Zusammen mit OpenAI will die Softbank per KI-Einsatz die Cyberabwehr voranbringen
Künstliche Intelligenz steht bei der Softbank weiter im Vordergrund
Softbank-Chef Masayoshi Son ist eher nicht bekannt dafür, sich kritisch zum Thema Künstliche Intelligenz zu äußern. Stattdessen gehört er zu den größten Befürwortern der Technologie und ist über seine Holding-Organisation auch schwer im Bereich investiert. Dennoch warnte Son kürzlich in Tokio auch vor den Gefahren von KI, allerdings nicht ohne dabei neue Chancen zu erkennen.
Wie die Wirtschaftszeitung „Nikkei Asia“ berichtet, sprach die Softbank (JP3436100006) gegenüber rund 200 Führungskräften von Gefahren für die Wirtschaft und kritische Infrastruktur, welche sich aus den Fortschritten von KI-Technologie ergeben würden. Es stehe eine Welt bevor, in der Cyberangriffe nicht mehr von Menschen durchgeführt werden, sondern von fortschrittlichen KI-Systemen, die von böswilligen Organisationen und anderen kriminellen Akteuren „wie ein Maschinengewehr“ abgefeuert würden.
Vermutlich ist es das erste Mal, dass Masayoshi Son derart klare Worte zu Sicherheitsbedrohungen durch KI findet. Allerdings bedeutet das nicht, dass der Softbank-Chef nun den Rückwärtsgang einlegen wollte. Stattdessen lautet seine Antwort auf die KI-Bedrohung, selbst noch mehr in KI zu investieren. Zusammen mit dem Partner OpenAI, an dem der japanische Konzern schon seit Längerem beteiligt ist, soll ein KI-Programm entwickelt werden, welches japanische Unternehmen vor künftigen Cyberangriffen schützt.
Softbank macht Tempo
Nach eigenen Angaben konnte die Softbank bereits Zugang zu GPT-5.5-Cyber erhalten und damit bis Ende Mai Sicherheitsbewertungen von 700 internen Systemen durchführen. Dabei konnten über 10.000 Sicherheitslücken gefunden werden. Wenn das neue Programm fertig ist, soll es Ende des Jahres bei etwa 3.000 Betreibern kritischer Infrastruktur in Japan zum Einsatz kommen. Wer die Kunden sein mögen und ob jene überhaupt Interesse haben, darauf ging die Softbank nicht weiter ein.
Eine interessante Perspektive ergibt sich aus Anlegersicht aber allemal. Die Weiterentwicklung von KI ist nicht aufzuhalten und gerade kriminelle Naturen werden sich die Möglichkeiten der Technologie zunutze machen, ohne sich um Datenschutz oder moralische Angelegenheiten Sorgen zu machen. Viele Unternehmen dürften Schutzmaßnahmen gegen derartige Bedrohungen mit Kusshand nehmen. Das könnte der Softbank neue Umsatzmöglichkeiten eröffnen und aus den KI-Investitionen tatsächlich ein lukratives Geschäft entstehen lassen.
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20.06.2026 - Andreas Göttling-Daxenbichler

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