Die Lufthansa kämpft gerade bei ihrer Kernmarke noch mit vielen Problemen, will aber bis zum Jubiläum im nächsten Jahr die Wende schaffen
Die Lufthansa bemüht sich darum, Optimismus zu verbreiten
Bei einem Termin mit Journalisten musste Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Dienstag eingestehen, dass bei dem Konzern noch immer nicht alles reibungslos läuft. Vor allem die Kernmarke bereitet den Anteilseignern noch viele Sorgen, steuerte jene zuletzt doch vor allem Verluste zum Konzernergebnis bei. Mit Blick nach vorn sieht Spohr allerdings Chancen auf Verbesserung.
Die Lufthansa (DE0008232125) möchte es schaffen, dass die Vorzeigemarke sich auch als solche zum 100-jährigen Jubiläum im kommenden Jahr präsentieren lässt und nicht länger als Sorgenkind wahrgenommen wird. Um dies auf die Reihe zu bekommen, setzt der Konzern auf bessere Pünktlichkeit, mehr Service und weniger Ausfälle. Diesbezüglich konnten wohl auch schon Erfolge gefeiert werden.
Laut CEO Carsten Spohr konnte der Wendepunkt bereits erreicht werden. Die Pünktlichkeit liege bei 80 Prozent und nur noch ein Prozent aller Flüge werde aufgrund von schlechtem Wetter oder ähnlicher Probleme gestrichen. Das sei die beste Performance seit elf Jahren. Weiteres Wachstum sollen auch neue Maschinen ermöglichen, bei deren Auslieferung es allerdings immer wieder zu Verzögerungen kommt.
So sehr sich die Lufthansa auch um gute Stimmung bemüht: bei den Anlegern will das Ganze bisher nicht recht verfangen. Auf Wochensicht musste die Lufthansa-Aktie Verluste von 3,9 Prozent verkraften und auch in den Handel am Donnerstag startete der Titel mit roten Vorzeichen. Der Kurs hat sich nun bei etwa 7,40 Euro eingependelt. Das ist im langfristigen Vergleich nicht schlecht, doch die bereits im August begonnene Kultur scheint man nicht abschütteln zu können.
Lufthansa nimmt die Politik in die Pflicht
Dass die Stimmung nicht besser ausfällt, dafür macht die Lufthansa auch die Politik verantwortlich. Die neue Bundesregierung habe eigentlich Entlastungen für die Branche in Aussicht gestellt. Bisher sei aber noch nichts passiert. Der Konzern leidet deshalb weiterhin unter hohen Abgaben und Gebühren. Hoffnung setzt Carsten Spohr nun auch in die Ministerpräsidenten der Länder. In jedem Fall erkennt er aber dringenden Handlungsbedarf. Sollte die Politik die Zügel etwas lockern, soll es zum Nachteil der Aktionäre nicht sein. Gesorgt haben aktuelle Regelungen bereits dafür, dass ein Großteil der innerdeutschen Verbindungen ersatzlos gestrichen wurde. Es rechnet sich schlicht nicht mehr.
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11.09.2025 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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