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Noch Wachstum am Nickelmarkt?

Wie entwickelt sich der Nickelmarkt 2020?

 

In der vergangenen Woche präsentierten die Londoner ICBC Standard Bank, die zu 60 % der chinesischen  ICBC Bank gehört, und der russische Metallriese Nornickel ihre neuesten Prognosen für die Metalle der Platingruppe wie auch des Nickelmarktes.

Vor dem Hintergrund der großen Hoffnungen, die in den kommenden Monaten in Bezug auf die Erholung der Weltwirtschaft (wieder einmal) auf China lasten, erhält die Prognose einer Bank, die mehrheitlich chinesisch ist, und eines der größten Produzenten von Nickel eine besondere Note.

Die Analysten legten in der aktuellen Marktstudie überarbeitete Zahlen für die mittelfristige Entwicklung des globalen Nickelmarktes vor.

 

Stahl

Bildnachweis: © Schmolz + Bickenbach AG

 

Derzeit gehen sie von einem Angebotsüberschuss von 130.000 Tonnen im Jahr 2020 aus. Dabei soll die Produktion von Nickel im Jahr 2020 um 1 % gegenüber dem Vorjahr sinken. Hauptgrund dafür ist der Rückgang der chinesischen Produktion. Jedoch gleicht die eindrucksvolle Steigerung der indonesischen Nickelproduktion diesen Effekt zumindest teilweise aus.

Die Nickelnachfrage soll zudem um 7 % auf Jahresbasis abnehmen, was vor allem am Markt für rostfreien Stahl liegt, der rund 70 % der primären Nickelnachfrage ausmacht. Hinzu kommt außerdem ein Absturz der Automobilverkäufe (inklusive Elektrofahrzeuge), die zu einer fragilen Nickel-Nachfrage durch Batterieproduzenten führt.

Die Nickelnachfrage seitens des Marktes für rostfreien Stahl soll dieses Jahr um 6 % zurückgehen. In China dürfte diese dabei im Jahresvergleich nur um 4 % sinken.

 

EMEA und Amerika schwach

 

Den stärksten Rückgang erwarten die Analysten in der EMEA-Region und in Nord- und Südamerika. Dort machen sich die abweichende politische Reaktion auf das Coronavirus und eine Verschiebung der Gipfelbildung bei den Corona-Infektionen bemerkbar. Insgesamt soll in beiden Regionen die Nickelnachfrage um 13 % zurückgehen.

Die Nachfrage des Sektors für Nickelbeschichtungen dürfte der Studie zufolge um 7 % sinken. Die Nachfrage nach Spezialstahl soll durch den Einbruch der Automobilnachfrage, aber auch der Öl- und Gasförderung sowie der petrochemischen Industrie, um 9 % geringer ausfallen.

Über diesen kurzfristigen Blick hinaus sehen die Analysten von Nornickel und ICBC Standard das Wachstum vor allem aus dem Sektor der Elektromobilität kommen, auch wenn dessen Wachstumsdynamik nicht so stark sein dürfte wie bisher angenommen. Denn obwohl der Nickelkonsum in diesem Jahr schwächer ist als bislang prognostiziert, so bleibt das weiße Metall ein essenzielles Element, um die Ziele zur Kohlenstoffreduzierung und der Nachhaltigkeit zu erreichen.

Seit dem Jahr 2000 wies der globale Nickelmarkt eine durchschnittliche Wachstumsrate von 4 % jährlich auf und wuchs damit stärker als das BIP, welches im Schnitt 3,5 % zulegte.

 

Fazit

 

Auch wenn die angepassten Prognosen eine leichte Abnahme der Wachstumsdynamik am internationalen Nickelmarkt widerspiegeln, so bleibt Nickel ein zentraler Baustein der primären Infrastruktur. Zwar ist die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Nickelmärkte noch nicht auf einem Niveau wie vor der Corona-Krise. Der überdurchschnittliche Wachstumstrend dürfte sich allerdings auch dadurch nicht ändern.

 

18.05.2020 - Arndt Kümpel - ak@ntg24.de

 






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