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Lufthansa will Abhängigkeit von Berlin reduzieren - Kapitalerhöhung steht bevor

Lufthansa plant Kapitalerhöhung in Milliardenhöhe - Zustimmung der Aktionäre gesucht

 

Die Zahlen der Lufthansa (DE0008232125) zum 1. Quartal hat Frankfurt gut verdaut. Eine wesentliche Verbesserung gab es nicht. Sie war aber auch nicht erwartet worden. Bei einem Umsatz von nur noch 2,56 Mrd. Euro ergab sich ein Konzernergebnis von -1,05 Mrd. Euro bzw. -1,75 Euro pro Aktie. Auch der operative Cashflow war tiefrot und betrug -766 Mio. Euro. 

Ab dem Sommer soll alles besser werden. So viel verspricht zumindest Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Man will den Kunden während der wichtigen Urlaubszeit ein maximales Angebot an Destinationen machen, um die Nachfrage anzukurbeln. Bei den Preisen wird man dagegen nicht nachgeben. Während sich die Konkurrenz in eine Rabattschlacht stürzt, will die Lufthansa mit Qualität und Sicherheit überzeugen. Überzeugen muss der Lufthansa-Chef aber auch die Teilnehmer der Hauptversammlung. 

Aus Sicht der Aktionäre steht auf der Hauptversammlung am Dienstag, den 04. Mai, vor allem die Zustimmung zu einem genehmigten Kapital C im Vordergrund. Mit dieser Zustimmung will die Lufthansa ihr Eigenkapital erhöhen. Und das ist keine optionale Massnahme, sondern eine zwingende, denn die Eigenkapitalquote lag Ende 2020 bei nur noch 3,5 %. 

Mit 3,5 % Eigenkapitalquote kommt die Lufthansa nirgendwohin. Es muss daher davon ausgegangen werden, dass die Massnahme relativ schnell umgesetzt wird. Mich würde es nicht wundern, wenn die Kapitalerhöhung direkt noch im 2. Quartal ganz oder teilweise umgesetzt wird, um schon bei der Halbjahresbilanz eine verbesserte Struktur vorlegen zu können. 

Für eine schnelle Kapitalerhöhung noch im Mai oder Juni spricht auch der Wunsch des Vorstands. Man möchte sich möglichst schnell aus der Position herausbewegen, allzu sehr abhängig von der Bundesregierung zu sein. Ich erwarte, dass die Lufthansa die noch offenen Abhängigkeiten als Erstes und möglichst zügig zurückführen wird. 

 

Lufthansa plant Kapitalerhöhung in Milliardenhöhe

 

Konkret will die Lufthansa 5,5 Mrd. Euro am Kapitalmarkt aufnehmen. Sie haben richtig gelesen. 5,5 Mrd. Euro! Und das bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von 6,59 Mrd. Euro. Es handelt sich dabei um die Maximalsumme, die auch in Teilen am Kapitalmarkt aufgenommen werden kann. Denkbar wären beispielsweise zwei Teilkapitalerhöhungen in diesem Jahr. Eine noch im 2. Quartal und eine im 4. Quartal. 

Die Höhe der Kapitalerhöhung ist auch nicht aus der Luft gegriffen. Sie entspricht exakt der Summe der Stillen Einlagen in Höhe von 1,0 Mrd. Euro und 4,5 Mrd. Euro. Der Vorstand möchte diese Kapitalstruktur so schnell es geht durch Kapital der Aktionäre ersetzen, da es wesentlich günstiger ist. Aktuell bezahlt die Lufthansa 4,0 % p.a. für das Kapital des Staates. Die Verzinsung erhöht sich in Zukunft auf 9,5 % p.a., falls es nicht zurückgezahlt würde. 

 

Lufthansa AG

 

Die einzige gute Nachricht ist, dass den Altaktionären ein Bezugsrecht zugestanden wird. Es werden also keine Nacht-und-Nebel-Aktionen, sondern reguläre Kapitalerhöhungen, bei denen man sich entscheiden kann, ob man sein Bezugsrecht ausüben möchte oder nicht. Fest steht aber auch:

Es wird nicht die letzte Kapitalerhöhung sein. Die Lufthansa kann zwar mit den Jahren ihre Eigenkapitalquote durch Tilgungen aus dem operativen Cashflow verbessern, aber das kann nur ein Teil der Verbesserung zu sein. Die Schieflage ist insgesamt zu gross, um nur aus dem operativen Geschäft verbessert zu werden.

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04.05.2021 - Mikey Fritz - mf@zuercher-boersenbriefe.ch

 









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