Beazley Management zieht den Preis hoch
Das Angebot von Zurich für Beazley ist generös - aber die Briten zieren sich
Das Übernahmeangebot von der Zurich für Beazley kommt überraschend. Das Geschäftsfeld des britischen Spezialversicherers liegt etwas ausserhalb der Komfortzone der Schweizer. Obendrein spielt das Management von Beazley seine Karten gut aus und treibt den Preis hoch.
Ihre Rekordgewinne will die Zurich (CH0011075394) in neues Wachstum investieren. Man hat am Montag offiziell ein Übernahmeangebot für den britischen Spezialversicherer Beazley (GB00BYQ0JC66) vorgelegt. Ein überraschend mutiger Schritt für einen konservativen Versicherungskonzern wie die Zurich Insurance, denn Beazley ist in Geschäftsfeldern aktiv, die ein High Risk, High Reward Profil haben.
Eine Übernahme von Beazley würde die Schweizer zu einem der weltweit führenden Spezialversicherer machen. Ein mit 15 Mrd. US-Dollar Umfang vergleichsweise kleiner Versicherungsmarkt, der jedoch sehr hohe Gewinne abwerfen kann, wenn man die Policen richtig strukturiert. Und genau da hat sich Beazley in der Vergangenheit bewährt, auch wenn man ein vergleichsweise junges Versicherungsunternehmen mit Gründungsdatum 1986 ist. Die Spezialität des Unternehmens ist die Versicherung von Cyberrisiken. Hier gilt man weltweit als Pionier und hat umfassende Erfahrungen beim Schreiben von Versicherungsrisiken und vor allem eine sehr grosse Datenbasis. Die Krux bei Cyberversicherungen ist, dass die Risiken sich relativ schlecht kalkulieren lassen. Beazley hat dieses Problem gelöst, indem man die Informationsrisiken konsequent gesenkt hat, die Policen sehr konservativ ausgestaltet und sich hohe Kapitalpolster geschaffen hat, wenn die Wahrscheinlichkeitsrechnungen gegen sie laufen.
Beazley Management zieht den Preis hoch
Mit der Akquisition würde auch ein Zugang zum Londoner Versicherungsmarkt winken. Beazley ist zwar jung, aber schnell gewachsen und das hängt unter anderem mit ihrem Zugang zum Lloyd’s of London Markt zusammen. Zusätzlich zu dem eigenen Geschäft versichert man die Risiken auch über Lloyd’s Syndikate und hat dadurch eine hohe Marktdurchdringung bekommen. Beazley bietet seine Spezialversicherungen in derzeit mehr als 180 Ländern an.
Das Angebot von Zurich ist generös, aber damit noch keine sichere Bank. Man bietet den Aktionären 1.280 Pence je Aktie in Bar. Das liegt satte 56 % über dem Schlusskurs von 820 Pence vom Freitagabend. Es liegt zudem 32 % über dem Allzeithoch, das die Aktien im Sommer 2025 gesetzt hatten. Zurich hatte aber bereits dem Management ein erstes Angebot am 04. Januar über 1.230 Pence gemacht, das dieses ablehnte. Jetzt versuchen es die Schweizer über den Druck der Öffentlichkeit. Man versucht, die Aktionäre von Beazley auf seine Seite zu bekommen. Dass die Aktien am Montag jedoch unter dem Barangebot der Zurich schlossen, signalisiert, dass die Börse London nicht damit rechnet, dass das Übernahmeangebot angenommen wird.
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20.01.2026 - Mikey Fritz

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