Gewinneinbruch bei der Lufthansa, BP schlägt sich deutlich besser und Zalando enttäuscht – BÖRSE TO GO
Trotz neuer Rekorde bleibt die Stimmung an den Börsen angespannt
Auf den ersten Blick war der gestrige Dienstag ein weiterer erfolgreicher Handelstag aus Anlegersicht. Sowohl hierzulande als auch in Übersee gab es bei den Indizes neue Rekorde zu sehen. Angetrieben wurde die Entwicklung durch anhaltende Hoffnungen auf eine friedliche Lösung im Nahost-Konflikt. Parallel dazu setzte sich die Berichtssaison mit gemischten Signalen fort.
Insgesamt überwog der Optimismus, was dem DAX abermals auf ein neues Rekordhoch verhalf. Der deutsche Leitindex beendete den Handel gestern 0,8 Prozent höher mit 26.202 Punkten. Zur guten Performance dürften auch technische Gründe beigetragen haben. Der Sprung über die Marke von 26.000 Punkten am Vortag hinterließ ordentlich Eindruck und lockte die Bullen weiter aus ihrer Deckung.
Noch sehr viel besser fiel die Stimmung an den US-Börsen aus, nachdem es einige erfreuliche Zahlen aus dem Tech-Segment zu sehen gab und Zweifel an der KI-Rallye sich weiter auflösten. Begleitet von niedrigeren Ölpreisen schoss der Nasdaq 100 um 3,3 Prozent auf 29.733 Punkte aufwärts. Beim Dow Jones ließ sich ein ebenfalls beachtliches Plus von 1,7 Prozent feststellen. Zeitweise konnte bei 54.273 Punkten ein neuer Rekord aufgestellt werden, ehe der Zählerstand sich per Handelsschluss bei 54.086 Punkten einpendelte.
Die große Erleichterung bei Tech und KI hinterließ auch in Asien Spuren. Dort setzt sich die Rallye im frühen Handel am Freitag munter fort. Der Kospi in Südkorea legte bis zum Mittag um über vier Prozent zu; in Tokio ging es beim Nikkei 225 zur selben Zeit um 3,2 Prozent aufwärts. Für neue Rekorde reicht das allerdings noch nicht. In Hongkong ist die Stimmung etwas gedämpfter, doch der Hang Seng befand sich immerhin noch knapp im grünen Bereich.
Hohe Ölpreise verhageln Zahlen der Lufthansa
Zu den Enttäuschungen am Dienstag zählten die Ergebnisse der Lufthansa (DE0008232125), welche hohe Kerosinpreise im zweiten Quartal sehr deutlich zu spüren bekam. Der Gewinn brach mal eben um 88 Prozent auf nur noch 123 Millionen Euro ein. Das war mehr, als die Anleger erwartet hatten, sodass die Aktie letztlich um 8,4 Prozent auf 8,49 Euro zurückfiel. Unternehmen und Aktionäre dürften nun umso mehr darauf hoffen, dass der Iran-Konflikt möglichst bald zu einem friedlichen Ende findet und damit die Achterbahnfahrt bei den Ölpreisen endet. Verlass ist auf ein solches Szenario aber leider nicht.
BP scheffelt Milliarden
Des einen Leid ist bekanntlich des anderen Freud. Bei BP (GB0007980591) haben höhere Ölpreise zu einem sehr erfreulichen Quartal geführt. Der bereinigte Gewinn verbesserte sich um schwindelerregende 144 Prozent auf 5,73 Milliarden Dollar und überstieg damit die nicht geringen Erwartungen der Analysten um über eine halbe Milliarde Dollar. Die Anteilseigner sollen mit einer höheren Dividende von nun 8,66 Cent je Aktie entlohnt werden. Ganz zufrieden ist BP mit sich selbst aber noch nicht und stellt für die Zukunft noch bessere Entwicklungen in Aussicht. Die Märkte blickten derweil auf die niedrigsten Ölpreise seit drei Wochen, was der BP-Aktie trotz guter Zahlen ein Kursminus von 4,4 Prozent bescherte.
Zalando fällt in Ungnade
Die wahrscheinlich größte Enttäuschung gab es beim Modehändler Zalando (DE000ZAL1111) zu sehen, dessen Ergebnisse deutlich unter den Erwartungen lagen. Zwar legten die Umsätze um 21 Prozent zu, doch das Betriebsergebnis verbesserte sich aufgrund von Belastungen durch die Fusion mit About You nur um etwa zehn Prozent auf 204,8 Millionen Euro. Sichtlich unzufrieden waren die Anleger vor allem mit dem Ausblick. Die Umsätze und das Brutto-Warenvolumen sollen im laufenden Jahr wohl nur am unteren Ende der angepeilten Spanne von 12 bis 17 Prozent liegen. Die Aktie reagierte mit Verlusten von 13,4 Prozent und der Kurs segelte auf 25,22 Euro zurück.
Tagestermine
Neue Arbeitsmarktdaten aus den USA dürften am Nachmittag für Bewegung an den Märkten sorgen, während die Berichtssaison munter weitergeht. Erwartet werden Zahlen unter anderem von Infineon, Siemens Energy, Disney sowie von einer ganzen Reihe von Unternehmen aus der zweiten Reihe. Langeweile dürfte weiterhin nicht aufkommen.
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05.08.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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