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Der Ölpreis springt an, doch echte Entwarnung gibt es nicht

Brent und WTI reagieren auf neue Spannungen im Nahen Osten, während Anleger weiter zwischen Eskalationsangst und Hoffnung auf Diplomatie schwanken

NTG24 - Der Ölpreis springt an, doch echte Entwarnung gibt es nicht

KI-generiertes Symbolbild. Marken dienen der redaktionellen Einordnung.

 

Der Ölpreis zeigte sich am Freitag an den Börsen von seiner sprunghaften Seite. Nach neuen Auseinandersetzungen zwischen den USA und dem Iran ging es für Brent und WTI zunächst deutlich in die Höhe. Im weiteren Verlauf ließ die Euphorie aber wieder nach, da Anleger weiterhin zwischen der Angst vor einer Eskalation am Persischen Golf und der Hoffnung auf diplomatische Fortschritte hin- und hergerissen bleiben.

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Brent konnte am Freitag letztlich um 1,23 US-Dollar oder 1,23 Prozent auf 101,29 US-Dollar je Barrel zulegen. Der US-Referenzpreis WTI verbesserte sich um 61 Cent oder 0,64 Prozent auf 95,42 US-Dollar. Zwischenzeitlich hatten die Aufschläge noch wesentlich höher ausgesehen. Brent legte im Tagesverlauf zeitweise um rund drei Prozent zu, gab einen Teil der Gewinne später aber wieder ab.

Das Geschehen bleibt damit fest in der Hand der Schlagzeilen aus dem Nahen Osten. Neue Gefechte zwischen US-amerikanischen und iranischen Kräften ließen die Sorgen um Lieferwege und Versorgungssicherheit wieder aufflammen. Besonders die Straße von Hormus steht weiter im Fokus, da über diese Route ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird. Gleichzeitig klammern sich Marktteilnehmer an die Hoffnung, dass die jüngsten Zwischenfälle nicht automatisch in eine neue Eskalationsspirale münden müssen.

 

 

 

Die Entspannung ist brüchig

 

An der Börse wird derzeit jeder neue Hinweis aus Washington und Teheran sofort eingepreist. Das sorgt für erratische Bewegungen, bei denen sich starke Ausschläge in beide Richtungen abwechseln. Ein nachhaltiger Ausbruch nach oben blieb am Freitag dennoch aus. Dafür scheinen die Anleger weiterhin darauf zu setzen, dass es zumindest zu einer längeren Feuerpause oder zu neuen Verhandlungen kommen könnte.

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Werbebanner EMH PM Trade Genau darin liegt aber auch das Problem. Denn der Ölpreis reagiert aktuell weniger auf klassische Fundamentaldaten als auf politische Signale. Mal rückt die Gefahr eines größeren Konflikts in den Vordergrund, mal die Aussicht auf eine diplomatische Lösung. Für Marktteilnehmer ergibt sich daraus ein Umfeld, in dem kurzfristige Positionierungen schnell wieder auf dem falschen Fuß erwischt werden können.

Bemerkenswert ist zudem, dass die Tagesgewinne nicht darüber hinwegtäuschen können, dass die Woche für Öl insgesamt schwach ausfiel. Sowohl Brent als auch WTI beendeten die Handelswoche mit Verlusten von mehr als sechs Prozent. Der jüngste Anstieg wirkt daher eher wie eine Gegenbewegung innerhalb einer nervösen Marktphase als wie der Beginn einer neuen klaren Aufwärtsbewegung.

 

Zwischen Angst und Hoffnung

 

Für Verbraucher und Unternehmen bleibt die Lage unangenehm unberechenbar. Sollte es im Nahen Osten zu weiteren militärischen Zwischenfällen kommen oder die Schifffahrt in der Region erneut stärker beeinträchtigt werden, könnte der Ölpreis schnell wieder anziehen. Ebenso schnell könnte aber auch Druck auf die Notierungen kommen, falls konkrete Fortschritte bei Gesprächen zwischen den Konfliktparteien sichtbar werden.

Damit bleibt der Ölmarkt vorerst ein Spielball der Geopolitik. Die Marke von 100 US-Dollar bei Brent hat zwar wieder gehalten, doch Sicherheit vermittelt das kaum. Anleger dürften gut beraten sein, sich nicht allein von den heutigen Aufschlägen blenden zu lassen. Solange keine tragfähige politische Lösung auf dem Tisch liegt, bleibt der Ölpreis anfällig für plötzliche Richtungswechsel.

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08.05.2026 - Christian Teitscheid

Unterschrift - Christian Teitscheid

 

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