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Duolingo, ServiceNow – Für Softwareaktien wird 2026 das entscheidende Jahr

Unternehmen müssen KI wertstiftend nutzen sonst droht der Kollaps

NTG24 - Duolingo, ServiceNow – Für Softwareaktien wird 2026 das entscheidende Jahr

 

Welche Aktie profitieren von dem Trendthema KI auch im Jahr 2026 und bei welchen zeichnet sich ein schweres Börsenjahr für die Aktionäre ab?

Die weltweiten Software-Aktien blicken auf ein Jahrzehnt zurück, bei den in jedem Jahr der allgemeine Markt fast spielendleicht übertroffen werden konnte. Dies gilt für das Umsatzwachstum und auch für die Entwicklung des Aktienkurses des jeweiligen Unternehmens. Die Gründe für die starke Entwicklung der Software-Unternehmen ist zwar vielfältig und dennoch nicht schwer zu finden.

Bei der meisten Software handelt es sich um ein extrem skalierbares Geschäftsmodell fast ohne Grenzkosten. So bleibt die Kostenbasis bei einer Million Kunden fast genauso hoch wie bei einem Kunden, sodass operative Margen von 70 % keine Seltenheit darstellen. Zusätzlich wurden die meisten Software-Unternehmen in der sogenannten Nullzins-Ära gegründet. Dadurch konnten sich die Unternehmen zum einen extrem günstig Fremdkapital für weiteres Wachstum holen und zum anderen wurden die Zukunftsgewinne kaum abgezinst. Das bedeutet, dass die Gewinne in 5-10 Jahren nahezu genauso viel Wert waren wie noch im aktuellen Zeitraum.

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Zu einem weiteren Bewertungsboost ist es dann gekommen, als die Unternehmen vermehrt auf SaaS und Abo-Modelle umgestellt haben. Statt einmaliger Verkäufe wurden diese auf monatliche und jährliche Abos gestreckt. Dies sorgte zum einen für eine höhere Kundebindung, da die Kunden immer die aktuellste Version der Software nutzen konnten und für sehr gut planbare Cashflows. Zusätzlich nahm die Digitalisierung in nahezu alle Branchen Einzug und die alltäglichen Prozesse wurden digitalisiert, sodass sich die Software-Unternehmen einen riesigen adressierbaren Markt gegenübersahen.

KI brachte dann ein neues Narrativ, da auf einmal jedes Software-Unternehmen als potentieller KI-Champion angesehen wurde. Die Aktionäre hofften bei den Software-Unternehmen auf einen Produktivitätsgewinn durch den Einsatz oder die Entwicklung von KI-Modellen oder KI-Bots. Diese Hoffnung sorgte für ein weiteres Anstiegen der Bewertungen und zwar völlig losgelöst von der fundamentalen Realität. Was etwas verzögert aber jetzt mit voller Wucht bei den Software-Unternehmen für eine Korrektur sorgt.

 

Software im freien Fall

 

Für den ersten Rücksetzer sorgen die hohen Zinsen bei den Software-Aktien, nach dem Nachlassen des KI-Hypes. Die hohen Zinsen und die schwindende Aussicht auf de Zinssenkungen in den USA zu Beginn des Jahres 2026 sorgten für den ersten externen Schock bei den Titeln. Da die Zinsen hoch sind, ist die Zukunft weniger Wert, besonders bei der rationalen Betrachtungsweise von institutionellen Investoren.

Weiterhin kühlt der KI-Hype langsam ab. Während sich Aktien, die das Thema KI stark umgesetzt haben und einen echten KI-Nutzen präsentieren können, am Markt weiter stabil halten, ein Beispiel hierfür ist etwa Alphabet, werden durchschnittliche Software-Firmen, die keinen Burggraben besitzen oder KI nur als Buzzword genutzt haben stark abgestraft. Diese Bewegung dürfte sich in der Zukunft noch verschlimmern, wenn KI ein normaler Bestandteil des alltäglichen Lebens wird und die offensichtlichen Produktivitätsgewinne weitestgehend umgesetzt und eingepreist sind. Einige Investoren stellen sich sogar die Frage, ob Software im KI-Zeitalter überhaupt noch gebraucht wird, denn wo KI bereits Einzellösungen ersetzen kann, verlieren ganze Geschäftsmodelle plötzlich an operative Stärke.

Ein Unternehmen, das das Thema KI bislang nicht sehr effizient und wertstiftend umgesetzt hat ist Duolingo (US26603R1068). Duolingo ist in Deutschland am besten bekannt durch einige präsente Werbe-Clips, mit dem die Sprachlernplattform schnell die Bekanntheit steigerte. Duolingo verfügt dabei über eine kostenlose Version und eine Premium-Version ohne Werbung und einige Zusatzfeatures wie erste KI-Rollenspiele. Im Jahr 2025 hat Duolingo voraussichtlich die Umsatzschallmauer von einer Milliarde US-Dollar zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte durchbrochen. Laut den eigenen Prognosen soll das aktuell starke Wachstum zwar in den Folgejahren deutlich zurückgehen, denn der Mehrwert der zahlungspflichtigen Prosoftware schwindet rapide. Die neusten KI-Modelle können mittlerweile flüssige und individualisierte Konversationen in Echtzeit anbieten und die Schwierigkeit der jeweiligen Konversation oder der Lern-Session individuell auf den Nutzer einstellen.

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ServiceNow (US81762P1021) hingegen ist einer der Software-Hoffungsträger. Denn das Geschäftsmodell wird durch die verbreitete Nutzung von KI-Modellen nicht unter Druck geraten, sondern an Bedeutung gewinnen. Die Software von ServiceNow ist tief in die jeweiligen Prozesse in den Unternehmen eingebunden und daher schwer zu ersetzen. So wundert es auch nicht, dass das Unternehmen im Jahr 2026 weiter auf Wachstumskurs ist. Zum einen stieg der währungsbereinigte Abonnementumsatz um 19,5 % und übertraf damit sogar die Prognosen, zum anderen nimmt die Nachfrage nach KI-gestützten Automatisierungslösungen spürbar zu. Für Rückenwind sollte auch die Partnerschaft mit ChatGPT-Herausbringer OpenAI sorgen, die die direkte Integration von KI-Modelle in die Software von ServiceNow beschleunigen soll. Die KI-Agenten erhöhen bei ServiceNow den Nutzen der Software und der Bedarf an einer Software, die die wichtigen Unternehmensprozesse bündelt wird nur höher.

 

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11.02.2026 - Christian Teitscheid

Unterschrift - Christian Teitscheid

 

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