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Fluchtbewegung bei der Softbank, Apple schürt Zweifel am KI-Boom, Volkswagen schnallt den Gürtel noch enger und Zalando gerät ins Visier der Bafin

Nach der Hitzewelle an der Börse scheint sich ein Gewitter zusammenzubrauen

NTG24 - Fluchtbewegung bei der Softbank, Apple schürt Zweifel am KI-Boom, Volkswagen schnallt den Gürtel noch enger und Zalando gerät ins Visier der Bafin

 

Nicht nur in Europa herrscht derzeit eine Hitzewelle mit ständig neuen Temperaturrekorden. Die Börsen haben sich schon seit Längerem regelrecht aufgeheizt. Doch in dieser Woche erlebten die Anleger zuweilen Korrekturen, die wie ein kleines Hitzegewitter anmuteten. Bemerkbar machte sich vor allem, dass die Börsianer Zweifel am KI-Boom nicht einfach ablegen können.

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Schlecht kam vor allem ein Bloomberg-Bericht an, laut dem der Börsengang von OpenAI wohl erst im kommenden Jahr stattfinden könnte. Von offizieller Seite ist zwar noch nichts bestätigt. Die Märkte sehen das Ganze aber dennoch als Warnsignal an. Das traf die Aktie der Softbank (JP3436100006) hart, die im großen Stil in den ChatGPT-Entwickler investiert hat.

 

 

 

Der Aktienkurs der japanischen Investment-Holding purzelte gestern um 12,5 Prozent auf 6.226 Yen zurück und baute den Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 9.074 Yen damit noch einmal deutlich aus. Bisher lässt man sich von der bisherigen Taktik nicht abbringen. In Zukunft soll noch mehr in KI investiert werden. Genau das scheint die Börsianer momentan aber eher zu beunruhigen statt zu euphorisieren.

 

Apple macht die Speicherkrise greifbar

 

Mitverantwortlich für größere Zweifel am KI-Boom war auch Apple (US0378331005), nachdem dort Preiserhöhungen für diverse Computer-Produkte angekündigt wurden. Das iPhone bleibt zwar noch verschont. Experten rechnen aber damit, dass die Preise hier im September mit der Vorstellung neuer Modelle ebenfalls kräftig anziehen dürften. Der Grund dafür sind exorbitante Speicherpreise. Jene wiederum entstehen dadurch, dass die Hyperscaler den Markt regelrecht leerfegen.

Daraus erwächst nun immer mehr die Sorge, dass der gewaltige Hochlauf von Rechenzentren den Consumer-Markt abwürgen könnte, und das mit kaum einschätzbaren Folgen. Bisher widmeten die Anleger dem kaum weiter Beachtung, da die Chiphersteller mit Firmenkunden bisher ungeahnte Gewinne scheffeln konnten. Langsam scheint aber die Furcht vor einem Einbrechen des Consumer-Marktes größer zu werden. Die Aktie von Apple konnte sich gestern noch einmal um 3,1 Prozent auf 283,78 US-Dollar erholen, ging aber dennoch mit einem Wochenverlust von 4,8 Prozent aus dem Handel.

 

Volkswagen und der ewige Sparkurs

 

Während im KI-Segment die Sorgen nur langsam größer werden, steckt der europäische Automarkt schon seit Jahren in der Krise. Dort kündigt sich auch kein Ende an. BMW schockte kürzlich mit einer Gewinnwarnung und nun schwingt Volkswagen (DE0007664039) einmal mehr den Rotstift. Darauf deuten zumindest Gerüchte hin, laut denen bis zu 100.000 Stellen wegfallen könnten. In der Vergangenheit wurden Sparprogramme bereits mehrfach ausgedehnt.

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Erfreut sind die Anleger darüber schon lange nicht mehr und die VW-Aktie stürzte am Freitag um 3,9 Prozent auf nur noch 74,28 Euro. Zeitweise wurde sogar ein neues 52-Wochen-Tief bei 74,08 Euro markiert. Sparmaßnahmen können zwar dabei helfen, die Bilanzen aufzupäppeln und Margen wieder zu steigern. Doch Wachstumssignale werden damit nicht ausgesendet und Volkswagen scheint nun schon seit Längerem nichts anderes mehr einzufallen. Das verstärkt den Eindruck, dass der zweitgrößte Autobauer sich in die wahrscheinlich schwerste strukturelle Krise seiner bisherigen Geschichte manövriert hat.

 

Bilanzprüfung bei Zalando

 

Noch heftiger erwischte es gestern die Aktie von Zalando (DE000ZAL1111), die kurzzeitig um rund 20 Prozent einknickte, ehe sie sich zu Handelsschluss bei 24,70 Euro und damit 6,9 Prozent tiefer als tags zuvor einpendelte. Ausschlaggebend dafür war die Meldung über eine Bilanzprüfung durch die Finanzaufsicht Bafin. Viele Details sind nicht bekannt und Zalando versuchte, über eine Stellungnahme etwas zu beschwichtigen. Dem Unternehmen zufolge handele es sich um einen „rein formellen und materiell unwesentlichen Aspekt“.

Weiter ins Detail ging man aber auch nicht, sodass die Börsianer ihre Skepsis nicht vollständig abschütteln konnten. Es lässt sich aus Anlegersicht wohl nur abwarten, was nun noch kommen mag. Zalando und die Bafin stehen Unternehmensangaben zufolge in einem engen Austausch. Die Zurückhaltung der Börsianer ist nachvollziehbar, wurden in den vergangenen Jahren bei anderen Unternehmen doch ausgesprochen schlechte Erfahrungen in Zusammenhang mit Bilanzprüfungen gemacht.

 

Heiße Tage

 

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Werbebanner EMH PM Trade Die Nervosität an den Börsen nimmt wieder einmal zu, und dass am Wochenende trotz Waffenruhe wieder Angriffe im Nahen Osten beobachtet wurden, dürfte die Angelegenheit nicht einfacher machen. Aufgrund noch immer hoher Kursstände in einigen Segmenten besteht dabei auch die Gefahr, dass eine Lawine losgetreten werden könnte. Denn sobald bei den Verkäufen eine kritische Masse erreicht wird, werden viele Anleger noch Gewinne mitnehmen wollen, sodass der Verkaufsdruck sich immer weiter erhöhen könnte. Dazu muss es nicht kommen, doch eine erhöhte Aufmerksamkeit ist aktuell sicher nicht verkehrt.

 

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27.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

Unterschrift - Andreas Göttling-Daxenbichler

 

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