Die Lufthansa will ihre Zusammenarbeit mit dem Star Alliance-Partner Air India ausbauen und damit vom schnell wachsenden Markt profitieren
Der Aufstieg Indiens bleibt bei der Lufthansa nicht unbemerkt
Indien weist heute mit die höchsten wirtschaftlichen Wachstumsraten auf. Sogar den großen Nachbarn China konnte man überholen, und das vor einigen Jahren auch bei der Bevölkerung. Die aufstrebende Nation kommt damit zwangsläufig auch ins Visier der Geopolitik. Erst kürzlich wurde ein wegweisendes Handelsabkommen mit der EU geschlossen. Nun scheint auch die Zusammenarbeit auf Unternehmensebene sich zu intensivieren.
Die Lufthansa (DE0008232125) informierte am Dienstag darüber, ihre Zusammenarbeit mit Air India weiter ausbauen zu wollen. Eine entsprechende Absichtserklärung sei bereits unterzeichnet worden. Das Unternehmen will darin ein „starkes Signal“ dafür erkennen, dass nach dem Handelsabkommen zwischen der EU und Indien nun auch in der Luftfahrt ein neues Kapitel aufgeschlagen werden kann.
Die Kooperation umfasst nicht nur die Kernmarke Lufthansa, sondern auch Töchter wie ITA Airways, Swiss und Austrian Airlines. Passend dazu berichtete der Flughafen Wien über zunehmende Zwischenstopps von Air India, was im Januar für Passagierzahlen in Rekordhöhe sorgte. Es steht zu vermuten, dass in Zukunft noch mehr Maschinen aus Indien auf europäischen Flughäfen landen werden. Die Lufthansa wird sich gerne darum kümmern, ihrerseits das Netzwerk zu stärken und mehr Flüge in Richtung Asien anzubieten. Für den Konzern ist Indien schon heute einer der wichtigsten und lukrativsten Märkte.
Lufthansa: Aus einer Hand
Die genaue Ausgestaltung der Zusammenarbeit steht zwar noch unter dem Vorbehalt von behördlichen und kartellrechtlichen Genehmigungen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr versprüht aber schon mal Optimismus und Zuversicht. Gemeinsam wolle man den Zugang zum Luftverkehrsmarkt mit den weltweit größten Wachstumsraten stärken. Geschehen soll dies unter anderem indem Flugpläne und Streckennetze gemeinsam koordiniert werden. Das soll bessere Verbindungen und kürzere Umsteigezeiten ermöglichen.
Außerdem sollen Flüge in Zukunft gemeinsam vermarktet werden und es ist eine Zusammenarbeit beim Marketing angedacht. Auch bei Vielfliegerprogrammen ist eine stärkere Verzahnung geplant und die Abläufe an Flughäfen sollen optimiert werden. Air India erkennt in der neuen Vereinbarung beste Voraussetzungen, um der zunehmenden Nachfrage von sowohl Geschäftsreisenden als auch Urlaubern besser gerecht werden zu können. Es klingt also unter dem Strich nach einer klassischen Win-win-Situation. Lediglich die Konkurrenz dürfte eher mit Sorge auf das Bündnis der Giganten blicken.
An der Börse wurde die Neuigkeit positiv, wenn auch nicht mit Euphorie zur Kenntnis genommen. Die Lufthansa-Aktie konnte am Dienstag um 0,3 Prozent bis auf 9,30 Euro zulegen. Trotz ndes Rücksetzers von Anfang Februar kann der Titel damit seine generelle Aufwärtsdynamik verteidigen. Auf Jahressicht lassen sich aktuell Aufschläge von 37 Prozent feststellen. Die Lufthansa profitiert schon seit Längerem von einem anhaltenden Reiseboom, scheint sich darauf aber nicht einfach asuruhen zu wollen.
Interessante Chancen in Fernost
Es ist noch recht früh, um über die neue Zusammenarbeit ein Urteil fällen zu wollen und es bleibt auch noch abzuwarten, ob die Behörden dem Unterfangen ihren Segen erteilen mögen. Grundsätzlich ist es aber erfreulich, dass die Lufthansa ihr sich bietende Chancen nicht einfach verstreichen lassen möchte. Die Airline ist sichtlich bemüht darum, gerade in aufstrebenden Wachstumsmärkten aktiv zu sein und dort von einer potenziell steigenden Nachfrage zu profitieren.
Aufgrund des Handelsabkommens zwischen der EU und Indien ist stark davon auszugehen, dass der Luftverkehr zwischen den beiden Partnern in Zukunft zulegen wird. Die Lufthansa positioniert sich frühzeitig und spricht damit eine Empfehlung für sich selbst aus. Lokale Partner an Bord zu holen, dürfte der richtige Weg sein, um sich mittel- und langfristig Chancen zu sichern. Die Angelegenheit darf aus Anlegersicht daher positiv bewertet werden, wenngleich sich keine akuten Sprünge in der Bilanz daraus ableiten lassen.
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18.02.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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