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Kupfer und der China-Faktor

Dr. Copper ist hin- und hergerissen

 

Die zeitweise auch nur gefühlten Fortschritte im Handelsstreit zwischen China und den USA, die umgehend zu einer spürbaren Verbesserung des Sentiments bei Kupfer führen, zeigen mindestens zwei Dinge: Zum einen, wie sensibel auf konjunkturrelevante Nachrichten reagiert. Damit bestätigt es  seinen Ruf als Konjunkturbarometer. Zum anderen zeigt Kupfer aber auch, wie angespannt die Nerven der Marktteilnehmer diesbezüglich sind. Denn sollte der Handelskonflikt weitergeschleppt werden, stünde die Wachstumsrate der Kupfernachfrage von 1,3 % für 2019 und 2020 zur Disposition. Schließlich verbraucht China nach neuesten Zahlen rund die Hälfte der weltweiten Kupferproduktion.

 

Kupferangebot schwächer

 

Es ist aber eben nur ein Faktor, der den Kupferpreis beeinflusst. Denn das Kupferangebot hat seine eigenen Probleme. Wie die Zahlen für das 1. Halbjahr 2019 zeigen, ging die geförderte Kupfermenge im Jahresvergleich um 1,4 % auf 9,92 Mio. Tonnen zurück. Wesentlich dafür verantwortlich waren Unterbrechungen aufgrund von Unwettern und starken Regenfällen im Hauptförderland Chile. Hinzu kam schließlich noch die Produktionsrückgänge in den zwei großen Kupferminen Grasberg und Batu Hijau in Indonesien aufgrund von Umstellungen auf andere Erzlagerzonen.

 

XCU

Bildnachweis: © Schmolz + Bickenbach AG

 

Der globale Markt für raffiniertes Kupfer schloss das 1. Halbjahr 2019 mit einem Angebotsdefizit von 220.000 Tonnen. Dazu passt auch, dass die Lagerbestände an der LME für Kupfer derzeit eher gering sind und auf dem niedrigsten Stand seit Ende Mai 2019 liegen.

Ein Blick auf den Kupferpreis zeigt den Kampf der Konjunkturgewalten. In unserem Kommentar vom 13.09.2019 wiesen wir bereits auf den Ausbruchsversuch aus dem Abwärtstrend hin, der bisher seiner Bestätigung harrt. Der Kupferpreis hängt derzeit in einer breiten Unterstützungszone, deren unteres Band bei ca. 2,528 Dollar verläuft. Bis der Abwärtstrend mit signifikanten Umsätzen überwunden ist, bleibt die technische Lage neutral.

 

Kupfer in USD

 

Fazit: Dr. Copper ist derzeit hin- und hergerissen zwischen de fundamentalen Rückenwind und dem Gegenwind, der ihm auf der (handels-)politischen Seite entgegenbläst. Dieser Wind kann allerdings bedeutend schneller drehen als die Angebotsseite. Deshalb sollte man die charttechnische Schwalbe nicht ignorieren, auch wenn sie noch keinen ökonomischen Sommer macht.

 

27.09.2019 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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