Die Krise bei Volkswagen spitzt sich zu, BMW wird nicht verschont und bei Mercedes-Benz bleiben Analysten entspannt – BÖRSE TO GO
Zollsorgen befördern die Aktien der deutschen Autobauer in den roten Bereich
Der Handel am Montag begann zunächst ruhig, doch die Lage spitzte sich im weiteren Verlauf deutlich zu. Berichte über iranische Angriffe ließen die Ölpreise sprunghaft ansteigen und sorgten für kräftige Verluste an den Börsen. Während ein angeblicher Angriff auf ein US-Kriegsschiff dementiert wurde, bestätigten sich Attacken auf Ölanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Die Unsicherheit an den Märkten nahm dadurch spürbar zu. Steigende Ölpreise schüren die Angst vor einer Energiekrise und möglichen konjunkturellen Folgen. Der DAX verlor 1,2 Prozent und fiel auf 23.991 Punkte zurück, womit auch die Marke von 24.000 Punkten wieder unterschritten wurde. Zusätzlichen Druck übten neue Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump gegenüber der EU aus.
Auch an den US-Börsen blieb die Stimmung gedrückt. Positive Signale aus der Industrie konnten daran nichts ändern: Die Auftragseingänge stiegen im März um 1,5 Prozent und übertrafen damit deutlich die Erwartungen. Dennoch verlor der Dow Jones 1,1 Prozent auf 48.942 Punkte. Der Nasdaq 100 hielt sich dank starker Tech-Zahlen etwas besser, gab aber ebenfalls um 0,2 Prozent auf 27.652 Punkte nach.
In Asien zeigte sich ein gemischtes Bild. Der Hang Seng konnte vor den stärksten Turbulenzen noch um 1,2 Prozent auf 26.096 Punkte zulegen, gestützt von Hoffnungen auf neue KI-Titel. In Japan ruhte der Handel feiertagsbedingt. Sollte sich die Lage im Nahen Osten weiter verschärfen und die Ölpreise weiter steigen, dürfte sich die Situation an den Märkten jedoch weiter eintrüben.
Volkswagen in der Krise
Die deutschen Autobauer gehörten zu den größten Verlierern des Tages. Besonders Volkswagen stand unter Druck. Neben den drohenden US-Zöllen belasteten auch schwache Produktionszahlen aus den Werken in Emden und Zwickau. Diese Entwicklungen nähren Sorgen über mögliche Sparmaßnahmen und verdeutlichen die angespannte Lage. Die Aktie verlor 2,8 Prozent und fiel auf 83,80 Euro.
BMW im Minus trotz Standortvorteil
BMW verfügt zwar über Produktionskapazitäten in den USA und ist damit teilweise gegen Zölle geschützt, dennoch konnte das Unternehmen die allgemeine Unsicherheit nicht abschütteln. Nicht alle Modelle profitieren von diesem Vorteil, was Anleger vorsichtig bleiben ließ. Die Aktie gab um 2,4 Prozent nach und schloss bei 76,02 Euro.
Mercedes-Benz bleibt unter Druck
Auch Mercedes-Benz geriet ins Hintertreffen. Analysten sehen zwar Chancen auf eine Entschärfung der Zollproblematik, sollten sich die Handelsbeziehungen verbessern, doch konkrete Anpassungen bei Kurszielen blieben aus. Die Einstufung verharrte auf „Market Perform“. Anleger reagierten dennoch zurückhaltend, die Aktie verlor 3,4 Prozent auf 47,92 Euro.
Tagestermine
Die geopolitischen Spannungen rücken wirtschaftliche Termine derzeit etwas in den Hintergrund. Dennoch könnten neue Konjunkturdaten aus den USA, darunter die Warenhandelsbilanz, für Impulse sorgen. In Europa richtet sich der Blick zudem auf eine Rede von EZB-Präsidentin Christine Lagarde. Die Berichtssaison läuft weiter, unter anderem mit Zahlen von Super Micro Computer, PayPal, Infineon und AMD.
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05.05.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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