europäischen Kernländern wie Deutschland und Frankreich widerspiegelt. Die deutsche Inflationsrate kühlte sich von 2,6 % auf 2,3 % ab und in Paris schaut man an der Börse ungläubig auf die Statistik, die nur noch eine Preisteuerung von 1,8 % nach zuvor 2,4 % ausweist. Hier wird deutlich, dass sich der Energiemarkt sehr schnell an die neue volatile Situation angepasst hat und der zusätzliche Preisdruck auf die Volkswirtschaft aus dem Iran-Krieg so schnell wie ein Sommergewitter wieder verschwindet.
Zu den Profiteuren fallender Inflationsraten und Zinsstrukturkurven zählen die europäischen und vor allem die Schweizer Immobilien-Aktien. Die hatten schon vor dem Iran-Krieg zu leiden begonnen und begannen dann noch schnell abzurutschen. Hochkarätige Unternehmen wie die PSP Swiss Property (CH0018294154) zeigen jedoch, dass diese äusseren Umstände dem operativen Kerngeschäft höchstens einen Kratzer verpasst haben. Die Richtung bleibt jedoch unverändert. Im Rahmen des Verkaufs ihres Entwicklungsprojekts Richtipark in Wallisellen hat die Gesellschaft am Dienstag quasi nebenbei die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt. Nimmt man die Liegenschaftserfolge heraus, rechnet das Unternehmen nach dem Verkauf des Objektes für 150 Mio. Franken (plus möglicher Earn-Out-Zahlungen in den kommenden Jahren von maximal 24,75 Mio. Franken) mit einem EBITDA von 335 Mio. Franken für 2026. Bisher hatte man hier 310 Mio. Franken prognostiziert. Ein nicht weiter benanntes zweites Projekt wird jedoch in diesem Jahr nicht wie geplant verkauft, womit rund 15 Mio. Franken EBITDA-Beitrag aus der Prognose herausgenommen wurden.
Eine konkrete Empfehlung zu dieser Analyse ist den Lesern des Zürcher Finanzbriefes vorbehalten. Den Zürcher Finanzbrief und die zugehörigen Empfehlungen können Sie im Rahmen eines kostenlosen Probe-Abonnements ausgiebig testen.
PSP Swiss Property-Aktie: Kaufen oder verkaufen?
Die neuesten PSP Swiss Property-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für PSP Swiss Property-Aktionäre. Lohnt sich aktuell ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen?
Konkrete Empfehlungen zu PSP Swiss Property - hier weiterlesen...
01.07.2026 - Mikey Fritz

Auf Twitter teilen Auf Facebook teilen
Informiert bleiben - Wenn Sie bei weiteren Nachrichten und Analysen zu einem in diesem Artikel genannten Wert oder Unternehmen informiert werden möchten, können Sie unsere kostenfreie Aktien-Watchlist nutzen.
Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren
Ihre Bewertung, Kommentar oder Frage an den Redakteur
Haftungsausschluss - Die EMH News AG übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der Empfehlungen sowie für Produktbeschreibungen, Preisangaben, Druckfehler und technische Änderungen. (Ausführlicher Disclaimer)







28.10.2025
19.08.2025
19.08.2025
28.05.2025